Hanimaadhoo
Insel der Malediven
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Hanimaadhoo (Dhivehi: ހަނިމާދޫ) liegt im nördlichen Teil der Malediven. Administrativ gehört die Insel zum Atoll Haa Dhaalu und ist eine der größten natürlichen Inseln des gesamten Archipels. Nach Angaben des maledivischen Umweltministeriums besitzt Hanimaadhoo eine Landfläche von 3,11 km² und lagert auf dem östlichen Rand des Atoll. Damit hebt sie sich von vielen anderen kleinen Inseln der Malediven ab und bietet ausreichend Raum für Siedlungen, Landwirtschaft, Hafenanlagen und einen Flughafen. Von Malé, der Hauptstadt des Inselstaats, ist Hanimaadhoo rund 288 km entfernt, trotzdem ist sie über den Hanimaadhoo International Airport gut erreichbar.
| Kulhudhuffushi | ||
|---|---|---|
| Gewässer | Lakkadivensee | |
| Inselgruppe | Thiladhunmathi-Miladummadulhu-Atoll | |
| Geographische Lage | 6° 45′ 57″ N, 73° 10′ 33″ O | |
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| Länge | 6,8 km | |
| Breite | 700 m | |
| Fläche | 3,1 km² | |
| Einwohner | 2664 (2022) 859 Einw./km² | |
Geografie
Hanimaadhoo befindet sich auf dem östlichen Rand des Süd‑Thiladhunmathi‑Atolls (Haa Dhaalu) und grenzt an ein großes Hausriff und eine Lagune. Die Insel bildet ein 3,11 km² großes Eiland besteht aus vier ökologischen Komponenten: einem Saumriff, einer Lagune, einem Sandstrand und dichtem terrestrischen Pflanzenwuchs. Natürlicher Baumbestand, darunter alte Banyanbäume und Palmenwälder, prägen das Inselinnere.[1]
Klima
Das Klima der Malediven ist vom Indischen Ozean geprägt und unterliegt zwei Monsunphasen. So erleben die Inseln von Mitte Mai bis November den Südwest‑Monsun mit feuchter Luft und häufigen Regenfällen; von Januar bis März herrscht der trockenere Nordost‑Monsun, während Dezember und April Übergangsmonate bilden. Es ist ganzjährig warm. Am 27. Februar 2025 wurde in Hanimaadhoo eine Temperatur von 35,8 °C gemessen, die höchste Temperatur, die jemals auf den Malediven gemessen wurde.[2]
2004 wurde gemeinsam mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) das Maldives Climate Observatory at Hanimaadhoo (MCOH) eingerichtet. Die Einrichtung dient als Hintergrundmessstation für das südasiatische Klima und misst Aerosole, Treibhaus‑ und Spurengase sowie Niederschlag. Die Station gilt als zentrale Plattform für internationale Klimaforschung in ganz Südasien.[3]
Geschichte
Über die Frühgeschichte der Insel ist nur wenig überliefert. Hanimaadhoo war über Jahrhunderte Teil des Sultanats der Malediven und wurde gemeinsam mit den Nachbarinseln bewirtschaftet. Spätestens im 20. Jahrhundert entstand eine dauerhafte Siedlung mit Landwirtschaft, Fischerei und später auch staatlichen Einrichtungen. In den 1990er‑Jahren nahm die Regierung Hanimaadhoo in ein Entwicklungsprogramm auf, das zur Umsiedlung mehrerer kleiner Nachbarinseln führte. Laut Presseberichten wurden 2000 Bewohner der Insel Hondaidhoo nach Hanimaadhoo umgesiedelt. Zu weiteren Umsiedlungen auf die Insel führten die Auswirkungen des Tsunamis von 2004.[4]
Am 5. Juli 2007 trafen starke Sturmfluten die winzige Insel Hathifushi. Die Wellen überspülten das nur 15 cm über dem Meeresspiegel liegende Eiland vollständig, zerstörten Häuser und Vorräte und führten schließlich zur Evakuierung der 295 Einwohner nach Hanimaadhoo. Diese Bewohner wurden zunächst bei Gastfamilien untergebracht, bis ein staatliches Wohnbauprogramm neue Häuser bereitstellte.[5]
Weitere Umsiedlungen sind geplant: eine Pressemitteilung vom 22. Mai 2025 berichtet, dass Präsident Mohamed Muizzu den Bau von Wohnraum für die Bevölkerung der Insel Hirimaradhoo zugesichert hat. Die freiwillige Umsiedlung der Bewohner nach Hanimaadhoo soll in rund 18 Monaten erfolgen, begleitet von der Errichtung von Wohnblöcken und städtischer Infrastruktur.[6]
Bevölkerung
Infrastruktur
Die Insel ist über den Hanimaadhoo International Airport mit der Hauptstadt und internationalen Zielen verbunden. Der Flughafen entstand 1990 als Inlandsflugplatz und wird seit 2012 international genutzt; derzeit wird er umfassend modernisiert. Der Airport erhält eine 2 465‑m‑Start‑ und Landebahn, die seit Januar 2024 teilweise in Betrieb ist; die restliche Strecke soll nach dem Eid‑Fest vollständig geöffnet werden. Die neue Piste wurde am 7. Oktober 2024 von Präsident Muizzu und Indiens Premierminister Modi eingeweiht. Das 136,6 Millionen USD teure Projekt wird einen internationalen Flughafen mit Kapazität für 1,3 Millionen Passagiere pro Jahr schaffen. Die moderne Piste kann Airbus‑A320‑ und Boeing‑737‑Flugzeuge aufnehmen und soll so direkten Linienverkehr in den Norden ermöglichen.[8][9]
Im Inselkern verlaufen befestigte Straßen; der moderne Hafen und das Fährterminal ermöglichen die Versorgung mit Waren und den Transport zu den benachbarten Inseln. Neben dem Flughafen existieren Verwaltungsgebäude, eine Polizeistation, eine Gesundheitsstation, ein kommunales Kulturzentrum und mehrere Schulen. Ein großer Sportkomplex mit Fußballfeld, Mehrzweckhalle und Skatepark fördert sportliche Aktivitäten.[10]
Wirtschaft
Tourismus ist ein wachsender Wirtschaftszweig auf Hanimaadhoo. Im Jahr 2024/25 waren auf der Insel acht kleine Gästehäuser und das Barefoot Eco Hotel registriert, ein 2014 errichtetes Hotel, welches sich an umweltbewusste Kunden richtet. Touristisch zieht die Insel Surfer und Strandtouristen an. Mit dem Ausbau des Flughafens wird eine weitere Belebung des Tourismus erwartet. Neben dem Tourismus dominieren vor allem die Landwirtschaft und die Fischerei.[10]

