Guiço

Suco in Osttimor From Wikipedia, the free encyclopedia

Guiço (Guico, Cuico) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Loes (Gemeinde Liquiçá). Bis zum 1. Januar 2024 gehörte der Suco zum Verwaltungsamt Maubara.[3]

Schnelle Fakten Daten ...
Guiço
Daten
Fläche 34,26 km²[1]
Einwohnerzahl 2.104 (2022)[2]
Chefe de Suco Guinaldo Brites
(Wahl 2023)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Caicassavou 686
Irlelo 433
Mau-Uno 319
Pandevou 297
Vatu-Vei 248
Der Suco Guiço
Irlelo (Osttimor)
Irlelo (Osttimor)
Irlelo
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Geographie

Schnelle Fakten Orte, Position ...
Guiço
Orte Position[4] Höhe
Caicassavou  44′ 6″ S, 125° 11′ 34″ O 57 m
Ermeta  42′ 37″ S, 125° 10′ 59″ O 192 m
Goulete  44′ 29″ S, 125° 10′ 48″ O 35 m
Irlelo  44′ 18″ S, 125° 9′ 52″ O 42 m
Pandevou  42′ 6″ S, 125° 11′ 3″ O 249 m
Raimeda  44′ 3″ S, 125° 11′ 20″ O 51 m
Vatu-Vei  43′ 7″ S, 125° 10′ 32″ O 130 m
Name unbekannt (1)  44′ 8″ S, 125° 10′ 51″ O 51 m
Name unbekannt (2)  42′ 15″ S, 125° 11′ 51″ O 213 m
Name unbekannt (3)  41′ 48″ S, 125° 12′ 9″ O 247 m
Name unbekannt (4)  41′ 1″ S, 125° 11′ 28″ O 617 m
Name unbekannt (5)  40′ 25″ S, 125° 11′ 25″ O 931 m
Name unbekannt (6)  40′ 9″ S, 125° 11′ 20″ O 1000 m
Name unbekannt (7)  40′ 13″ S, 125° 11′ 39″ O 777 m
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In Guiço

Guiço liegt im Westen der Gemeinde Liquiçá und bildet den Mittelteil des Verwaltungsamts Loes. Östlich befindet sich der Suco Lissadila. Im Norden grenzt Guiço an den Suco Maubaralissa und im Westen an den Suco Gugleur, die zum Verwaltungsamt Maubara gehören. Im Süden grenzt Guiço an das zur Gemeinde Bobonaro gehörende Verwaltungsamt Atabae mit den Sucos Rairobo und Atabae und im Südosten an das zur Gemeinde Ermera gehörende Verwaltungsamt Hatulia mit seinem Suco Aculau.[5][6] Der Lóis, einer der größten Flüsse Timors, bildet den Großteil der Südgrenze von Guiço. Ein kleines Gebiet im Südosten wird vom restlichen Suco abgetrennt durch einen fast trockenen Seitenarm des Gleno, einem Nebenfluss des Lóis. Ein Zufluss des Gleno ist an der Ostgrenze der Dikasbata. Weiter nördlich fließt in den Dikasbata der Surine, der hier die Grenze zu Lissadila markiert.[6] Namentlich bekannte Erhebungen im Suco sind im Südwesten der Foho Daalaba (147 m, !491.2725865625.1613005Lage), der Foho Ebole (184 m, !491.2820225625.1629535Lage) und der Foho Vatukerbau (134 m, !491.2758175625.1765615Lage).[7]

Guiço hat eine Fläche von 34,26 km²[1] und teilt sich in die fünf Aldeias Caicassavou (Kaikasa Vou), Irlelo, Mau-Uno (Mauuno), Pandevou und Vatu-Vei (Vatuvei).[5][8]

Der Sitz des Sucos befindet sich im Dorf Irlelo im Südwesten von Guiço. Hier stehen außerdem ein Hospital und eine Grundschule. Durch den Ort und dem Süden von Guiço führt eine Überlandstraße, an der im Südosten die Dörfer Raimeda und Caicassavou liegen. Südlich der Überlandstraße befindet sich die Ortschaft Goulete. Im Zentrum des Sucos liegen die Dörfer Pandevou, Ermeta und Vatu-Vei.[5][6]

Einwohner

Auf dem Schulweg in Guiço

Im Suco lebten 2.104 Einwohner (2022), davon sind 1.063 Männer und 1.041 Frauen. Im Suco gibt es 358 Haushalte.[2] Über 96 % der Einwohner geben Tokodede als ihre Muttersprache an. Über 3 % sprechen Tetum Prasa und eine kleine Minderheit Mambai.[9]

Geschichte

Vertreter des Reiches von Irlelo, zusammen mit anderen Delegationen (um 1940)

Während der Revolte von Maubara 1893 wurden am 24. Juni 15 Weiler in Caicassavou von den Portugiesen niedergebrannt.[10.1]

Anfang des 20. Jahrhunderts gründete der Portugiese Leovigildo de Ladislau Mascarenhas Inglês in Guiço eine Kaffeeplantage. Er war 1901 als Republikaner nach Timor deportiert worden und hatte zunächst als Manager für die Sociedade Agrícola Pátria e Trabalho (SAPT) in Fatubessi gearbeitet, bevor er seinen eigenen Betrieb eröffnete. Da dieser nicht sehr ertragreich war, verkaufte er schon bald einen Teil seines Anteils und verpachtete den Rest an zwei weitere Portugiesen: José Joaquim Chaves (1877–1930) war um 1905 nach Timor deportiert worden und von Antonio José Brites (1876–1941) hieß es, er sei ein Analphabet und Abenteurer gewesen.[10.2] Inglês wurde 1912 getötet, als er Gefangene von Manufahi nach Dili brachte. Chaves erwarb bis 1915 noch weiteres Land, erst in Ermera, dann in Maubara und in Boibau. Er heiratete eine Timoresin.[10.3]

Während der japanischen Besetzung Timors (1942–1945) wurden Timoresen in Maubara zur Zwangsarbeit herangezogen und mussten in Guiço Reisfelder und Bewässerungen anlegen.[10.4]

1967 wandten sich Dorfbewohner in Guico an einen katholischen Priester vor Ort. Sie protestierten gegen die Zwangsarbeit auf den Kaffeeplantagen. Der Fall gelangte bis zu Bischof José Joaquim Ribeiro, der den Anführern der Gruppe eine Kopie der portugiesischen Verfassung aushändigte, damit sie ihre Rechte kannten, und der angeblich sagte, die Dekolonisierung könne nicht ewig hinausgezögert werden.[10.5]

Nach der Einnahme des Ortes Maubaras am 15. September 1975 durch die FRETILIN, suchten Kämpfer im gesamten Verwaltungsamt nach Anhängern der UDT. Eine Patrouille der FRETILIN, unter Führung von Leonardo Alves (Kampfname Ramahana), vergewaltigte in Guiço Frauen, erschoss Nutzvieh und stahl anderes Eigentum, ohne auf eine Parteizugehörigkeit der Opfer zu achten.[10.6]

Indonesien marschierte 1975 in Osttimor ein und hielt es bis 1999 besetzt. Ende 1979 gab es in Irlelo ein sogenanntes Transit Camp, in dem die Besatzer osttimoresische Zivilisten internierten.[11]

Im April 1977 fiel die FRETILIN-Basis in Atabae, weswegen viele Timoresen in andere Orte flohen. In Guiço befahl der FRETIILIN-Kommandant drei Männer zu verhaften. Es gab das falsche Gerücht, Lacu Ana, Mateus und Mau Busa wollten sich den Indonesiern ergeben. Obwohl die Verhöre den Verdacht nicht bestätigten, wurden die drei Männer hingerichtet.[12.1]

1999 versuchten pro-indonesische Milizen (Wanra) die Stimmung vor dem Unabhängigkeitsreferendum am 30. August mit Gewalt zu beeinflussen. Vor allem im damaligen Subdistrikt Maubara zwangsrekrutierte die Besi Merah Putih (BMP). Insgesamt viermal griff die BMP im Januar und Februar 1999 Guiço an,[10.5] unter anderem am 15. und 23. Februar.[11] Unterstützung für die Überfälle kam für die BMP von Soldaten des 143. und des 144. indonesischen Bataillons.[10.5]

José Afat, der Camat (Administrator) von Maubara schoss bei einer Dorfversammlung in Guiço am 23. Februar selbst in die Menschenmenge. Dabei gab es Tote und Verletzte.[13.1] Flüchtlinge berichteten, dass in dem Suco alle 400 Familien ihre Häuser und die Ernte verloren hätten. Bis zu 2500 Einwohner Guiços flohen nach Sare (Gemeinde Ermera), wo auch Flüchtlinge aus anderen Sucos eintrafen. Sie blieben dort bis zum Eintreffen der INTERFET im September 1999.[11]

Der erste Stein des Sitzes des Verwaltungsamtes Loes wurde am 14. Juni 2023 in Matu im Suco Guiço gelegt.[14]

Politik

1952 war Mau Buça Chefe de Suco von Guiço und Lissadila. Er war von den Portugiesen eingesetzt worden.[15] Von Guiço war 1964 Mau Bira Chefe de Suco.[16]

1995 wurde José Lino dos Reis von den Indonesiern als Chefe de Suco eingesetzt, ein Nachkomme von Buru Bara, dem Getreuen von Maubute, dem Rebellen gegen die Portugiesen.[10.7]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Liberato de Araújo Nunes zum Chefe de Suco gewählt[17] und 2009 und 2016 in seinem Amt bestätigt.[18] 2023 gewann Guinaldo Brites.[19]

Persönlichkeiten

Commons: Guiço – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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