Großwarasdorf

Gemeinde im Bezirk Oberpullendorf, Burgenland From Wikipedia, the free encyclopedia

Großwarasdorf (kroatisch Veliki Borištof, ungarisch Szabadbáránd)[1] ist eine Gemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich mit 1362 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).

Zweisprachige Ortstafel
Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Großwarasdorf
Veliki Borištof
WappenÖsterreichkarte
Wappen von GroßwarasdorfVeliki Borištof
Großwarasdorf (Österreich)
Großwarasdorf (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 42,49 km²
Koordinaten: 47° 32′ N, 16° 33′ O
Höhe: 244 m ü. A.
Einwohner: 1.362 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 32 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7304
Vorwahl: 02614
Gemeindekennziffer: 1 08 04
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Obere Hauptstraße 18
7304 Großwarasdorf
Website: www.grosswarasdorf.at
Politik
Bürgermeister: Martin Karall (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(21 Mitglieder)
13
8
13 8 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Großwarasdorf
Veliki Borištof im Bezirk Oberpullendorf
Lage der Gemeinde Großwarasdorf im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Lage der Gemeinde Großwarasdorf im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Schloss Nebersdorf
Schloss Nebersdorf
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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In der Gemeinde wurden am 13. Juli 2000 die ersten offiziellen zweisprachigen Ortstafeln im Burgenland aufgestellt.[2] Von den Einwohnern gehören ca. 80 % der Volksgruppe der Burgenlandkroaten an. Im Ort befinden sich auch eine zweisprachige Volks- und Hauptschule.

Geografie

Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[3]):

  • Großwarasdorf (520)
  • Kleinwarasdorf (426)
  • Langental (102)
  • Nebersdorf (314)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Großwarasdorf, Kleinwarasdorf und Nebersdorf.

Weitere Informationen Deutscher Ortsname, Ungarischer Ortsname ...
Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname Kroatischer Ortsname
GroßwarasdorfSzabadbárándVeliki Borištof
KleinwarasdorfBorisfalvaMali Borištof
LangentalLangatóLongitolj
NebersdorfLigvándŠuševo
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Nachbargemeinden

Raiding Horitschon  Raiding  Horitschon Deutschkreutz
Stoob Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Nikitsch
Oberpullendorf Frankenau-Unterpullendorf

Geschichte

„Gross Warasdorf“ (rechts unten) um 1880 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später, unter den Römern, lag das heutige Großwarasdorf in der Provinz Pannonia.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Nagybarom verwendet werden. Großwarasdorf hätte im Jahr 1830 Bezirksvorort werden sollen, jedoch widersetzten sich die Bewohner diesem Vorhaben, und die damaligen ungarischen Behörden machten das in jener Zeit unscheinbare Oberpullendorf zum Bezirksvorort. Von dieser Tatsache lässt sich auch der Spitzname der Großwarasdorfer „varošćani“ („Städter“) ableiten.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Bevölkerungsentwicklung

Großwarasdorf: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
3.013
1880
 
3.526
1890
 
3.536
1900
 
3.628
1910
 
3.725
1923
 
3.936
1934
 
3.841
1939
 
3.336
1951
 
3.225
1961
 
2.604
1971
 
2.212
1981
 
1.940
1991
 
1.754
2001
 
1.647
2011
 
1.459
2021
 
1.350
2025
 
1.362
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Der Bevölkerungstiefststand wurde 2021 mit 1350 Menschen erreicht. 2025 lebten 1362 Personen in Großwarasdorf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Großwarasdorf
Pfarrkirche Kleinwarasdorf
Feuerwehrhaus von Großwarasdorf mit zweisprachiger Beschriftung

Im Jahr 2020 wurde gegen den Widerstand der Gemeinde auch die Neue Mittelschule, die im Stil des Brutalismus errichtet worden war, unter Denkmalschutz gestellt.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Die Anzahl der Erwerbstätigen in der Produktion sank von 99 im Jahr 2001 auf 14 im Jahr 2011.[5][6][7]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige 2)
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 52 96 43 50
Produktion 9 9 14 99
Dienstleistung 65 52 129 160
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, 2) Erwerbstätige am Arbeitsort

Arbeitsmarkt, Pendeln

Im Jahr 2011 arbeiteten von den 582 Erwerbstätigen der Gemeinde 126 in ebendieser, 456 pendelten aus. Von anderen Gemeinden pendelten 60 Personen nach Großwarasdorf ein.[8]

Bildung

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2022
 %
60
50
40
30
20
10
0
59,48
(+2,90)
38,16
(+2,54)
2,37
(n. k.)
n. k.
(−8,02)
UNABu
GRÜNE A1
20172022
Gemeindeamt Großwarasdorf

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 21 Mitglieder.

Weitere Informationen Partei, Sti. ...
Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2022[12] 2017[13] 2012[14] 2007[15] 2002[16] 1997[16]
Sti. % M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M.
ÖVP 703 59,48 13 64956,5812 67855,2612 70553,3312 66354,8411 72365,1913
SPÖ 451 38,16 8 40635,408 43735,627 46134,877 41834,577 33330,036
MFG 28 2,37 0 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
UNABuGRÜNE A1 nicht kandidiert 928,021 1129,132 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
Grüne nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 1299,762 1058,681 nicht kandidiert
FPÖ nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 272,040 231,900 534,780
Wahlberechtigte 1563 1532 1557 1594 1449 1389
Wahlbeteiligung 81,06 % 81,27 % 85,36 % 86,95 % 87,78 % 86,75 %
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A1 
Unabhängige und Grüne


Bürgermeister

Bürgermeister ist Rudolf Berlakovich (ÖVP), der nach der Wahl 2012 die Nachfolge von Stefan Rozsenich (ÖVP) antrat.[14] Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2017 war abermals Vizebürgermeister Helmut Orisich (SPÖ) sein Mitbewerber und erneut setzte sich Berlakovich mit 57,50 % zu 42,50 % durch.[13] Orisich wurde in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wieder zum Vizebürgermeister gewählt.

Bei der Wahl 2022 wurde Rudolf Berlakovich mit 64,93 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.[12]

Leiter des Gemeindeamtes ist Michael Karall.[17]

Bürgermeister-Historie:

  • 2012–2022 Rudolf Berlakovich (ÖVP)
  • seit 2022 Martin Karall (ÖVP)[18]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Mihovil Naković (1840–1900), Lehrer, Reformator der Zeichen des kroatischen Alphabets
  • Demetrius Rozenits (1874–1933), Geistlicher und Politiker
  • Lorenz Karall (1894–1965), Rechtsanwalt und Politiker, Landeshauptmann des Burgenlands
  • Ignaz Horvath (1895–1973), Geistlicher und Politiker
  • Rudolf Klaudus (1895–1979), Maler, Pädagoge und Publizist
  • Robert Berlakovich (1900–1994), Gutspächter und Politiker
  • Franz (Ferencz) Szucsich (1918–2012), kroatischer Komponist, Autor, Übersetzer und Journalist, Gründer der Tamburica Klingenbach,
  • Thomas Katsich (1919–2004), Jurist und Politiker
  • Johann Müller (1924–2006), Verwaltungsjurist und Politiker
  • Andreas/Endre Berlakovich (1931–2008), österreichischer Diplomat, Botschafter
  • Johann Karall (1934–2008), Politiker, Landesbeamter und Nationalteamtrainer der Basketballnationalmannschaft
  • Anton Berlakovich (1949–2026), Gründer des Parndorfer Theatersommers, burgenlandkroatischer Schriftsteller, Schulbuchautor
  • Joško Vlasich (* 1950), Schauspieler, Lehrer, Rockmusiker und Landtagsabgeordneter

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Alessandro Barberi (* 1971), Sozial- und Medienwissenschaftler (in Großwarasdorf aufgewachsen)
  • Nikolaus Berlakovich (* 1961), Bürgermeister, burgenländischer Landespolitiker, österreichischer Bundespolitiker
  • Käthe Sasso (1926–2024), Widerstandskämpferin, Überlebende des NS-Regimes und Zeitzeugin

Literatur

  • 1195–1995 – 800 Jahre Grosswarasdorf. Herausgegeben von der Gemeinde Großwarasdorf und von der Arbeitsgemeinschaft Kroatischer Kommunalpolitiker in Oberpullendorf, Rötzer-Druck Eisenstadt.
  • 775 Jahre Nebersdorf – 775 ljet Šuševo: 1225–2000. Hrsg. v. Gemeinde Großwarasdorf. Großwarasdorf 2000.
  • Peter Paul Horvath: Vereine und andere soziokulturelle Institutionen als Konstitutionsfaktor zweisprachigen Alltagslebens auf lokaler Ebene. Gezeigt am Fallbeispiel der bilingualen Ortschaft Großwarasdorf. Diplomarbeit, Universität Wien 2004.
Commons: Großwarasdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Großwarasdorf – Reiseführer

Einzelnachweise

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