Gustav Resatz

österreichischer Bildhauer From Wikipedia, the free encyclopedia

Gustav Resatz (* 28. Juni 1903 in Wien; † 17. November 1962 in Salzburg[1]) war ein österreichischer Bildhauer.

Leben

Kriegerdenkmal in Lend (1950)

Gustav Resatz wurde am 28. Juni 1903 in Wien als Sohn des Schneidermeisters Franz Resatz und der Marie Resatz, geborene Kheiel, geboren. Von 1909 bis 1914 besuchte er die Volksschule, von 1914 bis 1919 die fünfjährige Realschule. Danach absolvierte er vier Jahre an der Staatsgewerbeschule chemisch technischer Richtung, der heutigen HBLVA Rosensteingasse. Im Anschluss an die Matura war Resatz drei Monate als Färbereichemiker tätig, ehe er sich für Kurse an der Kunstgewerbeschule bei Anton Hanak einschrieb.[2] Im Jahr 1924 kehrte er nach Wien zurück, wo er seine Laufbahn als freischaffender Künstler begann.

Zum 1. Juni 1931 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 510.508).[3]

Im Sommer 1942 berichtete Das kleine Volksblatt, dass Resatz von der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ der Gauleitung Wien in Verbindung mit dem Kulturamt der Stadt Wien „mit der Führung eines ‚Arbeitskreises für das Handpuppenspiel‘ betraut“ worden sei.

Im Jahr 1942 wurde Gustav Resatz zur Polizeireserve eingezogen.

Im selben Jahr beauftragte ihn Hans Hafner, der damalige Bürgermeister von Gloggnitz, eine Kunstschule aufzubauen und zu leiten. Ziel der Neugründung der „Werkschule Gloggnitz“ war vor allem die Wiedereingliederung von Kriegsversehrten in den Arbeitsprozess, in diesem Fall für die Herstellung von kunstgewerblichen Gegenständen, wobei sowohl auf das Künstlerische als auch auf das Handwerkliche Wert gelegt wurde.

Am 1. April 1945 wurde die Schule während Kriegshandlungen durch einen Brand völlig vernichtet. Resatz und seine Familie verloren dabei allen Besitz. Weiters gingen bei dem Brand eine Sammlung seiner Werke, darunter kostbare Elfenbeinfiguren und überlebensgroße Holzplastiken, sowie sämtliche Manuskripte, verloren.

Gustav Resatz flüchtete Anfang April 1945 gemeinsam mit seiner schwangeren Ehefrau Luise, einer aus Holstein stammenden Märchenschriftstellerin, und den drei Kindern vor der heranrückenden Roten Armee in den Westen Österreichs, er meldete sich behördlich am 1. September 1945 in Kramsach in Tirol an. Am 29. März 1946 gab er bei der dortigen Gemeinde das Meldeblatt zur Registrierung der Nationalsozialisten ab, in dem er angab, von „Juni 1939“ bis „zum Zusammenbruch“ Mitglied der NSDAP gewesen zu sein.[4]

Ehrung

Nach Resatz wurde am 29. September 1971 durch einstimmigen Beschluss des Salzburger Gemeinderats die Resatzstraße im Salzburger Stadtteil Aigen benannt.

Die Salzburger „Straßennamen-Kommission“ stufte in ihrem 2021 veröffentlichten Abschlussbericht die Resatzstraße als eine von 13 Straßen in die höchste Kategorie jener Straßen ein, bezüglich derer eine Umbenennung aufgrund nationalsozialistischer Verstrickungen der Namensgeber empfohlen wird.[5]

Werke

Bildhauerei (Auswahl)

Schriften (Auswahl)

  • Wiedergeburt oder Untergang der bildenden Kunst. Bartelt, Wien 1936.
  • Kasperl-Geheimnisse. Ertl Verlag, Wien 1942.
  • Volkskunst im Aufbruch. Die geistigen und künstlerischen Grundlagen der Werkschule Gloggnitz (= Niederdonau. Ahnengau des Führers. Schriftenreihe für Heimat und Volk, Heft 89/90). St. Pöltner Zeitungs-Verlag, St. Pölten 1943.
  • Kasperl-Geheimnisse. Bearbeitet von Siegfried Hornauer. Fährmann Verlag, Wien 1949 (überarbeitete Neuauflage).
Commons: Gustav Resatz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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