Göritz

Gemeinde im Landkreis Uckermark in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Göritz ist eine amtsangehörige Gemeinde im äußersten Norden des Landkreises Uckermark in Brandenburg. Sie wird vom Amt Brüssow (Uckermark) mit Sitz in der Stadt Brüssow verwaltet.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Göritz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Göritz hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 24′ N, 13° 55′ O
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Brüssow (Uckermark)
Höhe: 37 m ü. NHN
Fläche: 25,55 km²
Einwohner: 788 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17291
Vorwahl: 039851
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 216
Adresse der Amtsverwaltung: Prenzlauer Straße 8
17326 Brüssow
Website: www.amt-bruessow.de
Bürgermeister: Daniel Manke
Lage der Gemeinde Göritz im Landkreis Uckermark
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Geografie

Die Gemeinde Göritz liegt am flachen Hang einer Endmoräne, die sich in Nord-Süd-Richtung am Ostufer der Ucker hinzieht. Die nördliche Nachbargemeinde Nieden gehört zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, der südlich anschließende Ort Dauer ist ein Ortsteil der Kreisstadt Prenzlau.

Gemeindegliederung

Zu Göritz gehören die bewohnten Gemeindeteile Göritz, Malchow und Tornow sowie der Wohnplatz Ausbau.[2]

Geschichte

Das heutige Gemeindegebiet von Göritz wurde bereits in der Steinzeit um 2000 v. Chr. besiedelt. Ein Überbleibsel aus der sich anschließenden Bronzezeit, ein so genannter Schalenstein, ist auf der Flur „Hopps Qual“ nahe dem Gootskamp zu finden. Nach der Zeitwende ließen sich auf dem Gebiet zunächst die Germanen nieder, belegt durch Funde von Tonscherben, an deren Stelle im 6. und 7. Jahrhundert die Slawen traten. Die erste Kirche entstand um 1250, noch vor der ersten urkundlichen Erwähnung von Göritz am 11. Juni 1346.

Rittergut Göritz (19. Jh.), 1862/63 nach Alexander Duncker, Wohnsitz der Herren von Wedel

Vom 12. bis 15. Jahrhundert geriet der Ort unter deutschen Einfluss. Nach dem Disput zwischen Pommern, Brandenburgern und Mecklenburgern um den Besitz der Uckermark wurde 1440 bei Göritz ein Vertrag zwischen Pommernherzögen und Brandenburger Markgrafen geschlossen. Während der Auseinandersetzungen um die Uckermark zogen vermehrt deutsche Einwohner in die Umgebung von Göritz, das sich in dieser Zeit als Straßen- und Angerdorf in seinen heutigen Grundstrukturen herausbildete. In den sich anschließenden Jahrhunderten wechselten die Göritzer Güter häufig ihren Besitzer, bevor der Adel zunehmend an Einfluss gewann. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Ortschaft zeitweilig zur Wüstung. Anschließend entwickelte sich ein kleiner Rittersitz, wenn auch als Pertinenz vom benachbarten Malchow. Hier wirkte lange die Familie von Wedel. Der bekannteste Vertreter des Adelsgeschlecht als Gutsherr auf Göritz war der Kriegsminister Karl (Carl) Heinrich von Wedel (1712–1782), königlich preußischer Generalleutnant. Um 1857 hatte Oberstleutnant a. D. Karl von Wedel (1828–1877), verheiratet mit Valeska von Prittwitz und Gaffron, nach alten Matrikeln 2800 Morgen in Göritz.[3] Er besaß ebenso das Gut Dauer. Ähnlich erfolgreich aus dieser Familienlinie Malchow-Göritz, Hasso von Wedel (1859–1935), Träger des berühmten Ordens pour le mérite. Letzter Grundbesitzer war der gleichnamige Sohn Hasso von Wedel (1892–1956),[4] bis zur Bodenreform. Er hatte aus den Zeiten der Wirtschaftskrise nur noch das Restgut Edelhof des Magnus von Wedel geerbt. Das eigentliche Rittergut Göritz mit 700 ha gehörte der Landgesellschaft „Eigene Scholle“ aus Frankfurt a. d. Oder.[5]

In der DDR entstand 1952 die erste LPG in Göritz, der 1960 eine weitere folgte.

Verwaltungsgeschichte

Göritz gehörte seit 1817 zum Kreis Prenzlau in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Prenzlau im DDR-Bezirk Neubrandenburg. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Uckermark.

Zu Gebietsveränderungen kam es 1928, als die Ortschaft Malchow in die Gemeinde Göritz eingegliedert wurde, und bei der Eingemeindung von Tornow 1982.

Göritz gehörte von 1992 bis 2001 zum Amt Prenzlau-Land und wechselte mit Wirkung zum 1. November 2001 zum Amt Brüssow (Uckermark).[6]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1875654
1890565
1910695
1925638
1933783
1939695
Jahr Einwohner
19461.170
19501.187
19640856
19710837
19810822
19850947
Jahr Einwohner
1990943
1995932
2000928
2005836
2010804
2015780
Jahr Einwohner
2020801
2021781
2022790
2023789
2024788
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[7][8][9] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Göritz besteht aus sieben Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl Brandenburg 2024 führte zu folgendem Ergebnis:[10]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil ...
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze
Wählergruppe Feuerwehr Göritz (Steffen Neuse) 017,3 % 1
Einzelbewerber Manke 16,7 % 1
Einzelbewerberin Dajana Grundmann 16,2 % 1
Einzelbewerber Daniel Pohl 9,4 % 1
Einzelbewerber Runge 8,9 % 1
Einzelbewerber Klaus-Dieter Herholz 06,7 % 1
Einzelbewerber Marco Koch 05,9 % 1
Einzelbewerber Christoph Ninnemann 5,2 %
Einzelbewerber Heiko Sonnenberg 04,7 %
Die Linke 04,1 %
Einzelbewerber Thomas Lehmann 03,9 %
Einzelbewerber Bertram 01,0 %
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Bürgermeister

  • 1998–2014: Karla Schmidt[11]
  • 2014–2024: Daniel Pohl[12]
  • seit 2024: Daniel Manke

Manke wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 82,9 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt.[13]

Wappen

Wappen von Göritz
Wappen von Göritz
Blasonierung: „Geviert von Schwarz und Silber; Feld 2: ein schwarzes Kammrad, dessen vier Speichen von einem Männerrumpf mit gold-gegürtetem, schwarz-rot gespaltenem Mantel und breitkrempigen Hut mit goldener Hutschnur überdeckt werden, Feld 3: drei durch goldene Stiele verbundene, schwarz-rot gespaltene Lindenblätter (2:1).“[14]

Das Wappen wurde am 9. Januar 1997 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Göritz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Dorfkirche Malchow

Die Dorfkirche Malchow ist eine frühgotische Feldsteinkirche mit einem geraden Chor und einem Satteldach. Sie entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. 1731 baute die Kirchengemeinde den Turm an. 1958 feierte man den letzten Gottesdienst, danach stand die Kirche leer. 2004 erfolgte eine Notsicherung, da das Bauwerk einzustürzen drohte.[15] Einen Teil der Ausstattung brachte man in die Dorfkirche Göritz, weitere Ausstattung wie ein Taufengel wurde auf dem Dachboden eines Pfarrhauses deponiert. In den Jahren 2010 bis 2012 fanden mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz umfangreiche Sanierungsarbeiten statt.[16] Dabei legte man an der Nord- und Südseite des Kirchenschiffs Fresken frei.[17]

Verkehr

Göritz liegt an der Bundesstraße 109 zwischen Prenzlau und Pasewalk.

Der nächstgelegene Bahnhof ist Nechlin (Ortsteil der Gemeinde Uckerland) an der Bahnstrecke Berlin–Angermünde–Stralsund.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Göritz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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