Hans Doerfler

deutscher Chirurg From Wikipedia, the free encyclopedia

Hans Doerfler (* 15. April 1863 in Markt Berolzheim; † 9. Mai 1942 in Weißenburg in Bayern)[1] war ein deutscher Mediziner, der als Internist, Chirurg und Frauenarzt wirkte; er gilt als Pionier der Chirurgie in Bayern.

Leben

Doerflervilla in Weißenburg

Doerfler wurde 1863 als Sohn des Arztes Karl Doerfler (1834–1886) und dessen Ehefrau, der Neuendettelsauer Diakonissin Amalie Doerfler geb. Gubitz (1836–1917) geboren. 1872 zog die Familie nach Weißenburg in die ehemalige Fabrik von Wilhelm Troeltsch (Am Hof 2), wo der Vater am 26. Oktober eine Arztpraxis eröffnete. Ab 1904 wohnte die Familie in der später nach ihr benannten Doerflervilla.[2][3][4]

Hans Doerfler besuchte das Gymnasium Fridericianum Erlangen. Nach dem Abitur (1880) studierte er Medizin an der Friedrich-Alexander-Universität. Wie sein Vater und sein Bruder Theodor Doerfler wurde er während seines Studiums in Erlangen im Wintersemester 1880/1881 Mitglied der Burschenschaft der Bubenreuther.[5][6] Im Anschluss an sein medizinisches Staatsexamen promovierte er 1885 in München bei Heinrich Helferich. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1886 dessen Praxis in Weißenburg. Am 6. August 1887 heiratete er Emmi List (1866–1953).

Doerfler war ab 1896 Chefarzt des Städtischen Krankenhauses von Weißenburg.[7] Er wurde mit dem Ehrentitel Sanitätsrat ausgezeichnet, ab 1922 sogar Geheimer Sanitätsrat. 1928 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt Weißenburg verliehen.

Um Ostern 1933 bezeichnete Doerfler das Horst-Wessel-Lied als „verfluchtes Lied“.[8] Bis 1933 war er Vorstandsmitglied des Geschäftsausschusses des Deutschen Ärztevereinsbundes und 1934 Erster Vorsitzender des Deutschen Vereins für ärztliche Mission. Er verfasste als regelmäßiger Mitarbeiter Beiträge für die Münchener Medizinische Wochenschrift.[9] Einer seiner Nachfahren ist der Genetiker und Virologe Walter Doerfler.

Schriften (Auswahl)

  • Für die Praxis. Erprobtes aus den Gebieten der inneren, chirurgischen und gynäkologischen Medizin. J. F. Lehmanns Verlag, München 1934.

Einzelnachweise

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