Gustav Reineking

deutscher Parteifunktionär (NSDAP) From Wikipedia, the free encyclopedia

Gustav Reineking (* 9. September 1900 in Silixen; ⚔ Anfang April 1945 im Raum Rinteln) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).

Leben

Gustav Reineking war ein Sohn des Zieglers Heinrich Wilhelm Reineking und erlernte nach seiner Schulausbildung den Beruf des Korbmachers. Er musste Kriegsdienst im Jägerbataillon Nr. 7 leisten, kehrte in seinen Beruf zurück und engagierte sich politisch.

Zum 1. Dezember 1930 trat er in Krankenhagen in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 379.502)[1] und gehörte zu den Gründern der Ortsgruppe. Ab 1931 war er Kreisleiter im südlichen Teil der Grafschaft Schaumburg und ab dem 1. Oktober 1932 leitete er den gesamten Landkreis Grafschaft Schaumburg. Im selben Jahr kandidierte er für den Preußischen Landtag und für den Reichstag. In der „Liste des Führers zur Wahl des Großdeutschen Reichstages am 10.4.1938“ stand er auf Platz 1420[2]. Von August 1935 an übernahm er das Amt des Gauorganisationsleiters in Münster und war auch Gauredner.

Im Rahmen des Vierjahresplans war er Gaubeauftragter für die Altmaterialerfassung und von März 1938 an NSDAP-Kreisleiter in Bielefeld-Halle (zusammengelegt aus Bielefeld-Stadt, Bielefeld-Land und Halle)[3], bis er im Mai 1940 zur Wehrmacht eingezogen wurde. Nach kurzer Zeit kehrte er im November 1940 nach Bielefeld zurück und wurde in dieser Zeit durch Karl Heidemann vertreten. Im Mai 1941 musste er wieder zur Wehrmacht, diesmal bis Februar 1944, als er erneut nach Bielefeld zurückkam und bis zum Kriegsende im Amt blieb. Reineking war „Verteidigungskommissar“ und hatte außer Durchhalteparolen nichts zu bieten[4]. Am 3. April 1945 befahl er die standrechtliche Erschießung des Brackweder Bürgermeisters Hermann Bitter, der eine Panzersperre vor den anrückenden Amerikanern öffnen lassen wollte, um Brackwede kampflos zu übergeben[5]. Aller Wahrscheinlichkeit nach starb Reineking Anfang April in den Luhdener Klippen nahe Rinteln bei den letzten Kämpfen gegen die Amerikaner[6]. Nach einem Bericht des Westfalen-Blatts vom 4. April 2020 zog sich Reineking schwerst verletzt in den Klippenturm zurück. Die heranrückenden Amerikaner nahmen die (unverletzten) Turminsassen gefangen, die Verletzten mussten vor dem Klippenturm antreten. Dabei sackte er zusammen und als alle abgeführt werden sollten, wurde Reineking mit einem Schuss getötet[7].

Beim Landgericht Bielefeld wurde am 8. September 1947 eine Voruntersuchung eingeleitet, um den Vorwurf „Brandstiftung an der Bielefelder Synagoge“ zu klären. Das Verfahren wurde mangels an Beweisen und wegen des unbekannten Aufenthalts Reinekings eingestellt.

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 182 (Digitalisat)

Einzelnachweise

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