Grundlauf

Hohlraum From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Grundlauf wird der unterhalb des Kammerbodens einer Kammerschleuse befindliche Hohlraum bezeichnet, der als rechteckiger Kanal mit großer Querschnittsfläche zum Befüllen und Entleeren der Schleusenkammer genutzt wird. Der auch „Druckkammer“ genannte Hohlraum erstreckt sich über die gesamte Grundfläche der Schleusenkammer, wodurch die Sohlplatte mehrere Meter dick werden kann. Speziell ausgebildete Verbindungen zwischen Grundlauf und Kammer sorgen für eine gleichmäßige Druckverteilung und ermöglichen das ruhige Heben und Senken der Schiffe in der Schleuse.[1] Umlaufkanäle an beiden Schleusenhäuptern besitzen Verbindungen zu den Vorhäfen, um das zur Schleusung benötigte Wasser in den Grundlauf zu übernehmen bzw. zurückzugeben.

Schleusenquerschnitt Kammerschleuse mit Grundlauf

Beispiele

Die 2006 in Betrieb genommene Schleuse Uelzen II besitzt bei 190 m Kammerlänge einen Grundlauf, der 200 m lang, 10 m breit und 3,25 m hoch ist. Längskanäle mit 2 m Breite und 3,25 m Höhe verbinden diesen mit dem Ober- sowie dem Unterwasser. Die Füllung der Schleusenkammer erfolgt über 336 kreisrunde Fülldüsen mit 30 cm Durchmesser, die zwischen Kammer und Grundlauf angeordnet sind.[2]

Die 2008 in Betrieb genommene Südschleuse an der Fallstufe Sülfeld mit einer Kammerlänge von 225 m besitzt einen 140 m langen Grundlauf, der 2 m hoch und 9,5 m breit ist. Insgesamt ist die Konstruktion fünf Meter stark. 340 Stichkanäle im Bereich des Grundlaufs sorgen für die gleichmäßige Schleusenfüllung.[3]

Bei der seit 2017 in Betrieb stehenden Weserschleuse Minden hat die Kammer eine Länge von rund 140 m und der Grundlauf eine Länge von 128 m, eine Breite von 9,50 m und eine Höhe von 1,80 m. Insgesamt ist die Schleusensohle damit fünf Meter dick. Die zylindrisch geformten Fülldüsen in der Grundlaufdecke mit einem Durchmesser von 30 cm verbinden Grundlauf und Schleusenkammer, die durch ihre Anordnung im Boden eine gleichmäßige Befüllung und Entleerung der Schleusenkammer gewährleisten. Jeweils zwei Umlaufkanäle in den Schleusenhäuptern bilden die Verbindung in die Vorhäfen und mit jeweils zwei Verbindungskanälen ist jedes der Sparbecken am Grundlauf angeschlossen. An allen Verbindungen wird des Öffnen und Schließen der Kanäle über Schütze geregelt.[4]

Literatur

  • Rolf Meurer: Wasserbau und Wasserwirtschaft in Deutschland. Springer Verlag, Berlin 2000, ISBN 978-3-322-80214-9.
  • DIN 4054: Verkehrswasserbau; Begriffe. Beuth, Berlin September 1977.
  • DIN 19703: Schleusen der Binnenschifffahrtsstraßen – Grundsätze für Abmessungen und Ausrüstung. Beuth, Berlin 2014.

Einzelnachweise

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