Gunter Falk

österreichischer Soziologe und Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Gunter Falk (* 26. Oktober 1942 in Graz, Steiermark; † 25. Dezember 1983 ebenda) war ein österreichischer Schriftsteller und Soziologe.

Gunter Falk (undatiert)

Leben

Aus kleinbürgerlichem, bildungsfernen Elternhaus stammend, absolvierte Gunter Falk, mit Unterstützung durch emanzipiertere weibliche Verwandte, an der Grazer Universität erfolgreich ein Universitätsstudium. Gleichwohl niemals die Traumata der Kindheit, Weltkriegs und nachfolgender Gesellschafts- und moralischer Ordnung überwindend, studierte er erfolgreich in den Fächern der Soziologie, Biologie, Mathematik und Philosophie. Er promovierte 1976 als Dr. phil. in Soziologie in Graz, habilitierte sich dort 1980. Nach einer Anstellung als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Soziologie der Hochschule für Welthandel in Wien war er von 1969 bis zu seinem Tod als Universitätsassistent an der Universität Graz am Institut für Soziologie beschäftigt.

In dieser Funktion wirkte er als Erneuerer, der etwa die poststrukturalistische Theorie mit in den Diskurs der Universität einbrachte. Seine Vorlesungen zu Devianzverhalten, Bildungskonventionenen, u. dgl. galten als äußerst unkonventionell und imp

Zugleich arbeitete er zeitlebens als Schriftsteller und gehörte zu den Mitgliedern des forum stadtpark und der Grazer Gruppe, als deren 'intellektueller Motor' er bezeichnet wird. Ästhetisch stand er mehr in der Tradition der Wiener Gruppe und suchte konsequent nicht nach marktkompatiblen, sondern neuen Formen der Poetik.

Falk, dessen Leben nicht nur in Literatur und soziologischer Forschung von Devianz und Alkoholabhängigkeit geprägt war, verstarb kurz nach einer letzten Lesung im forum stadtpark in der Nacht des 24. Dezember 1983 an einem Aneurysma.

Er hinterließ zahlreiche unveröffentlichte Schriften zu soziologischen und kulturtheoretischen Themen.

Veröffentlichungen

  • Der Pfau ist ein stolzes Tier. Verlag Hagar, Brühl, 1965
  • Die Würfel in manchen Sätzen. Alle Texte 1961–1977 in zur Chronologie umgekehrter Reihenfolge. Klaus Ramm, Spenge 1977, ISBN 3-921917-06-9.
  • Die dunkle Seite des Würfels. Alle Texte 1977–1983 in zur Chronologie umgekehrter Reihenfolge. Klaus Ramm, Spenge 1983, ISBN 3-921917-13-1.
  • worte waren einmal menschen. Alle poetischen Texte. hrsg. von Günter Eichberger, Ritter Verlag, Klagenfurt 2015 (posthum), ISBN 978-3-85415-524-9.
  • Vom Verschwinden des Autors. Essays und Kritiken. Ritter Verlag, Klagenfurt 2022, ISBN 978-3-85415-625-3.

Wissenschaftliche Arbeiten (Auswahl)

  • Spielsysteme und Spielverhalten. Phil. Diss. Graz 1966.
  • Bildungsprozesse, Privilegien und Biografien. Habil.schr. Graz 1980.

Auszeichnungen

Literatur

  • Daniela Bartens, Klaus Kastberger (Hrsg.): DOSSIER extra: Gunter Falk Mit 2 CDs aus »Die dunkle Seite des Würfels«: »Texte und Jazz« mit Gunter Falk und den Neighbours. Droschl, Graz 2000, ISBN 3-85420-544-9.

Einzelnachweise

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