Grube Marga
Braunkohletagebau im Lausitzer Braunkohlerevier
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Die Grube Marga war ein Braunkohletagebau im Lausitzer Braunkohlerevier, die von 1908 bis 1949 von der Ilse Bergbau AG betrieben wurde. Sie lag im Kreis Senftenberg und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Tagebau Franz Mehring benannt.
Geografie
Die Grube Marga lag in der Niederlausitz im Lausitzer Braunkohlerevier. Abgebaut wurde Braunkohle des Lausitzer Unterflözes (2. Lausitzer Flözhorizont), das durch pleistozäne Erosion des eiszeitlichen Schmelzwassers in eine Vielzahl von Feldern zerschnitten war.
Der Tagebau bestand aus zwei Feldern, dem zuerst aufgeschlossenen Feld Brieske (begrenzt durch die Bahnstrecke Großenhain–Cottbus) und dem nördlich von Brieske liegenden Feld Hörlitz (zwischen der Bahnlinie Großenhain–Cottbus und der damaligen Bahnstrecke Schipkau–Senftenberg).
Geschichte

1906 bis 1908 wurde mit dem Aufschluss des Tagebaues begonnen. Das Kohleflöz besaß hier eine Mächtigkeit von 10 bis 13 Metern und hatte ein Deckgebirge mit einer Stärke von 18 bis 30 Metern. Für den Abraum wurden Hochkippen in unmittelbarer Nähe des Briesker Feldes angelegt. Die Entwässerung gestaltete sich kompliziert, da der Wasserdruck eine nicht bekannte Dimension annahm und zur Entwicklung eines neuen Verfahrens zur Absenkung des Grundwassers zwang.[1.1] Um 1920 war das Briesker Feld erschöpft,[2.1] daraufhin wurde das Hörlitzer Feld angelegt, das bis 1942 durchgängig betrieben wurde, dann war auch dieses Kohlefeld nahezu erschöpft. Betrieben wurde es noch, bedingt durch die Kriegseinschränkungen, bis 1949.[2.2] Damit war die Geschichte des Tagebaues zwar offiziell beendet. Durch die Beendigung des Tagebaubetriebes stieg der Grundwasserspiegel an. Am 7. November 1949 rutschten dann ca. 350 Meter der Bahnstrecke Finsterwalde–Schipkau ca. 20 Meter in die Tiefe, was zu einer Unterbrechung der Bahnlinie führte. Diese musste daraufhin erst einmal provisorisch bis Anfang 1950 wieder aufgebaut werden.[3]
Braunkohle
Bei dieser Grube traute man sich als eine der ersten Gruben im Lausitzer Braunkohlerevier an den Abbau des 2. Lausitzer Flözes heran, was damals im Allgemeinen als Wagnis betrachtet wurde.[1.2] Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges wurde hauptsächlich Kohle aus dem 1. Lausitzer Flöz abgebaut. Nach dem Ende des Krieges wurde auch die Förderung des 2. Lausitzer Flözes in Angriff genommen.[2.3] Die geförderte Braunkohle wurde von der Ilse Bergbau AG an die naheliegende Brikettfabrik Brieske geliefert.[2.4]
Die Brikettfabrik in Brieske besaß zu der Zeit eine für die damalige Zeit sehr hohe Produktion in der Brikettfertigung.
Kohleabbau

Bereits 1908 wurde von der Ilse Bergbau AG der Abraum mit einer elektrischen Abraumbahn abgetragen, um die neu eingesetzten Bagger auch wirtschaftlich auszunutzen. Die Bahn wurde mit der 900 mm Spurweite gebaut und mit einer Spannung von 500 V betrieben. Die Abraummassen wurden mit zweiachsigen Holzkastenkipper abgefahren[1.1] und mussten von Hand auf speziell angelegten Hochkippen um Brieske entladen werden. Es existieren Fotos von 1920, die einen Zug mit 20 zweiachsigen Wagen mit je 5,3 m³ im Hörlitzer Feld zeigen.[4.1] Die Kohleförderung wurde aus den Gruben mittels Kettenbahnen vorgenommen.[2.1]
Nach der Auskohlung der Grube diente das Feld als Kippe für den Tagebau Sedlitz und die anderen Gruben der Gesellschaft.[1.1]
Orts- und Flächeninanspruchnahme
Weitere Nutzung nach Auskohlung
Das Briesker Feld diente nach Auskohlung vorrangig als Kippe für andere Tagebaue. Das Hörlitzer Feld wurde besonders zum Aufschluss für den Tagebau Meuro als Abraumbahn benützt.[2.5] Die Fläche der ehemaligen Bahnstrecke Finsterwalde–Schipkau–Senftenberg wurde bis Schipkau bis ca. 2000 von einer Bergbautraße in Anspruch genommen[2.6], heute durchläuft das Gebiet einzig die Klettwitzer Straße.
Das ehemalige Briesker Feld durchläuft heute die Bundesstraße 169.
Quellen und Literatur
- Dr.-Ing. Otto Gold: Der Aufschluß von Braunkohletagebauen, Verlag Wilhelm Knapp, Halle, 1952, S. 127–137
- Holger Neumann, Matthias Fiedler: Der Tagebau Meuro und die Kohlebahnen um Senftenberg, Herdam Verlag, Quedlinburg-Gernrode, ISBN 978-3-933178-49-7
- Andreas Schild: Die Geschichte der Eisenbahn im Braunkohlenrevier der Lausitz, Selbstverlag Andreas Schild, Cottbus, 2010
- Landschaften im Wandel – Lausitzer Seenland. Informationsbroschüre der LMBV. 12/2007