Hain-Augentrost
Art der Gattung Augentrost (Euphrasia)
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Der Hain-Augentrost (Euphrasia nemorosa, Syn.: Euphrasia curta) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Augentrost (Euphrasia) in der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).
| Hain-Augentrost | ||||||||||||
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Hain-Augentrost (Euphrasia nemorosa) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Euphrasia nemorosa | ||||||||||||
| (Pers.) Wallr. |
Beschreibung

Der Hain-Augentrost ist eine sommergrüne[1], einjährige krautige Pflanze, der Wuchshöhen von 10 bis 35 cm erreicht. Es handelt sich um einen Therophyt[1] und eine halbparasitäre Pflanze. Der Stängel verzweigt zu kräftigen Seitenästen. Die unbehaarten bis dicht behaarten Laubblätter stehen nahezu waagerecht ab. Sie sind beidseitig mit jeweils drei bis neun spitzen Zähnen besetzt.
Die Blütenstände stehen endständig und erscheinen nach mindestens fünf Internodien. Die Krone ist 5 bis 7,5 mm lang und weiß bis lila gefärbt.
Die Früchte sind Kapselfrüchte, die etwas kürzer als der beständige Kelch sind.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 44.[2]
Vorkommen
Der Hain-Augentrost kommt in Europa sowie als Neophyt[3] im nördlichen Nordamerika vor. In Europa kommt er in fast allen Ländern vor, fehlt aber in Portugal, Island, Italien und auf der gesamten Balkan-Halbinsel (außer Kroatien), Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Moldau, Belarus und in Russland.[4][5] Er wächst auf lückigen Halbtrockenrasen, Magerrasen und an Wegesrändern in Höhenlagen bis 1550 Meter. Er bevorzugt frische, nährstoffärmere Böden. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Ordnung Nardetalia, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Cynosurion oder Polygonion avicularis vor.[2] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).[6]
Taxonomie
Der Hain-Augentrost wurde 1806 als Varietät Euphrasia officinalis var. nemorosa von Christiaan Hendrik Persoon in Synopsis Plantarum: seu Enchiridium botanicum Band 2 Teil 1 Seite 149 erstbeschrieben. Die Varietät wurde 1815 durch Carl Friedrich Wilhelm Wallroth in Annus botanicus, sive supplementum tertium Seite 82 als eigenständige Art Euphrasia nemorosa (Pers.) Wallr. aufgestellt.
Literatur
- Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. Begründet von Otto Schmeil, Jost Fitschen. 93., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2006, ISBN 3-494-01413-2.
- Hans-Joachim Zündorf, Karl-Friedrich Günther, Heiko Korsch, Werner Westhus (Hrsg.): Flora von Thüringen. Die wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen Thüringens. Weissdorn, Jena 2006, ISBN 3-936055-09-2.