Hack (Computerspiel)
Computerspiel aus dem Jahr 1982
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Hack ist ein Rogue-ähnliches Computerspiel. Es stellt eine Erweiterung des genreprägenden Spiels Rogue von 1980 dar und bildet durch seine abweichenden Spielmechaniken das zeitlich erste Spiel des Untergenres Hack-like.
Andries Brouwer
| Hack | |
| Leitende Entwickler | Jay Fenlason Andries Brouwer |
|---|---|
| Veröffentlichung | 17. Dezember 1984 |
| Plattform | Atari ST, MS-DOS, PDP-11 |
| Genre | Rollenspiel |
| Medium | Diskette, Download |
| Sprache | Englisch |
| Aktuelle Version | 1.0.3 |
Handlung
Der Spieler muss das „Amulett von Yendor“ aus einem mehrere Ebenen tiefen Verlies bergen.
Spielprinzip
Die Spielwelt ist unterteilt in Level, die wie Stockwerke eines Hauses untereinander angeordnet und gleich groß sind. Jedes Level besteht aus prozedural generierten, rechteckigen Räumen, die untereinander durch Gänge verbunden sind.
Die Darstellung der Spielwelt erfolgt, wie bereits bei Rogue, mittels ASCII-Zeichen: Räume werden durch Linien und Punkte dargestellt, Gänge durch Rautezeichen (#) und Türen durch ein Pluszeichen (+). Ein @ zeigt die aktuelle Position der Spielfigur (Spielercharakter). Deren weitere Spielwerte, darunter etwa die Lebensenergie (Hp, für engl. hit points, dt.: Trefferpunkte), sind stets am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Die Steuerung der Spielfigur erfolgt mittels Tastatureingaben.
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Level 1 Hp 15(15) Ac 9 Str 16 Exp 1
Das Beispiel zeigt einige weitere Spielelemente: So steht $ für Geld, % für Essen irgendeiner Art, [ für eine Rüstung, < für eine Treppe und L für ein Monster, in diesem Fall einen Leprechaun.
Entwicklungs- und Veröffentlichungsgeschichte
Jay Fenlason war Schüler an der Lincoln-Sudbury Regional High School im US-amerikanischen Sudbury. Auf Einladung seines Informatiklehrers nahm er an einem Sommercamp an der San Francisco State University teil, das sein Lehrer leitete.[1] Dort kam er mit dem Spiel Rogue in Berührung. Zurück in Sudbury machte er sich daran, Rogue aus dem Gedächtnis nachzuprogrammieren und eigenen Vorstellungen anzupassen. Die allererste Version entstand in Logo auf einem Apple-II-Heimcomputer, dann portierte er sie in C auf die PDP-11/70, die Basis des Unix-Mainframe-Systems der Schule war.[2] Fenlason erhielt Unterstützung von seinen Mitschülern Kenny Woodland, Michael Thome und Jonathan Payne.[3] Die Gruppe erweiterte Gameplay-Mechanismen und verdoppelte die Anzahl unterschiedlicher Monster. Fenlason setzte das Spiel unter eine 3-Klausel-BSD-Lizenz.
Der am Mathematisch Centrum in Amsterdam (heute Centrum Wiskunde & Informatica) tätige, niederländische Mathematiker Andries Brouwer fand das Spiel im Internet auf einer USENIX-Seite - Fenlason hatte seinen Code im Rahmen einer USENIX-Konferenz zur Verfügung gestellt.[1] Brouwer erweiterte das Spiel stark. Er führte verschiedene Charakterklassen, begleitende Tiere und Läden als zusätzliche Spielelemente ein und erweiterte zudem die Liste an Monstern, Gegenständen und Zaubern. Am 17. Dezember 1984 veröffentlichte er die Version 1.0 in einer Newsgroup im Usenet. Das Spiel erwies sich als sehr populär; im Februar 1985 musste eine eigene Newsgroup dafür eingerichtet werden.[4] Der einrichtende Administrator war der Informatikprofessor und spätere Informationssicherheits-Pionier Gene Stafford. Brouwer setzte die Entwicklung fort und veröffentlichte am 23. Juli 1985 die finale Version 1.0.3., die etwa den dreifachen Umfang wie Fenlasons Ursprungsversion hatte.[3] In der Folge wurde der von Brouwer bereitgestellte und mit einer BSD-Lizenz versehene Sourcecode unter anderem auf MS-DOS-Computer und den Heimcomputer Atari ST portiert.
Hack ist der Vorgänger des Rogue-likes NetHack. Die Entwickler von NetHack bauten auf dem Sourcecode von Hack auf und veröffentlichten 1987 ihre eigene, erweiterte Variante.[5]
Rezeption
Im CRPG Book legte Autor Maciej Miszczyk dar, dass das grundlegende Problem früher Rogue-likes wie Hack darin bestünde, dass das Spiel ausgesprochen schwer zu meistern sei, während das Regelwerk gleichzeitig nicht genug Komplexität böte, sich auf schwierige Spielsituationen vorzubereiten.[6]
Das französische Printmagazin Tilt warnte 1988 retrospektiv: „Fans von schöner Grafik und gutem Sound: Bitte weitergehen.“ Die Steuerung sei dank ihrer Ein-Tasten-Belegung angenehm simpel. Redakteur Jacques Harbonn wertete, das „ausgereifte“ Hack könne als guter Einstieg in die Welt der Rollenspiele herhalten. Er vergab 11 von 15 Wertungspunkten.[7]
Aufgrund der umfangreichen Änderungen gegenüber dem Vorgänger Rogue werden Spiele, die auf dem Regelwerk von Hack beruhen, auch „Hack-like“ genannt.[8][2]