Guapimirim

Gemeinde im Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien From Wikipedia, the free encyclopedia

Guapimirim ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Rio de Janeiro im Südosten des Landes. Sie gehört zur Metropolregion Rio de Janeiro bzw. der Region Baixada Fluminense und liegt am Fuß der Serra dos Órgãos. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 54.300 geschätzt.[3]

Gründung21. Dezember 1990 (Munizip)[1]Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Schnelle Fakten Município de Guapimirim, Symbole ...
Município de Guapimirim
Guapimirim

Berg „Dedo de Deus“ in der Serra dos Órgãos
Guapimirim (Brasilien)
Guapimirim (Brasilien)
Guapimirim
Koordinaten 22° 32′ S, 42° 59′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Rio de Janeiro
Symbole
Wappen
Flagge
Gründung 21. Dezember 1990 (Munizip)[1]Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Rio de Janeiro
Região intermediária Rio de Janeiro (seit 2017)
Região imediata Rio de Janeiro (seit 2017)
Metropolregion Rio de Janeiro
Höhe 48 m
Gewässer Rio Guapi-Macacu
Klima tropisches Klima
Fläche 358,4 km²
Einwohner 54.311 (2025[2])
Dichte 151,5 Ew./km²
Zeitzone UTC−3
Website www.guapimirim.rj.gov.br (brasilianisches Portugiesisch)
Wirtschaft
BIP 1.589.983 Tsd. R$
30.756 R$ pro Kopf
(2023)
HDI 0,724 (2010)
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Geografie und Klima

Guapimirim liegt im Nordosten des Bundesstaates Rio de Janeiro auf einer Höhe von etwa 48 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet des Rio Guapi-Macacu und grenzt an die Guanabara-Bucht. Ein großer Teil des Gemeindegebiets ist von Schutzgebieten bedeckt, darunter Teile des Parque Nacional da Serra dos Órgãos, wo sich die berühmteste Sehenswürdigkeit der Gemeinde, der Dedo de Deus, befindet.

Das Klima ist tropisch mit hohen Temperaturen und relativ hohen Niederschlägen. Die Durchschnittstemperaturen liegen meist zwischen 22 und 34 °C.[4] Die Vegetation gehört zur Mata Atlântica und weist eine hohe Biodiversität auf. Teile des geschützten Waldgebietes Mosaico da Mata Atlântica Central Fluminense befinden sich auf der Gemeindefläche.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Guapimirim war bis ins 17. Jahrhundert von indigenen Gruppen bewohnt.[5] Mit der portugiesischen Kolonisation wurde die Region erschlossen, wobei der Fluss Guapi-Mirim eine wichtige Rolle als Verkehrsweg spielte.

1674 entstand eine erste Siedlung unter dem Namen „Nossa Senhora d’Ajuda de Aguapeí Mirim“, die als Zwischenstation auf den Handelsrouten in Richtung Minas Gerais diente.[5] Während des Goldrauschs gewann die Region als Durchgangsgebiet zusätzliche Bedeutung.

Am 11. Januar 1755 wurde per königlichem Dekret ein Distrikt unter dem Namen Guapimirim gegründet. Administrativ blieb das Gebiet lange Zeit Magé unterstellt.[5]

Ein entscheidender Entwicklungsschub erfolgte im 20. Jahrhundert mit dem Ausbau der Infrastruktur, insbesondere durch die Errichtung einer Eisenbahnverbindung und der Station Guapimirim im Jahr 1926, wodurch der Transport von Gütern und Personen erleichtert wurde und die heutige Siedlung entstand und um den Bahnhof.[5]

Die administrative Eigenständigkeit wurde schließlich durch ein Gesetz vom 21. Dezember 1990 erreicht, mit dem Guapimirim aus dem Munizip Magé ausgegliedert wurde; die Installation der neuen Gemeindeverwaltung erfolgte 1993.[5]

Demografie

Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 54.300 Personen geschätzt.[3] Die Bevölkerung ist überwiegend urban geprägt, wobei sich die Siedlungsstruktur entlang der Verkehrsachsen konzentriert. Ethnisch waren 2022 knapp 46,2 % der Bevölkerung Pardos (Farbige), 36,5 % waren Weiße und 17,3 % waren Schwarze (Afrobrasilianer).[6]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1991 28.076
2000 37.952
2010 51.233
2022 51.696
Volkszählungen
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Wirtschaft

Die Wirtschaft von Guapimirim basiert auf Dienstleistungen, Tourismus und kleineren landwirtschaftlichen Betrieben. Die Nähe zu Rio de Janeiro begünstigt Pendlerbewegungen. Eine wichtige Rolle spielt der Naturtourismus, insbesondere durch den Nationalpark Serra dos Órgãos sowie zahlreiche Natürschönheiten und Wandergebiete.

Religion

Guapimirim gehört zum römisch-katholischen Bistum Petrópolis. Neben der katholischen Kirche sind auch protestantisch-freikirchliche Gemeinden vertreten.

Commons: Guapimirim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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