Hans Brun
Schweizer Pionier der Knochenchirurgie und Bergsteiger (1874-1946)
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Leben
Hans Brun studierte Medizin an der Universität Zürich, absolvierte seine chirurgische Fachausbildung bei Rudolf Ulrich Krönlein am Universitätsspital Zürich und habilitierte sich 1913 bei dessen Nachfolger Ferdinand Sauerbruch.
Als leitender Militärchirurg leistete er mehrere Einsätze im Ersten Balkankrieg (1911–1913) als Leiter einer Schweizer Rotkreuzmission und im Ersten Weltkrieg (1914–1916) u. a. als Leiter des Deutschen Festungslazaretts in Strassburg.

Ab 1916 leitete er die Schweizer Armeesanitätsanstalt in Luzern und das Spital für in der Schweiz internierte ausländische Militärangehörige. Hier gründete er erstmalig eine orthopädische Rehabilitationsabteilung. Als klinischer Forscher und Chirurg war Brun einer der Wegbereiter der Pseudarthrose- und Knochenbruchbehandlung. Er erforschte u. a. im Bereich der Knochenregeneration, u. a. zusammen mit dem Pathologen Otto Busse. Er war Mitbegründer und Ehrenmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Chirurgie (SGC).[1]
Hans Brun war ein begeisterter Bergsteiger, dem einige Erstbegehungen gelangen. Er war Gründungs- und Ehrenmitglied des Akademischen Alpen-Clubs Zürich.[2] Auf seinen Touren im Hochgebirge hat er fotografiert und konnte die Bilder im Verlag der Gebrüder Wehrli veröffentlichen.

Hans Brun war mit Maria Aloisia (geb. 19. November 1879; gest. 28. Mai 1967), geborene Peyer verheiratet. Ihre letzte Ruhestätte fanden sie auf dem Friedhof in Morcote.
Erstbegehungen (Auswahl)
- 19. September 1895 Rosenhorn Nordgrat. Mit Joseph Liniger und Hans Schilling
- 1897 Gross Windgällen, Nordwand. Mit Eduard Wagner
- 1901 Kammlijoch, Erste Überschreitung. Mit Friedrich Weber und Hermann Pfister
- 1901 Wasenhorn, Südostgrat und Traversierung. Mit Otto Fischer und Friedrich Weber
Publikationen
- Das Rosenhorn über den Nordostkamm. In: Jahrbuch des Schweizer Alpenclub. 1896.
- Über das Photographieren im Hochgebirge. In: Bulletin Photoglob. Polygraphisches Institut A.-G., Zürich Januar 1904, S. 10–12 (uzh.ch [PDF]).
- Kriegschirurgische Mitteilungen aus dem Völkerkriege 1914/15. F.C.W. Vogel, Leipzig 1915.
Literatur
- Mirjam Stegmann: Festschrift zu Ehren von Prof. Dr. Hans Brun anlässlich seinen 70. Geburtstages. Benno Schwabe Verlag, Basel 1944.
- W. E. Burger: 50 Jahre AACZ 1896–1946. Festschrift zum fünfzigjährigen Bestehen des Akademischen Alpen-Clubs Zürich, Zürich 1946.
- Nicolas Hardt: Prof. Dr. Hans Brun (1874–1946). Ein Pionier der Knochenchirurgie aus Luzern. In: Luzerner Arzt, Spezialheft 99/2014.
