Filmfest Hamburg

jährliches Filmfestival in Hamburg, Germany From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Filmfest Hamburg ist ein jährlich im Herbst stattfindendes Publikumsfilmfestival in Hamburg mit rund 60.000 Besucherinnen und Besuchern. Es gehört zu den bedeutendsten Filmfestivals in Deutschland und gilt als Treffpunkt für Filmschaffende, Branche und Publikum.[1]

Besucher vor dem CinemaxX Dammtor in Hamburg

In zehn Sektionen präsentiert das Festival etwa 120 nationale und internationale Filme – darunter Welturaufführungen, Europapremieren und deutsche Erstaufführungen. Das Programmspektrum reicht von cineastisch anspruchsvollen Arthouse-Filmen über Fernsehproduktionen bis hin zu innovativem Mainstreamkino. Das Festival versteht sich als Ort filmischer Entdeckungen und kultureller Begegnungen. Filmschaffende aus aller Welt sind in Hamburg zu Gast, stellen ihre Werke persönlich vor und diskutieren mit dem Publikum.

Regisseur Kleber Mendonça Filho im Gespräch beim Programmformat Filmmaker in Focus im Rahmen von Filmfest Hamburg

Seit 2019 beleuchtet FILMFEST HAMBURG in dem Format Filmmaker in Focus mit Werkgesprächen und einer Werkschau das Schaffen zweier Filmemacher die das Weltkino maßgeblich prägen.[2]

Neben dem öffentlichen Filmprogramm gehören seit 2025 die Filmfest Hamburg Industry Days zum Festival. Sie gelten nach der Berlinale als einer der wichtigsten B2B-Branchentreffpunkte der deutschen und europäischen Filmindustrie.[3]

Seit 2024 ist zudem ein jährlich am 3. Oktober stattfindender Tag des freien Eintritts fester Bestandteil des Festivals.[4] Leiterin des Filmfests Hamburg ist seit 2024 Malika Rabahallah.[5] 

Sektionen

Das Festivalprogramm besteht aus folgenden, im Jahr 2024 teilweise umbenannten Sektionen[6]:

  • Kaleidoscope ist die internationale Sektion beim Filmfest Hamburg, die aktuelle Spielfilme aus unterschiedlichen Weltregionen präsentiert.
  • Veto! ist die politische Sektion des Festivals und zeigt Filme, die sich mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen der Gegenwart befassen.
  • In der Sektion Große Freiheit werden aktuelle deutsche Produktionen gezeigt, darunter Debütfilme sowie neue Werke etablierter Filmschaffender.
  • Transatlantic widmet sich dem nordamerikanischen Kino, insbesondere Produktionen aus den USA und Kanada mit Fokus auf Independent- und Autorenfilm.
  • Die Sektion Voilà! präsentiert zeitgenössisches frankophones Kino aus Frankreich, Belgien und Québec.
  • Asiascope zeigt aktuelle Filme aus Ost- und Südostasien und bildet ein breites Spektrum zeitgenössischer Filmästhetiken ab.
  • Vitrina ist dem Kino aus dem spanisch- und portugiesischsprachigen Raum gewidmet.
  • In Hamburger Premieren werden Filme gezeigt, die in Hamburg produziert oder gedreht wurden.
  • Die Sektion Televisionen präsentiert Fernsehproduktionen und Serienformate auf der Kinoleinwand, häufig vor ihrer TV-Ausstrahlung.
  • Das MICHEL Kinder und Jugend Filmfest ist das Kinder- und Jugendfilmprogramm des Filmfest Hamburg mit deutschen und internationalen Produktionen.

Tag des freien Eintritts

Der Tag des freien Eintritts wurde in der ersten Amtszeit von Festivalleiterin Malika Rabahallah und mit Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg eingeführt.

Filmfest Hamburg Leiterin Malika Rabahallah im CinemaxX Dammtor

Seit 2024 findet er jährlich am 3. Oktober im Rahmen des Filmfests Hamburg statt. An diesem Tag sind alle Filme des Festivalprogramms kostenfrei zugänglich. Ziel ist es, kulturelle Teilhabe zu fördern und möglichst vielen Menschen den Zugang zum Festival zu eröffnen.[7][8]

Filmfest Hamburg Industry Days

Die Filmfest Hamburg Industry Days bilden seit 2025 eine eigenständige Programmsäule des Festivals.

Teilnehmer der Filmfest Hamburg Industry Days im Rahmen von Filmfest Hamburg

Das Branchenprogramm richtet sich an Fachbesucherinnen und Fachbesucher aus der nationalen und internationalen Filmbranche und dient dem Austausch, der Vernetzung sowie der Diskussion aktueller Entwicklungen im europäischen Filmschaffen.[9] Zu den zentralen Formaten zählen das European Work in Progress (EWIP) und der International Film Distribution Summit (IFDS), die zuvor im Rahmen des Film Festival Cologne stattfanden. Beide Formate wurden unter der Leitung des Filmverleihers Torsten Frehse (Neue Visionen) aufgebaut und widmen sich der Präsentation europäischer und deutscher Filme in unterschiedlichen Produktions- und Auswertungsphasen.[10][11] Ergänzt werden die Industry Days durch die Explorer Konferenz zu Zukunftsfragen der Filmproduktion in Europa sowie durch mehrere Nachwuchs- und Professionalisierungsprogramme, darunter das #ATELIER25 in Kooperation mit der Semaine de la Critique des Festival de Cannes und der Nachwuchsinitiative FIRST STEPS sowie das Programm ENCOURAGE Film Talents, das sich an junge Filmschaffende aus dem DACH-Raum richtet.[12]

Geschichte

Schon in den 1950er Jahren gab es verschiedene Veranstaltungen zum Thema Film in Hamburg. So unter anderem Hamburger Filmtage, Filmwochen oder die Kinotage. Diese wurden von der Hamburger Filmwirtschaft zusammen mit verschiedenen deutschen Verleihfirmen organisiert und ausgerichtet.

Im Jahr 1968 taten sich einige junge Filmemacher zusammen, um die 1. Hamburger Filmschau zu organisieren. Ein Wochenende, das als Film-Happening in die Geschichte des jungen deutschen Films eingegangen ist.

In den 1970er Jahren gründeten mehrere Programmkinos aus ganz Deutschland die Arbeitsgemeinschaft Kino e. V. (AG Kino) mit Sitz in Hamburg. Seit 1974 richtete die Arbeitsgemeinschaft die Hamburger Kinotage aus.

Im Jahr 1979 wandten sich Filmschaffende aus München, unter ihnen Hark Bohm, Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Wim Wenders, in der sogenannten Hamburger Erklärung gegen die Fremdbestimmung des deutschen Filmes durch Gremien, Anstalten und Interessengruppen. Sie initiierten zugleich das Filmfest der Filmemacher. Am 29. Oktober 1979 gründete ein Zusammenschluss Hamburger Filmemacher das Hamburger Filmbüro e. V. Ab 1986 veranstaltete das Hamburger Filmbüro das Europäische Low Budget Film Forum, an der viele damals noch unbekannte Regisseure wie Derek Jarman, Stephen Frears oder Lars von Trier teilnahmen. Um Kräfte zu bündeln und die immer knapper werdenden öffentlichen Gelder sinnvoller einzusetzen, schlossen sich das Low Budget Film Forum und die Kinotage gegen Ende des Jahres 1991 zusammen. Unter den Gründungsmitgliedern waren u. a. die AG Kino e. V. und das Hamburger Filmbüro e. V. Gemeinsam wurde die Ausrichtung des Filmfests Hamburg beschlossen. Im Jahr 1992 fand das Filmfest Hamburg erstmals unter der Leitung von Rosemarie Schatter statt.

Zwei Jahre später löste sie der Filmproduzent Gerhard von Halem als Festivalleiter ab. Das Hamburger Festival war – trotz gewisser Bezüge zu den früheren Veranstaltungen – doch etwas völlig anderes. Das Hauptaugenmerk lag zwar nach wie vor auf den Themen Junges Kino oder Unabhängige Filme, aber die Atmosphäre rund um das Filmfest Hamburg wurde immer stärker vom Glanz und Glamour großer Stars geprägt. Im Jahr 1995 übernahm Josef Wutz die Festivalleitung. Unter seinem Einfluss wurde das Festival kontinuierlich ausgebaut und etablierte sich weit über Hamburgs Grenzen hinaus. Darüber hinaus bot das Festival fortan auch Hamburger Fernsehproduktionen eine eigene Sektion innerhalb des Festivalprogramms. Auch die sogenannten Neuen Medien erhielten eine Präsentations- und Diskussionsplattform beim Filmfest Hamburg.

2003 wurde Albert Wiederspiel Leiter des Filmfests Hamburg. Seitdem wurde das Angebot des internationalen Films stetig erweitert. Nach zwei reduzierten Festivalausgaben 2020 und 2021 aufgrund der Corona-Pandemie feierte das Filmfest Hamburg 2022 sein 30-jähriges Jubiläum und präsentierte sich mit 116 Filmen aus 58 Ländern in sechs Hamburger Festivalkinos. Erstmals war im Jubiläumsjahr das Molodist Kyiv International Film Festival zu Gast, das seinen nationalen Kurz- und Langfilmwettbewerb in Hamburg ausrichtete. Die 31. Festival-Ausgabe war die letzte unter der Leitung von Albert Wiederspiel.

Seit 2024 leitet Malika Rabahallah das Filmfest Hamburg.[13] In ihrer ersten Amtszeit führte sie den Tag des freien Eintritts am 3. Oktober ein.[14]

Anlässlich der letzten von Albert Wiederspiel[15] verantworteten Festivalausgabe vergibt die Hapag-Lloyd Stiftung ab 2023 jährlich den mit 10.000 Euro dotierten Albert-Wiederspiel-Preis für internationale Filmregie. Mit der Auslobung und der Benennung des Preises möchte die Stiftung Albert Wiederspiel als „einen engagierten Festivalmacher und Filmenthusiasten ehren“.[16][17]

Preisverleihungen und Preisträger

Im Rahmen des Filmfests Hamburg werden die folgenden Preise verliehen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden 2020 jedoch alle bis auf den Publikumspreis ausgesetzt.[18]

Douglas Sirk Preis

Dieser nach dem Filmschaffenden und gebürtigen Hamburger Douglas Sirk benannte, undotierte Preis wird jedes Jahr an eine Persönlichkeit verliehen, die sich um Filmkultur und Filmbranche verdient gemacht hat.

Regisseure und Douglas-Sirk-Preisträger Luc und Jean-Pierre Dardenne im Gespräch mit Malika Rabahallah im Rahmen von Filmfest Hamburg

Der Preis ist ein vom Hamburger Designer Georg Plum entworfener Kristall. Im Jahr 2005 wurde der Preis erstmals nicht an eine Person, sondern an eine Firma verliehen. Es handelt sich dabei um die Filmproduktionsfirma „Zentropa“ aus Dänemark, deren Gründer unter anderem der Regisseur Lars von Trier ist.

Preisträger

Hamburg Producers Award Internationale Kino-Koproduktionen

Der Hamburger Produktionspreis für Internationale Kino-Koproduktionen wird seit 2014 vergeben, zunächst in der Sektion Freihafen und noch unter dem Namen Hamburger Produzentenpreis für europäische Kino-Koproduktionen, seit 2021 sektionsübergreifend mit neuer Bezeichnung, die 2024 noch einmal angepasst und 2025 internationalisiert wurde.[26][27]

Pokal der Producers Awards bei der Preisverleihung 2025

Der deutsche Koproduzent des Gewinnerfilms erhält 25.000 Euro, die von der Hamburger Behörde für Kultur und Medien zur Verfügung gestellt werden. Der ausländische Koproduzent desselben Gewinnerfilms wurde bis 2021 von der Hamburger Postproduktionsfirma Optical Art mit einem Kino-Grading im Wert von rund 15.000 Euro bedacht.

Preisträger

  • 2014: Welcome to Karastan (Georgien, Deutschland, Russland, Großbritannien), deutscher Koproduzent: Daniel Zuta, Brandstorm Entertainment AG (Frankfurt am Main); georgischer Koproduzent: Vladimer Katcharava, 20 Steps Production
  • 2015: One Floor Below (Rumänien, Deutschland, Frankreich, Schweden), deutsche Koproduzenten: Christine Haupt und Alexander Ris, Neue Mediopolis Filmproduktion GmbH (Leipzig); rumänischer Koproduzent: Dragos Vilcu, Multi Media Est.
  • 2016: Scarred Hearts – Vernarbte Herzen (Inimi cicatrizate) (Rumänien, Deutschland), deutsche Koproduzenten: Jonas Dornbach, Janine Jackowski und Maren Ade, Komplizenfilm Berlin
  • 2017: Arrhythmia (Russland, Finnland, Deutschland); deutsche Koproduzentin: Eva Blondiau, Color of May
  • 2018: Sibel (Frankreich, Türkei, Deutschland, Luxemburg); Produzent: Michael Eckelt (Riva Film, Hamburg), Regie: Çagla Zencirci und Guillaume Giovanetti[28]
  • 2019: Mit 20 wirst du sterben (Sudan, Ägypten, Norwegen, Frankreich, Deutschland); Produzent: Michael Henrichs (Die Gesellschaft DGS, Köln), Regie: Amjad Abu Alala[29]
  • 2021: Lingui – Heilige Bande (Lingui, les liens sacrés) (Frankreich, Belgien, Deutschland, Tschad); Produzentin Melanie Andernach (Made in Germany Filmproduktion), Regie & Drehbuch: Mahamat-Saleh Haroun
  • 2022: Victim (Obet) (Slowakei, Tschechische Republik, Deutschland); Produzenten: Michael Reuter, Saar Yogev und Naomi Levari (Electric Sheep), Regie: Michal Blaško; Lobende Erwähnung: Holy Spider (Dänemark, Deutschland, Schweden, Frankreich), Regie: Ali Abbasi[30]
  • 2023: Sultana’s Dream (El sueño de la sultana), Produzenten: Chelo Loureiro, Mariano Baratech, Fabian Driehorst, Diego Herguera, Isabel Herguera, Iván Miñambres; Regie: Isabel Herguera; Drehbuch: Isabel Herguera, Gianmarco Serra[31]
  • 2024: Happy Holidays (Palästinensische Autonomiegebiete, Deutschland, Frankreich, Italien); Produzentin: Dorothe Beinemeier (Red Balloon); Regie und Drehbuch: Scandar Copti[32]
  • 2025: A Sad and Beautiful World (Libanon, Deutschland, USA), Produzenten: Georg Neubert, Katharina Weser und Jasper Wiedhöft (Reynard Films); Regie: Cyril Aris; Drehbuch: Cyril Aris, Bane Fakih.

Hamburg Producers Award Deutsches Kino

Der Hamburger Produktionspreis für Deutsche Kinoproduktionen wird ab 2018 in der Sektion Große Freiheit – Filme aus Deutschland vergeben. Der/die Produzent/-in des Gewinnerfilms erhält 25.000 Euro. Das Preisgeld wird von der Behörde für Kultur und Medien zur Verfügung gestellt.

Preisträger

Hamburg Producers Award Deutsche Fernsehfilme

Wie in den vergangenen Jahren wird dieser Preis (vormals: TV-Produzentenpreis bzw. Hamburger Produzentenpreis Deutsche Fernsehproduktionen) beim Filmfest Hamburg in der TV-Sektion Televisionen – Fernsehen mit Format (bis 2017 Sektion 16:9) vergeben. Hierfür werden zehn bis zwölf deutsche Fernsehfilme nominiert. Der Produzent des Gewinnerfilms erhält 25.000 Euro. Das Preisgeld wird seit 2014 von der VFF, Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten mbH, gestiftet.

Preisträger

Hamburg Producers Award Deutsche Serien

Zusätzlich wird seit 2021 der Hamburg Producers Award Deutsche Serien vergeben; das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wird ebenfalls von der VFF zur Verfügung gestellt.[27]

Preisträger

Preis der Filmkritik

Filmkritiker und Kulturredakteurinnen von deutschen Nachrichtenmagazinen, Onlinemedien, Radiosendern und Tageszeitungen vergeben den Preis an einen Film aus dem Programm, der sich durch eine originelle Sichtweise auszeichnet. Der Preis der Filmkritik löste 2018 den seit 2004 vergebenen Preis der Hamburger Filmkritik ab.

Preisträger

Der Politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die Friedrich-Ebert-Stiftung vergibt seit 2013 diesen Preis beim Filmfest Hamburg. Filme der Sektion Veto!, die sich durch einen politischen Anspruch auszeichnen, konkurrieren um das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Prämiert wird die beste Regiearbeit.

Preisträger

  • 2013: Fire in the Blood (Indien), Regie: Dylan Mohan Gray
  • 2013: Manuscripts Don’t Burn (Iran), Regie und Drehbuch: Mohammad Rasulof
  • 2014: Children 404 (Russland), Regie: Askold Kurov und Pawel Loparew
  • 2015: Every Face Has a Name (Schweden), Regie: Magnus Gertten
  • 2016: Tadmor (Libanon, Frankreich, Schweiz, Katar, Vereinigte Arabische Emirate), Regie: Monika Borgmann und Lokman Slim
  • 2017: The Wait (Dänemark), Regie: Emil Langballe und Andrea Storm Henriksen
  • 2018: On Her Shoulders (USA), Regie: Alexandria Bombach[34]
  • 2019: Bewegungen eines nahen Bergs (Österreich, Frankreich), Regie: Sebastian Brameshuber[29]
  • 2021: La Civil (Belgien, Rumänien, Mexiko), Regie: Teodora Ana Mihai[35]
  • 2022: How to Blow Up a Pipeline (USA), Regie: Daniel Goldhaber
  • 2023: Im Rückspiegel (Frankreich, Polen, Ukraine), Regie: Maciek Hamela
  • 2024: Sugarcane, Regie: Julian Brave NoiseCat und Emily Kassie
  • 2025: Do You Love Me, Regie: Lana Daher

Arthouse Cinema Award

2008 wurde der 1969 eingerichtete Art Cinema Award des internationalen Verbands der Filmkunsttheater (C.I.C.A.E.) erstmals auch in Hamburg vergeben. Die Jury besteht aus drei Kinobetreibern. Nominiert sind alle Filme, die einen deutschen Verleih haben. Das große Netzwerk des Verbands unterstützt die Distribution des Gewinnerfilms europaweit. Die MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein begleitet den Preis mit einer Summe von 5.000 Euro und fördert damit PR-Maßnahmen des deutschen Verleihs. Ab 2025 wurde das Preisgeld für in Arthouse Cinema Award umbenannte Auszeichnung auf 25.000 Euro erhöht.[27]

Preisträger

NDR Nachwuchspreis

2012 löste der NDR Nachwuchspreis Die Elfe ab, die seit 2008 vergeben wurde. Der Nachwuchspreis für das beste Langfilmdebüt oder zweite Regiearbeit ist mit 5.000 Euro dotiert.

Preisträger

  • 2008: Johnny Mad Dog (Frankreich), Regie: Jean-Stéphane Sauvaire
  • 2009: Before my Eyes (Türkei), Regie: Miraz Bezar
  • 2010: Shrouds (Israel), Regie und Drehbuch: Shalom Hager
  • 2011: Avé (Bulgarien), Regie und Drehbuch: Konstantin Boschanow
  • 2012: Germania (Argentinien), Regie und Drehbuch: Maximiliano Schonfeld
  • 2013: Short Term 12 (USA), Regie und Drehbuch: Destin Cretton
  • 2014: Mary Is Happy, Mary Is Happy (Thailand), Regie und Drehbuch: Nawapol Thamrongrattanarit
  • 2015: Keeper (Belgien, Frankreich, Schweiz), Regie: Guillaume Senez
  • 2016: Cold of Kalandar (Ungarn, Türkei), Regie: Mustafa Kara
  • 2017: Beach Rats (USA), Regie: Eliza Hittman. Lobende Erwähnung für Satan Said Dance (Polen, Niederlande), Regie: Kasia Rosłaniec
  • 2018: Little Tickles (Frankreich), Regie: Eric Métayer und Andréa Bescond[36]
  • 2019: Ein Sohn (Tunesien, Frankreich), Regie: Mehdi M. Barsaoui[29]
  • 2021: Hive (Kosovo, Schweiz, Albanien, Nordmazedonien), Regie: Blerta Basholli[33]
  • 2022: Dalva (Love According to Dalva) (Belgien, Frankreich), Regie: Emmanuelle Nicot
  • 2023: Shayda (Australien), Regie: Noora Niasari
  • 2024: Diciannove (Italien, UK), Regie: Giovanni Tortorici
  • 2025: Lucky Lu (USA, Kanada), Regie: Lloyd Lee Choi

Filmfest Hamburg Publikumspreis

Die Zuschauer entscheiden per Stimmzettel über den besten Film des Festivals, bis 2019 waren es die Filme der Sektion Eurovisuell. Der Publikumspreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wurde von 2015 bis 2021 von der Commerzbank gestiftet. 2020 wurde der Preis zum ersten Mal an den besten Film des gesamten Festivals verliehen, seit 2022 wird das Preisgeld von der Hapag-Lloyd Stiftung zur Verfügung gestellt.[37]

Preisträger

MICHEL Filmpreis MAJA

Der Filmpreis der Kinder- und Jugendsektion wird seit 2003 vergeben. Zunächst als Emil, ab 2004 als MICHEL und seit 2023 als Maja vergeben.[40] Das Preisgeld für den besten Kinder- und Jugendfilm beträgt 10.000 Euro und wird von dem Hamburger Kinobetreiber Hans-Peter Jansen gestiftet. Eine Kinder- und Jugendjury wählt unter allen gezeigten Filmen des internationalen Wettbewerbs vom MICHEL Kinder und Jugend Filmfest ihren Favoriten.

Preisträger

  • 2003: Das geheimnisvolle Fräulein C. (Kanada), Regie: Richard Ciupka
  • 2004: Station 4 (Spanien), Regie: Antonio Mercero
  • 2005: Der Schatz der weißen Falken (Deutschland), Regie: Christian Zübert
  • 2006: Don (Niederlande), Regie: Arend Steenbergen
  • 2007: Rot wie der Himmel (Italien), Regie: Cristiano Bortone
  • 2008: Hey Hey, hier Esther Blueburger (Australien), Regie: Cathy Randall
  • 2009: Glowing Stars (Schweden), Regie: Lisa Siewe
  • 2010: Spork (USA), Regie: J.B. Ghuman Jr.
  • 2011: Ewiges Leben (Großbritannien/Spanien), Regie und Drehbuch: Gustavo Ron
  • 2012: Bitte bleib! (Niederlande), Regie: Lourens Blok
  • 2013: Felix (Südafrika), Regie: Roberta Durrant
  • 2014: Die geheime Mission (Dänemark), Regie: Martin Miehe-Renard
  • 2015: Little Gangster (Niederlande), Regie: Arne Toonen
  • 2016: Fannys Reise (Frankreich), Regie: Lola Doillon
  • 2017: 1:54 (Kanada), Regie: Yan England
  • 2018: Supa Modo (Deutschland/Kenia), Regie: Likarion Wainaina[38]
  • 2019: Psychobitch (Norwegen), Regie: Martin Lund[29]
  • 2021: Ich, Gorilla und der Affenstern (Schweden), Regie: Linda Hambäck
  • 2022: Geheimnisvolle Sommer (Le Temps des Secrets) (Frankreich), Regie: Christophe Barratier
  • 2023: Mein Totemtier & ich (Niederlande, Luxemburg, Deutschland), Regie: Sander Burger
  • 2024: Lars ist LOL (Norwegen), Regie Eirik Sæter Stordahl[41]
  • 2025: Geschichten aus dem Zaubergarten (Tschechische Republik, Slowakei, Slowenien, Frankreich), Regie: David Súkup, Patrik Pašš, Leon Vidmar und Jean-Claude Rozec[42]

Albert Wiederspiel Preis

Seit 2023 vergibt die Hapag-Lloyd Stiftung den mit 10.000 Euro dotierten Albert-Wiederspiel-Preis für internationale Filmregie. Mit der Auslobung und der Benennung des Preises nach dem ehemaligen Festivalleiter Albert Wiederspiel möchte die Stiftung „einen engagierten Festivalmacher und Filmenthusiasten ehren“.[43]

  • 2023: Achilles (Iran), Regie: Farhad Delaram[44]
  • 2024: April (Georgien), Regie: Dea Kulumbegaschwili[45]
  • 2025: Honeymoon (Ukraine), Regie: Zhanna Ozirna[42]

Nicht mehr vergebene Preise

Montblanc Drehbuch Preis

Gemeinsam mit dem Hamburger Unternehmen Montblanc vergab das Filmfest Hamburg den mit 10.000 Euro dotierten Montblanc Drehbuch Preis. Der Preis wurde unter den Spielfilmen der Sektion Nordlichter vergeben. Diese Sektion präsentierte Filme, in denen „Nordlichter“ und der Norden eine Rolle spielen und/oder die im Norden gedreht wurden.

Foreign Press Award

Zum ersten Mal verliehen 2009 vier Vertreter des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland (VAP e. V.) einen eigenen Preis, den Foreign Press Award. Er wurde 2012 zum letzten Mal vergeben.

Sichtwechsel Filmpreis

Der Sichtwechsel Filmpreis wurde von 2017 bis 2021 vom Auswärtigen Amt gestiftet und war mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro ausgestattet. Prämiert wurden Filmschaffende, die über nationale und kulturelle Grenzen hinweg in anderen Ländern arbeiteten und Filme realisierten, unabhängig davon, ob sie ihr Heimatland unfreiwillig verlassen mussten, oder aus künstlerischen oder privaten Gründen Filme außerhalb ihrer Heimat realisierten. Eine internationale Jury vergab den Preis an einen von bis zu zwölf sektionsübergreifend nominierten Filmen.[47]

Preisträger

Literatur

Einzelnachweise

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