Großgressingen
Ortsteil des Marktes Ebrach in Oberfranken
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Großgressingen ist ein Gemeindeteil des Marktes Ebrach im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung hat eine Fläche von 6,001 km². Sie ist in 563 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10659,76 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Kleingressingen und Sankt Rochus.[4]
Großgressingen Markt Ebrach | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 50′ N, 10° 29′ O |
| Höhe: | 382 m ü. NHN |
| Einwohner: | 244 (25. Mai 1987)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 96157 |
| Vorwahl: | 09553 |
Luftbild (2023) | |
Geografie
Das Dorf liegt in ausgeprägter Kessellage an dem dort entspringenden rechten Quellfluss der Mittelebrach. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kleingressingen (1,2 km westlich) bzw. zur Staatsstraße 2258 (0,5 km östlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Sankt Rochus (0,6 km südlich).[5]
Geschichte
Im Jahr 1244 erwarb das Kloster Ebrach den Teil von Großgressingen, der dem Stift Haug gehörte. Den Rest erwarb das Kloster 1274 aus der Hand von Hartmund von Scherenberg. Im Ebracher Urbar des Jahres 1340 wurde der Ort „Gresen maior“ genannt. Die Bezeichnung als „Dürrengresen“ zur Unterscheidung von „Grüngresen“ (=Kleingressingen) war damals auch üblich.[6]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Großgressingen aus 47 Anwesen (12 Höfe, 28 Sölden, 1 Sölde mit Braurecht, 1 Wirts- und Brauhaus, 1 Häuslein mit Badstube). Das Hochgericht übte das würzburgische Centamt Oberschwarzach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Kloster Ebrach. Der Gemeinde gehörten 1 Sölde, 2 Söldenhäuser und 1 Häuslein.[7]
Im Jahre 1802 kam Großgressingen an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Großgressingen gebildet, zu dem Kleingressingen und Sankt Rochus gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Großgressingen, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgwindheim (1919 in Finanzamt Burgwindheim umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Großgressingen zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).[8] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,001 km².[9]
Am 1. Januar 1972 wurde Großgressingen im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Ebrach eingemeindet.[10][11]
Baudenkmäler
In Großgressingen gibt es sechs Baudenkmäler:[12]
- Kleingressinger Straße 8: Klosterschenke
- Sankt-Rochus-Straße 3: Ehemaliges Klostergebäude mit Hofeinfahrt, Stadel und Remise
- Bildstock
- Kreuzschlepper
- Feldkapelle
- Heiligenhäuschen
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Großgressingen
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 360 | 412 | 436 | 422 | 442 | 425 | 457 | 444 | 446 | 413 | 383 | 370 | 356 | 348 | 368 | 367 | 338 | 351 | 339 | 492 | 453 | 393 | 352 | 332 |
| Häuser[13] | 61 | 71 | 69 | 66 | 64 | 64 | 65 | 66 | ||||||||||||||||
| Quelle | [8] | [14] | [14] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [14] | [22] | [14] | [23] | [14] | [24] | [14] | [14] | [14] | [25] | [14] | [9] | [26] |
Ort Großgressingen
Religion
Großgressingen ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach Mariä Himmelfahrt (Ebrach) gepfarrt.[7][9]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Groß. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 396 (Digitalisat).
- Alfred Henkelmann: Chronik Großgressingen. Ebrach 1980, DNB 821112465.
- Georg Paul Hönn: Groß. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 105 (Digitalisat).
- Peter Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau. Stürtz, Würzburg 1958, DNB 454428790, OCLC 1070929849, S. 155.
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
- Ortsteile > Großgressingen. In: ebrach.de. Abgerufen am 27. November 2025.
- Großgressingen in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 27. November 2025.
- Großgressingen in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 27. November 2025.
- Großgressingen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 27. November 2025.
