Hans Maretzki
deutscher Diplomat der DDR
From Wikipedia, the free encyclopedia
Hans Maretzki (* 13. August 1933 in Berlin) ist ein deutscher Wissenschaftler und Diplomat. Er war Botschafter der DDR in Pakistan und in der Demokratischen Volksrepublik Korea.
Biografie
Ausbildung
Hans Maretzki, Sohn eines Angestellten in Berlin, studierte nach der Erlangung des Abiturs Geschichtswissenschaft. Er promovierte 1962 an der Pädagogischen Hochschule Potsdam und war dort als wissenschaftlicher Assistent bzw. Oberassistent am Institut für Geschichte tätig, im Jahr 1967 habilitierte er sich. 1968 wurde er an der Hochschule Dozent für Allgemeine Geschichte der neuesten Zeit.[1]
Diplomat
Maretzki wechselte 1971 in den diplomatischen Dienst der DDR. Er war von April 1973 bis Mai 1977 Botschafter in Pakistan.[2][3] Im Januar 1987 wurde er zum Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter in der Demokratischen Volksrepublik Korea ernannt und übergab sein Beglaubigungsschreiben an Kim Il-Sung.[4] Die damalige Situation in Nordkorea schilderte Maretzki später so: „Die KDVR ist ein absolutistisches Staatswesen mit sozialistischer Verbrämung und der Diktatur eines Führers, der sich primär auf das Befehlssystem seiner ‚führenden‘ Partei der Arbeit Koreas und ihre pseudosozialistische Dschutsche-Lehre stützt, das Land durch gewaltige geheimdienstliche und bürokratische Apparate administriert sowie mit der Unterhaltung übergroßer Streitkräfte und Rüstungen in folgenschwerer Weise militarisiert.“[5][6] Im Frühjahr 1990 wurde Maretzki in die Heimat zurückbeordert. Sein Nachfolger als letzter DDR-Botschafter in Pjöngjang wurde Klaus Zorn.
Wissenschaftliche und Lehrtätigkeit
Nach seiner Rückkehr wurde Maretzki an die Universität Potsdam als Professor am Lehrstuhl für Methoden der Empirischen Soziologie berufen.[7] In der Folge veröffentlichte er Fachartikel und Monografien über die Politik der Länder im fernen Osten. Maretzki nahm im Jahr 2003 an einem Internationalen Asienforum der Universität Münster teil[8] und trat im Jahr 2010 bei einer von der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft organisierten Podiumsdiskussion zum Thema „Rückt eine Wiedervereinigung Koreas näher?“ auf.[9]
Veröffentlichungen
- Die Kommunarden von Paris. Deutscher Militärverlag, Berlin 1961.
- Die preußisch-deutschen Eroberer Frankreichs und die Pariser Kommune. Der nationale Verrat der französischen Bourgeoisie. Pädagogische Hochschule, Potsdam 1962 (Dissertation)
- Der Antikommunismus in der Indochinapolitik der USA seit Beginn der sechziger Jahre. Pädagogische Hochschule, Potsdam 1967 (Habilitation).
- Was suchen die USA in Vietnam? Staatsverlag der DDR, Berlin 1967.
- Kim-ismus in Nordkorea. Analyse des letzten DDR-Botschafters in Pjöngjang. Anita Tykve Verlag, Böblingen 1991.
- Länder Mittel- und Südosteuropas auf der Suche nach neuer Identität. Identität im erneuerten Nationalstaat. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam 1998.
- Der Start des "volksdemokratischen" Projekts in Nordkorea. In: Korea – Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Institut für Asienkunde, Hamburg 2003, S. 227–261.
- Nordkoreas Außen- und Sicherheitspolitik. In: Südkorea und Nordkorea. Einführung in Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Campus, Frankfurt am Main 2005, S. 258–278.