Haloferax

Gattung der Familie Haloferacaceae From Wikipedia, the free encyclopedia

Haloferax ist eine Gattung der Familie Haloferacaceae (LPSN[1] und NCBI[2]); früher wurde die Gattung in die Familie Halobacteriaceae gestellt.[3]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Schließen

Nach einer umfassenden Studie über extrem halophile Halobacteria wurden 1986 zwei der untersuchten Stämme als neue Arten charakterisiert, Haloarcula hispanica (Stamm Y27 alias ATCC 33960) und Haloferax gibbonsii (Stamm MA2.38 alias ATCC 33959).[4]

Die Art Haloferax volcanii bildet unter hohen Druck „gewebeähnliche“ Strukturen: Die Zelle hört auf sich zu teilen, wächst aber weiter und bildet mehrere Nukleoiden. Nach einiger Zeit bildet diese Struktur vom Rand zum Zentrum hin neue Membranen, es entstehen mehrere kleinere Zellen. Diese Zellen bilden ein zusammenhängendes Netzwerk. Es werden zwei verschiedene Arten von Zellen gebildet: Hoch und schmal in der Mitte der Kuppel und flacher und breiter an der Peripherie. Strukturen, die einer Vielzelligkeit gleichen, sind bei den Prokaryoten, also Bakterien und Archaeen, selten.[5][6]

Das Genom von Haloferax massiliense wurde 2018 sequenziert.[7]

Genetischer Austausch

Zellen von Haloferax mediterranei und Zellen der verwandten Spezies Haloferax volcanii[8] können einen genetischen Austausch zwischen zwei Zellen durchlaufen (horizontaler Gentransfer, HGT).[9]

Obwohl ein solcher genetischer Austausch normalerweise zwischen zwei Zellen derselben Spezies stattfindet, kann er auch mit niedrigerer Frequenz zwischen einer H. mediterranei- und einer H. volcanii-Zelle auftreten. Die beiden Spezies haben eine durchschnittliche Nucleotidsequenz-Übereinstimmung von 86,6 %.[9] Während dieses Austauschprozesses fusionieren zwei Zellen zu einer heterodiploiden Zelle, welche die beiden verschiedenen Chromosomen und somit das gesamte genetische Repertoire der beiden parentalen Zellen enthält. Dadurch wird die genetische Rekombination gefördert. Anschließend trennen sich die Zellen, wobei rekombinante Zellen entstehen können.

Viren

Ein Beispiel für ein Haloferax parasitierendes Virus ist HFTV1 (Spezies Retbasiphovirus HFTV1, früher Haloferax tailed virus 29) aus der Familie Haloferuviridae (Ordnung Kirjokansivirales der Klasse Caudoviricetes, Morphotyp Siphoviren).[10][11]

Ein weiteres Beispiel ist die Spezies Haloferacalesvirus HF1 alias Haloferax-Virus HF1 aus der Familie Hafunaviridae (Ordnung Thumleimavirales der Klasse Caudoviricetes, Morphotyp Myoviren).[12][11]

Siehe auch

Einzelnachweise

Weiterführende Literatur

Related Articles

Wikiwand AI