Großderschau

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Großderschau (bis zum 1. Juni 1951 Friedrichsdorf) ist eine Gemeinde im Landkreis Havelland in Brandenburg. Sie gehört zum Amt Rhinow, dessen Verwaltungssitz sich in der Stadt Rhinow befindet.

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Wappen Deutschlandkarte
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Großderschau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großderschau hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 48′ N, 12° 22′ O
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Havelland
Amt: Rhinow
Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 20,15 km²
Einwohner: 427 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16845
Vorwahl: 033875
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 112
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Lilienthalstraße 3
14728 Rhinow
Website: www.rhinow.de
Bürgermeister: Peter Csajkás
Lage der Gemeinde Großderschau im Landkreis Havelland
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Geografie

Großderschau liegt im Westen des Landes Brandenburg im Landkreis Havelland ungefähr 24 km nördlich von Rathenow und ungefähr 70 km westlich von Berlin-Spandau an der Dosse und befindet sich im Naturpark Westhavelland.

Gemeindegliederung

Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:[2]

Wohnplätze der Gemeinde sind:[2]

Geschichte

Dorfkirche Großderschau

1773 bis 1775, nach der Eindeichung der Dosse, wurde die Kolonie Friedrichsdorf mit neun weiteren Dörfern und Weilern auf bestehenden Siedlungsplätzen gegründet: Brenkenhof, Großderschau, Klein-Derschau, Friedrichsbruch, Jülitz, Klausiushof, Wilhelminenaue, Petershagen, Raminsgut. Für die zu Sieversdorf neu angelegten Ortschaften wurde 1785 eine neue Kirche in Friedrichsdorf erbaut, ursprünglich Simultankirche für Lutheraner und Reformierte, da unter den neuen Ansiedlern auch viele reformierten Bekenntnisses waren. Für die Lutheraner wurde der Prediger in Sieversdorf und für die Reformierten der Prediger von Spiegelberg bei Neustadt bestellt, welche bis 1828 abwechselnd alle 14 Tage Gottesdienst zu halten hatten.

Seinen Namen erhielt das Dorf nach dem preußischen Staatsminister Christoph Friedrich von Derschau.

Großderschau und seine heutigen Ortsteile gehörten seit 1817 zum Kreis Ruppin in der preußischen Provinz Brandenburg, ab 1952 zum Kreis Kyritz und ab 1958 zum Kreis Rathenow[3] im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Landkreis Havelland.

1939 wurden Friedrichsdorf und Großderschau zur Gemeinde Friedrichshof zusammengeschlossen. Der Gemeindename wurde mit Wirkung zum 1. Juni 1951 in Großderschau geändert.[4] Am 1. Juli 1965 wurden Friedrichsbruch, am 1. Mai 1974 Alt Garz und Rübehorst nach Großderschau eingemeindet.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1775122
1800164
1817146
1840177
1858169
Jahr Einwohner
1875167
1890159
1910147
1925149
1933145
1939395
Jahr Einwohner
1946725
1950686
1964422
1971496
1981635
1985606
Jahr Einwohner
1990607
1995586
2000588
2005545
2010492
2015437
Jahr Einwohner
2020420
2021433
2022436
2023433
2024427
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[6][7][8]. Ab 2011 auf Basis des Zensus 2011. Ab 2022 auf Basis Zensus 2022[9]

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Großderschau besteht regulär aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:[10]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Ergebnis 2024 ...
Partei / Wählergruppe Ergebnis
2024
Sitze
2024
Ergebnis
2019
Sitze
2019
SPD 40,9 % 3 25,8 % 2
Einzelbewerber Roland Specht 14,2 % 1 20,6 % 1
Einzelbewerberin Ivonne Ratzmer 13,4 % 08,9 % 1
Einzelbewerber Christian Sossna 11,9 % 1 08,5 % 1
Einzelbewerber Horst Fiebig 08,1 % 1
Einzelbewerber Sebastian Peiker 06,1 % 1
Einzelbewerber Dennis Lienig 05,3 %
Wählergruppe Bauern 24,5 % 2
Einzelbewerber Norbert Lamprecht 08,5 % 1
Einzelbewerber Ullrich Heide 03,1 %
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Da sich zur Kommunalwahl 2019 kein Bewerber für das Amt des Bürgermeisters fand, wählte die Gemeindevertretung am 21. Juni 2019 aus ihrer Mitte Ivonne Ratzmer zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Ihr Sitz als Gemeindevertreterin bleibt daher unbesetzt. Bei der Kommunalwahl 2024 kandidierte Ratzmer sowohl für die Gemeindevertretung als auch als Bürgermeisterin; da sie zur Bürgermeisterin gewählt wurde bleibt ihr Sitz weiterhin unbesetzt.

Am 30. Juni 2025 legten drei Gemeindevertreter sowie die Bürgermeisterin ihre Ämter nieder. Da die Gemeindevertretung dadurch ihre Beschlussfähigkeit verlor, wurde sie im Januar 2026 von der Kommunalaufsicht des Landkreises Havelland aufgelöst. Die Wahl einer neuen Gemeindevertretung findet am 10. Mai 2026 statt.

Bürgermeister

  • 1998–2014: Willi Klein[11]
  • 2014–2019: Christiane Gernt[12]
  • 2019–2025: Ivonne Ratzmer (Einzelbewerberin)[13]
  • seit 2025: Peter Csajkás (parteilos)[14]

Ratzmer wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 mit 67,0 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren zur Bürgermeisterin gewählt. Am 30. Juni 2025 legte sie ihr Amt vorzeitig nieder. Am 15. Oktober 2025 wurde Peter Csajkás von den Gemeindevertretern für den Rest der Amtszeit zum Bürgermeister gewählt.

Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Großderschau stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Verkehr

Durch den Ort führen die B 102 zwischen Neustadt (Dosse) und Rhinow sowie die Landesstraße L 14 nach Kyritz.

Der Haltepunkt Großderschau lag an der Bahnstrecke Neustadt (Dosse)–Rathenow. 2003 wurde die Strecke stillgelegt.

Persönlichkeiten

Literatur

  • G. W. Schinkel: Geschichte von Sieversdorf bei Neustadt a. D., 1875.
  • Johannes Schultze: Die Hofbesitzer in den Dörfern des Landes Ruppin 1491 bis 1700, 1937.
  • Johannes Schultze: Die Herrschaft Ruppin und ihre Bevölkerung nach dem 30jährigen Kriege, 1925.

Einzelnachweise

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