Hans Grashoff

deutscher Verwaltungsbeamter, Regierungspräsident From Wikipedia, the free encyclopedia

Hans Hinrich Hermann Carl Grashoff (* 30. August 1862 in Meppen; † 10. Februar 1938 in Hannover) war ein deutscher Verwaltungsjurist und zuletzt Regierungspräsident in Stade.

Hans Grashoff

Leben

Grashoffs Vorfahren stammten aus Stolzenau an der Weser, wo sein Großvater Bürgermeister war. Hans Grashoff war Sohn des Pastors Wilhelm Grashoff in Meppen. Nachdem er 1880 das Abitur am Gymnasium in Meppen absolviert hatte, studierte er von 1880 bis 1884 an der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaft und Staatswissenschaften. Seit dem Wintersemester 1880/81 war er Mitglied der Burschenschaft Alemannia Göttingen.[1][2] 1885 begann er ein Referendariat in preußischen Gerichten und Behörden und durchlief bis 1890 zahlreiche Stationen in Stolzenau, Osnabrück, Kiel, Schleswig, Altona, Stralsund und Berlin. Nach der bestandenen Großen Staatsprüfung trat er 1890 als Regierungsassessor im Landratsamt in Schwetz an der Weichsel in den preußischen Verwaltungsdienst. 1893 wurde er an die Regierung in Königsberg versetzt, und 1896 zur Preußischen Ansiedlungskommission für Westpreußen und Posen in Posen, die für die Neuansiedlung deutscher Zuwanderer in den preußischen Ostprovinzen zuständig war. Im Jahr 1898 wurde er Landrat im Kreis Schwetz. 1904 kehrte er als Oberregierungsrat zur Preußischen Ansiedlungskommission nach Posen zurück. 1908 kam er als Regierungsvizepräsident in Hannover. Danach war er von Juni 1911 bis April 1922 Regierungspräsident im Regierungsbezirk Stade. Nach der Pensionierung zog er 1922 mit seiner Familie zunächst nach Soltau. 1926 verlegte er seinen Wohnsitz nach Hannover, Akazienallee 8–10.

Besonders herausfordernd waren für ihn die Jahre der Novemberrevolution und die ersten Nachkriegsjahre. Der Arbeiter- und Soldatenrat in Nordholz und Cuxhaven bekämpfte ihn zeitweise scharf und versuchte, seine Entlassung als Regierungspräsident durchzusetzen. Grashoff stellte sich aber bereitwillig in den Dienst der neuen deutschen Republik und kooperierte mit dem Arbeiter- und Soldatenrat für den Regierungsbezirk Stade. Als während des Kapp-Lüttwitz-Putsches im März 1920 kurzzeitig Einheiten von Baltikumkämpfern die vollziehende Gewalt im Regierungsbezirk Stade übernahmen, lehnte er eine Zusammenarbeit mit den Putschisten ab und stellte klar, dass er der rechtmäßigen preußischen Regierung die Treue halten würde.[3]

Im Kaiserreich war Grashoff Mitglied der Nationalliberalen Partei. Im September 1919 schloss er sich kurzzeitig der Deutschen Demokratischen Partei an. 1925 wurde er Mitglied der Deutschen Volkspartei, trat aber 1930 wieder aus.[4]

Religiosität spielte in Grashoffs Leben eine wichtige Rolle. 1911 wurde er Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Schlosskirchengemeinde in Hannover. 1919 stiftete er zum Andenken an seine gefallenen Söhne ein farbiges Kirchenfenster in der St. Wilhadi-Kirche in Stade.

Das Ehepaar Grashoff wurde auf dem Garnisonsfriedhof in Stade neben den gefallenen Söhnen bestattet.

Die 16-bändige Personalakte liegt im Niedersächsischen Landesarchiv, Abteilung Stade.[5]

Familie

Am 17. Juni 1896 heiratete er in Königsberg Anna Gaedeke (1877–1947), Tochter des Bankiers und Industriellen Konrad Gaedeke und dessen Frau Molly Ludowica geb. Braunschweig (1850–1918).[6]

Aus der Ehe gingen die Söhne Hans (1897–1917) und Conrad (1899–1918) und die Töchter Eva (geb. 1902), Ursula (geb. 1910) und Annemarie (geb. 1920) hervor. Beide Söhne fielen im Ersten Weltkrieg in Frankreich.

Ein Bruder war langjähriger Pastor der evangelischen Gemeinde in Sofia, ein weiterer Bruder war in Bremen verheiratet.

Ehrungen

Nach Grashoff benannt sind der Grashoffweg in Stade,[7] ebenso die Grashoffstraße in Geestemünde.[8]

Schriften

  • Ehre, Freiheit, Vaterland, Vortrag, (1884)
  • Ansprache an die Gemeindevorsteher-Mitglieder der Kreiskommissionen (1918)
  • Die Jugendpflege im Regierungsbezirk Stade (1919)
  • Denkschrift über die Volkshochschule im Regierungs-Bezirk Stade, Verlag A. Pockwitz Nachf. Karl Krause, 1919. DNB 573536341

Literatur

Einzelnachweise

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