Gustav Soyter

1921-1927 PD an der Universität Würzburg, 1927-1936 Prof. an der Universität Würzburg, 1936-1945 Prof. an der Universität Leipzig, 1950 Lehrbeauftragter an der Universität Erlangen. - Buchbesitz: SLUB Dresden From Wikipedia, the free encyclopedia

Gustav Soyter (* 30. Januar 1883 in München; † 7. Mai 1965 ebenda) war ein deutscher Byzantinist und Neogräzist.

Leben

Nach dem Besuch des Ludwigsgymnasiums in München studierte er von 1902 bis 1907 Klassische Philologie, byzantinisch-neugriechische Philologie, Klassische Archäologie, Geschichte, deutsche Philologie und Philosophie an der Universität München. Während des Studiums wurde er Mitglied des Philologisch-Historischen Vereins München im Naumburger Kartellverband.[1] Nach dem Staatsexamen unterrichtete er von 1907 bis 1909 an der griechisch-deutschen Schule in Smyrna. Anschließend trat er in den bayerischen Schuldienst ein. 1909/10 war er Assistent am Maximiliansgymnasium in München. 1911 wurde er an der Universität München mit der Dissertation Untersuchungen zu den neugriechischen Sprachkomödien Babylonia von D. K. Byzantios und Korakistika von K. J. Rhizos promoviert. Während des Krieges war er 1916 bis 1918 als Dolmetscher in Görlitz eingesetzt. Ab 1919 war Soyter neben dem Schuldienst als unbesoldeter Lektor für Neugriechisch an der Universität Würzburg tätig und habilitierte sich dort 1921 für Mittel- und Neugriechische Philologie mit der Arbeit Das volkstümliche Distichon bei den Neugriechen. Ein Beitrag zur Kenntnis der neugriechischen Volksdichtung. Von 1921 bis 1927 lehrte er in Würzburg als Privatdozent für Mittel- und Neugriechische Philologie, von 1927 bis 1936 als nichtplanmäßiger außerordentlicher Professor für Mittel- und Neugriechische Philologie. Zum 1. Mai 1933 war er der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer 3.560.849).[2][3] Von 1936 bis 1945 war er außerordentlicher Professor für Byzantinische und Neugriechische Philologie an der Philologisch-Historischen Abteilung der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig. Hier war Johannes Irmscher sein Student. Seit 1950 war er Lehrbeauftragter an der Universität Erlangen und wurde dort 1959 als Extraordinarius emeritiert.[4]

Schriften (Auswahl)

  • Untersuchungen zu den neugriechischen Sprachkomödien Babylonia von D. K. Byzantios und Korakistika von K. J. Rhizos. Dissertation München 1912 (mit Lebenslauf; Digitalisat).
  • (Hrsg. und Übersetzer): Sprachlich und inhaltlich interessante Proben aus griechischen Zeitungen = Αξιόλογα αποσπάσματα εξ ελληνικών εφημερίδων. Verlags-Anstalt Görlitzer Nachrichten und Anzeiger, Görlitz 1917.
  • Byzantinische Geschichtsschreiber und Chronisten. Ausgewählte Texte mit Einleitung, kritischem Apparat und Kommentar (= Kommentierte griechische und lateinische Texte. Nr. 5). Carl Winter, Heidelberg 1929.
  • Byzantinische Dichtung. Ausgewählte Texte mit Einleitung, kritischem Apparat und Kommentar (= Kommentierte griechische und lateinische Texte. Nr. 6). Carl Winter, Heidelberg 1930.
  • Neugriechische Lieder, Disticha und Sprichwörter. Aus der von Haxthausen’schen Sammlung. Thessaloniki/Würzburg 1933.
  • Neugriechische Volkslieder, gesammelt von Werner von Haxthausen. Urtext und Übersetzung. Hrsg. Karl Schulte Kemminghausen und Gustav Soyter (= Veröffentlichungen der Annette von Droste-Gesellschaft Bd. 4). Aschendorff, Münster 1935.
  • Byzantinische Dichtung, eine Auswahl aus gelehrter und volkstümlicher Dichtung vom 4. bis 15. Jahrhundert, griechisch und deutsch im Versmass der Urtexte. Athen 1938.
  • Byzanz und Neugriechenland (= Kriegsvorträge der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn am Rhein. Heft 63). Bonn 1941.
  • Grammatik und Lesebuch der neugriechischen Volks- und Schriftsprache. Harrossowitz, Leipzig 1944;
    • Teil 1: Grammatik der neugriechischen Volks- und Schriftsprache.
    • Teil 2: Neugriechenland. Volks- und schriftsprachliche Texte. Ausgewählt und durch Anmerkungen erläutert.
      • 3, revidierte Auflage. Harrossowitz, Wiesbaden 1955.
      • 6., revidierte Auflage Harrossowitz, Wiesbaden 1963, Nachdruck Wiesbaden 1976, 1978, ISBN 3-447-00886-5.
  • (Hrsg.): Byzantinische Quellen zur deutschen Geschichte. Schöningh, Paderborn 1951.
  • (Hrsg.): Germanen und Deutsche im Urteil byzantinischer Historiker. In getreuer deutscher Übersetzung mit Einleitung und einer Stammtafel. Schöningh, Paderborn 1953.
  • (Hrsg.): Griechischer Humor, von Homers Zeiten bis heute. Kulturgeschichtlich interessante Texte aus drei Jahrtausenden. De Gruyter, Berlin 1961.

Literatur

  • Johannes Irmscher: Gustav Soyter zum Gedächtnis. In: Jürgen Werner (Hrsg.): Griechenland – Ägäis – Zypern. Karl-Marx-Universität Leipzig, Leipzig 1987, S. 94–105.

Einzelnachweise

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