Großmürbisch

Gemeinde im Bezirk Güssing, Burgenland From Wikipedia, the free encyclopedia

Großmürbisch (ungarisch Alsómedves, Nagymedves; kroatisch Veliki Medveš)[1] ist eine Gemeinde mit 232 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Güssing im Burgenland in Österreich.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Großmürbisch
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Großmürbisch
Großmürbisch (Österreich)
Großmürbisch (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Güssing
Kfz-Kennzeichen: GS
Fläche: 7,92 km²
Koordinaten: 47° 1′ N, 16° 22′ O
Höhe: 293 m ü. A.
Einwohner: 232 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 29 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7540
Vorwahl: 03322
Gemeindekennziffer: 1 04 20
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Großmürbisch 120
7540 Großmürbisch
Website: www.grossmuerbisch.at
Politik
Bürgermeister: Jürgen Kurta (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(11 Mitglieder)
9
2
9 2 
Insgesamt 11 Sitze
Lage von Großmürbisch im Bezirk Güssing
Lage der Gemeinde Großmürbisch im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)InzenhofMoschendorf
Lage der Gemeinde Großmürbisch im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW

Geografie

Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Großmürbisch ist die einzige Ortschaft in der Gemeinde und liegt südlich von Güssing am Reinersdorfer Bach. Zu Großmürbisch gehören auch die Streusiedlungen Bergen und Hütterische Häuser.

Über die Hälfte der Fläche ist bewaldet, fast vierzig Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.[2]

Nachbargemeinden

Kleinmürbisch Güssing
Inzenhof Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Heiligenbrunn
Rönök (Ungarn)

Geschichte

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Alsómedves verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Wie viele andere Orte des Burgenlandes wurde auch Großmürbisch im 16. Jahrhundert im stärkeren Ausmaß von der kroatischen Kolonisierung erfasst. Seit der Nachkriegszeit ist der Anteil der Volksgruppe der Burgenlandkroaten stark rückläufig und beläuft sich heute nur mehr auf wenige Sprecher (1934: 43,4 %; 2001: 1,1 %).

Bevölkerungsentwicklung

Großmürbisch: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
563
1880
 
551
1890
 
698
1900
 
695
1910
 
628
1923
 
589
1934
 
557
1939
 
506
1951
 
508
1961
 
412
1971
 
395
1981
 
386
1991
 
303
2001
 
274
2011
 
259
2021
 
236
2025
 
232
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021
Pfarrkirche Großmürbisch
Das Ortszentrum

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Katholische Pfarrkirche Großmürbisch hl. König Stephan
  • Marienkapelle im unteren Ort
  • Dreifaltigkeitskapelle im Garten des Hauses 1, erbaut im Jahre 1913.
Naturschutzgebiet Luka mit Gelben Taglilien.

Naturschutzgebiet

  • Im Nordwesten des Gemeindegebietes befindet sich das Naturschutzgebiet Luka. Auf naturbelassenen Feuchtwiesen findet man das größte Vorkommen der Gelben Taglilie (Hemerocallis lilioasphodelus) in Österreich.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Anzahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe sank von 48 im Jahr 1999 auf 27 im Jahr 2010. Davon wurden 1 im Haupt-,19 im Nebenerwerb, 3 von Personengemeinschaften und 4 von juristischen Personen geführt werden.[4] Im Produktionssektor gab es keine Erwerbstätigen, im Dienstleistungssektor arbeiteten 13 Beschäftigte.[5]

Von den 124 Erwerbstätigen, die 2011 in Großmürbisch lebten, arbeiteten 18 in der Gemeinde, 85 Prozent pendelten aus.[6]

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2022
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
75,19
(+15,33)
24,81
(−15,33)
20172022
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 11 Mitglieder.

Weitere Informationen Partei, Sti. ...
Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2022[7] 2017[8] 2012[9] 2007[10] 2002[11] 1997[11]
Sti. % M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M.
ÖVP 203 75,19 9 17059,867 13649,645 11553,006 12955,847 12458,227
SPÖ 67 24,81 2 11440,144 13850,366 10247,005 9239,834 6028,173
FPÖ nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 104,330 2913,621
Wahlberechtigte 311 315 295 267 262 257
Wahlbeteiligung 90,03 93,02 % 94,92 % 85,77 % 91,22 % 87,16 %
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Bürgermeister

Bürgermeister ist Jürgen Kurta (ÖVP).

Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 7. Oktober 2007 setzte sich Siegfried Klucsarits (SPÖ) mit 51,35 % gegenüber Borka (ÖVP, 48,65 %), der die Nachfolge von Franz Jandrasits (ÖVP) antreten hätte sollen, durch und holte für die SPÖ den Bürgermeistertitel.[10] Klucsarits stand zehn Jahre an der Spitze der Gemeinde, denn bei der Wahl am 1. Oktober 2017 wurde der bisherige Vizebürgermeister Jürgen Kurta von den Wählern mit 60,21 % zum Bürgermeister gewählt. Klucsarits erhielt lediglich 39,79 % der Stimmen und zog sich daraufhin von den Parteispitze zurück, weshalb nicht er, sondern Werner Jandrasits in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats zum Vizebürgermeister gewählt wurde.[8][12]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Burgenland. Großmürbisch. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1976, ISBN 3-7031-0401-5, S. 114.
  • Stefan Geosits (Hrsg.): Die burgenländischen Kroaten im Wandel der Zeit. Edition Tusch, Wien 1986, ISBN 3-85063-160-5.
  • Nikolaus Wilhelm-Stempin: Das Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten in Österreich, Ungarn, Mähren und der Slowakei. BoD. 2008. ISBN 978-3-8370-4278-8.
Commons: Großmürbisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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