Hanns Fuchs
deutscher Schriftsteller zum Thema Homosexualität
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Hanns Fuchs (auch: Hanns Fuchs-Stadthagen sowie die Pseudonyme Hanns Passeyer und Hanns Harro; * 1. Oktober 1881 in Stadthagen; † nach 1909) war ein deutscher Schriftsteller, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter anderem Titel zum Thema Homosexualität veröffentlichte.[1]
Leben
Hanns Fuchs publizierte zwischen seinem 20. Lebensjahr und 1910 mehr als zwanzig Schriften. Seine Werke spiegeln oftmals Lokalkolorit aus Hannover.[1] Eine 1903 in Berlin verlegte Schrift zum Thema Richard Wagner und die Homosexualität wurde später in überarbeiteter und gekürzter Form von Hans Eppendorfer neu veröffentlicht.
Bereits 1901 bekannte sich Fuchs öffentlich zu seiner Homosexualität.[2] Eugen Wilhelm, der Rezensent im von Magnus Hirschfeld herausgegebenen Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen lobte Fuchs im Jahre 1904 für sein Selbstbekenntnis.[3] Neben Fuchs sind heute nur die Dichter Adolf Brand, Peter Hamecher und Hermann von Teschenberg als öffentlich bekennende Schwule der wilhelminischen Epoche bekannt.[4]
Fuchs war auch Gründungsmitglied der „Gemeinschaft der Eigenen“, 1903 von Adolf Brand zur Verbreitung seiner Zeitschrift Der Eigene gegründet. In den Jahren 1903 bis 1905 erschienen dort mehrere Beiträge aus seiner Feder.[5]
Vermutlich kannte Fuchs den aus Sulingen stammenden Fabrikanten J. Heinrich Dencker, führendes Mitglied des Wissenschaftlich-humanitären Komitees und einer der ersten Männer der ersten Schwulenbewegung in der preußischen Provinz Hannover.[1]
Nach 1909 verschwand Fuchs, vermutlich im Osmanischen Reich. 1930 wurde er in Darmstadt für tot erklärt.[6]