Hans Topoll
deutscher Architekt
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Leben
Hans Topoll wurde 1892 in Bockum geboren. Er war Schüler des Architekten August Biebricher, der seit 1906 Professor an der Krefelder Werkkunstschule war und das Moltke-Gymnasium in Krefeld errichtete.[1]
Topoll war zunächst als Bauzeichner tätig und wurde später Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA). 1926 zog er nach St. Hubert und eröffnete 1928 in Kempen, Hülser Straße 46, ein eigenes Architekturbüro. Auf seinem Briefkopf bot er Planungen für Wohnungs- und Industriebauten, Bauleitung, Innenarchitektur und Kunstgewerbe an.[1]
Seine ersten bekannten Projekte entstanden in der näheren Umgebung. 1928 errichtete er für Richard Schumacher im Grefrather Bergerbruch die Gaststätte Haus Bruch. Anschließend folgten Umbauten in Kempen, darunter das Café Börgmann (Hülser Straße 14), das Hotel Tivoli gegenüber dem Bahnhof sowie die Konditorei Schroers, aus der später das Burg-Café wurde.[1]
1929 plante Topoll im St. Huberter Ortsteil Voesch für den Landwirt Josef Dörkes auf dem Pothenhof einen Rindvieh- und Schweinestall mit überdachter Dungstätte. Danach ließ er sich dauerhaft in Kempen nieder, wo er in den 1930er-Jahren zahlreiche Gebäude entwarf.[1]
Ab 1930 wohnte Topoll an der Von-Loë-Straße, wo er 1935 in einem von ihm selbst geplanten Haus ein Kellerbüro einrichtete. Am 30. April 1933 trat er in die NSDAP ein und wurde Mitglied der SA.[2]
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Topoll weiterhin als Architekt in Kempen tätig. Er beteiligte sich am Wohnungsbau und entwarf unter anderem das katholische Jugendheim am Oedter Pfad, einen sachlichen Zweckbau.[2]
Hans Topoll starb 1957 in Kempen im Alter von 64 Jahren und wurde in der Familiengruft in Krefeld-Bockum beigesetzt.[2]
Werk
In Kempen errichtete Topoll mindestens zehn Gebäude, die nach zeitgenössischen Berichten vom Bauhaus-Stil beeinflusst sind. Weitere Bauten von ihm, etwa die Landkrankenkasse am Moorenring 13, zeigen eine schlichtere, funktional geprägte Architektur. Seine Arbeiten umfassen sowohl Wohn- als auch Gewerbebauten.[1][2]
Zu den bekannten oder nachweislich von ihm geplanten Bauwerken zählen:
- Haus Bruch, Grefrath-Bergerbruch (1928)
- Café Börgmann, Hülser Straße 14, Kempen
- Hotel Tivoli, Bahnhofstraße, Kempen
- Burg-Café (Umbau der Konditorei Schroers)
- Sportlerheim St. Hubert (1929, später abgerissen)
- Katholisches Jugendheim am Oedter Pfad (1950er-Jahre)
- Mehrfamilienhäuser an der Siegfriedstraße 49–65, vermutlich nach seinen Plänen errichtet[2]
Weblinks
- Kempen und seine Gebäude im Bauhaus-Stil in Rheinische Post, 11. Februar 2019
- Wie das Bauhaus das Kempener Stadtbild prägt in Westdeutsche Zeitung, 27. Februar 2020