Gustave Botiaux

französischer Opernsänger From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Gustave Botiaux erhielt seine Gesangsausbildung am Pariser Konservatorium und gewann 1954 den 1. Preis beim Nationalen Gesangswettbewerb in Cannes.[1][3] In der Saison 1955/56 debütierte er am Théâtre Royal de la Monnaie als Pinkerton in Madama Butterfly.[4] Ab der Saison 1956/57 sang er in Paris an der Grand Opéra und an der Opéra-Comique.[3][4] Nachdem er an der Pariser Oper anfangs nur in kleinen Partien (Bote in Samson et Dalila, Tierhändler in Der Rosenkavalier), eingesetzt worden war, übernahm er dort später mehrere Hauptrollen des lyrischen und lyrisch-dramatischen Tenorfachs, u. a. den Faust, den Herzog in Rigoletto, Cavaradossi in Tosca und Radamès in Aida.[3] Parallel zu seinen Auftritten in Paris trat er in Frankreich an der Opéra de Lyon, an der Opéra de Marseille, sowie an zahlreichen Provinztheatern, u. a. in Nancy, Bordeaux, Vichy, Avignon, Toulouse und Straßburg, auf.[4]

1961 gastierte er mit dem Ensemble der Grand Opéra in Japan, wo er als Don José in Carmen großen Erfolg hatte.[4] Er gastierte außerdem in Deutschland, in der Schweiz, in Italien, Nordafrika (Algier) und in der UdSSR (Riga, Leningrad).[4] Aufgrund einer schweren Krankheit musste er seine Karriere von 1964 bis 1968 unterbrechen.[3] Im Februar 1968 nahm er seine Karriere mit Aufführungen von Hérodiade in Aix-en-Provence und einer ORTF-Hörfunkübertragung derselben Oper wieder auf.[3] 1973 beendete er seine Bühnenlaufbahn und ließ sich im Département Ardèche nieder.[3]

Botiaux wurde insbesondere als Interpret des französischen Opernrepertoires geschätzt.[1][3] Zu seinen berühmtesten Rollen im französischen Fach gehörten neben dem Don José insbesondere Jean in Hérodiade, Vasco da Gama in Die Afrikanerin und die Titelrolle in Sigurd.[1][3] Er besaß eine „große und leuchtende Tenorstimme, kraftvoll und durchschlagend“.[3] Seine Rolleninterpretationen zeichneten sich durch einen „Stimmton seltener Klangschönheit“ und durch eine „hochintelligente, rollengestaltende Phrasierung“ aus.[3] Zu seinen Bühnenpartnern und -parterinnen gehörten u. a. Martina Arroyo, Régine Crespin, Andréa Guiot, Hélia T'Hézan, Rita Gorr, Ernest Blanc, Robert Massard und Michel Trempont.

Botiaux nahm mehrere Recitals auf, in denen er Ausschnitte aus Opern von Gaetano Donizetti, Charles Gounod, Jules Massenet, Giacomo Puccini, Giuseppe Verdi und Ernest Reyer sang.[4] Außerdem existieren verschiedene Hörfunkmitschnitte, die seine Stimme dokumentieren. Botiaux war mit der Sopranistin Jacqueline Silvy (* Aix-en-Provence, 21. August 1924; † 31. Oktober 2024) verheiratet.[1][3][5][6] Er starb im Dezember 2025 im Alter von 99 Jahren.[7]

Rollenrepertoire (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

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