Hans Wulf

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Hans Wulf (* 31. Oktober 1951 in Essen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Der Torhüter hat von 1974 bis 1990 insgesamt 440 Ligaspiele in der 2. Fußball-Bundesliga für die Vereine Schwarz-Weiß Essen, Wormatia Worms, KSV Hessen Kassel und Hannover 96 absolviert.[1] Mit 36 Jahren feierte Wulf bei Hannover 96 sein Debüt in der Fußball-Bundesliga.

Schnelle Fakten Personalia, Junioren ...
Hans Wulf
Personalia
Geburtstag 31. Oktober 1951
Geburtsort Essen, Deutschland
Größe 183 cm
Position Tor
Junioren
Jahre Station
0000–1969 SV 1920 Teutonia Überruhr
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1969–1978 ETB Schwarz-Weiß 1400(0)
000001978 Rochester Lancers 6 0(0)
1979–1980 Wormatia Worms 59 0(0)
1980–1986 KSV Hessen Kassel 228 0(0)
1986–1988 Hannover 96 40 0(1)
1988–1990 KSV Hessen Kassel 9 0(0)
1990–1998 1. FSC Lohfelden 1924
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
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Sportliche Laufbahn

SW Essen, Rochester, Worms, bis 1980

Wulf spielte bis zu seinem 18. Lebensjahr beim Essener Stadtteilverein SV Teutonia Überruhr, bei dem er zunächst Stürmer war und erst als A-Jugendlicher die Torwartposition einnahm. 1969 wechselte er zu Schwarz-Weiß Essen. Beim ETB debütierte er 1973/74 in der Regionalliga West in der Ersten Mannschaft. Das erste Ligaspiel in der Regionalliga West bestritt Wulf am 19. August 1973 bei einem 3:1-Heimerfolg gegen Arminia Bielefeld. Trainer Peter Velhorn hatte die Abwehr vor Torhüter Wulf mit Wolfgang Lausen, Horst Willmsen, Klaus Franke, Günter Leufgen und Günter Kirch dabei formiert. Er bestritt 22 Ligaspiele und ETB belegte den 8. Platz in der letzten Runde der alten zweitklassigen Regionalliga. Er stand bei der Mannschaft vom Uhlenkrugstadion im Anschluss dreieinhalb Jahre in der Nordstaffel der 2. Bundesliga im Tor.

Das erste Spiel in der 2. Bundesligarunde 1974/75 absolvierte Wulf am 4. August 1974 bei einem 0:0-Heimremis gegen den VfL Wolfsburg. Er hütete unter Trainer Albert Becker das Tor von SWE hinter der Abwehr um Franz-Josef Laufer, Klaus Albert, Udo Leunissen, Günter Leufgen und Horst Willmsen. Am Rundenende hatte Wulf 31 Ligaspiele absolviert und ETB den 12. Platz belegt. In den folgenden zwei Runden (1975/76, 1976/77) verbesserte er sich mit seinem Verein auf den siebten und achten Rang und war phasenweise auch am Kampf um den 2. Platz beteiligt. Mit Mitspielern wie Thomas Hörster, Uwe Reinders, Hans Fritsche und Franz-Josef Laufer war Wulf, der in beiden Runden jeweils 38 Ligaspiele bestritt, der Schritt nach vorne in der Tabelle geglückt.

Finanzielle Nöte zwangen ETB im Sommer 1977 zum Verkauf von etlichen Stammspielern. Wulf blieb zwar die Hinrunde noch am Uhlenkrug, aber den totalen Absturz von Schwarz-Weiß konnte er nicht verhindern. Zu den Abgängen im Sommer 1977 gehörten: Klaus Albert, Thomas Hörster, Uwe Reinders, Hans Fritsche, Franz-Josef Laufer, Herbert Zimmer, Hans-Jürgen Zimmer und Jürgen Nabrotzki. Ab März 1978 verabschiedete sich auch Torhüter Wulf und flog nach New York und spielte in der NASL bei den Rochester Lancers.

Da bei Wormatia Worms nach der Herbstmeisterschaft 1979/80 Geldgeber Heyn das Geld ausgegangen war und deshalb die drei Leistungsträger Thomas Zander (Torhüter) und die beiden Angreifer Niels Poulsen und Werner Seubert verkauft werden mussten und auch Trainer Eckhard Krautzun den Arbeitsplatz wechselte[2], schloss sich Wulf im Winter 1978/79 als Nachfolger von Zander für anderthalb Jahre dem Zweitligisten aus der Nibelungenstadt an. Mit Worms belegte Wulf am Ende der Saison 1978/79 in der Südstaffel den 3. Rang. In der Folgesaison 1979/80 hütete Wulf in allen 40 Ligaspielen das Tor der Wormatia. Die Wormser belegten mit Mitspielern wie Lothar Wesseler, Heiner Schmieh, Bernd Nathmann, Bodo Mattern, Walfried Günther und Helmut Eckstein den 10. Rang und Wulf unterschrieb beim Aufsteiger KSV Hessen Kassel zur Saison 1980/81 einen neuen Vertrag.

Kassel und Hannover, 1980 bis 1990

Danach stand der 1,83 Meter große Torwart sechs Jahre beim ebenfalls in der 2. Liga Süd spielenden KSV Hessen Kassel unter Vertrag. Wulf debütierte für Kassel am Rundenstarttag, den 5. August 1980, bei einem 0:0 beim SC Freiburg in der 2. Bundesliga. Mit der 0:1-Auswärtsniederlage am 8. Mai 1986 bei der SpVgg Bayreuth verabschiedete er sich aus dem Ligabetrieb des KSV. Durchgehend sechs Jahre hatte der Mann aus Überruhr alle 228 Spiele für Kassel in der 2. Bundesliga von 1980 bis zum Schlusstag der Saison 1985/86 für die Mannschaft aus dem Auestadion bestritten. Sechs Jahre ohne Ausfall, jeglicher Krankheit, Verletzung, gelegentlichen Formschwankungen trotzend, hatte Wulf im Tor von Kassel gestanden. Bei den Mitspielern hatten sich die Namen vom Start mit Bernd Sturm, Manfred Grawunder, Manfred Damerau, Peter Kempa, Gerd Grau, Klaus Zaczyk, Otmar Ludwig, Helmut Hampl, Winfried Döring hin zum Ende mit Mike Kahlhofen, Uwe Schreml, Volker Münn, Uwe Eplinius, Stephan Kuhn, Dirk Bakalorz, Lothar Sippel, Dieter Hecking und Michael Deuerling dagegen verändert.

Die Zeit in Kassel brachte für Wulf und seine Mannschaftskameraden unter den Trainern Rudi Kröner (1980–82), Friedhelm Konietzka (1982/83) und Jörg Berger (1983–85) eine Erfolgswelle zum KSV und mehrmals das knappe Scheitern am Aufstieg in die Bundesliga. Besonders dramatisch verlief die Runde 1984/85: Als am 9. Juni 1985 der letzte Spieltag angepfiffen wurde, war Hessen Kassel Tabellenführer und brauchte in Nürnberg nur noch einen Punkt zum Aufstieg. Ihren ersten Matchball hatten die Nordhessen eine Woche zuvor vor ausverkauftem Haus gegen Verfolger Hannover 96 verspielt (2:2 nach 2:0-Führung). Nun hofften die mitgereisten KSV-Fans auf das ersehnte Unentschieden beim FCN, das nach zwei vierten Plätzen endlich Erstligafußball nach Nordhessen bringen sollte. Doch es kam anders. Der 1. FC Nürnberg gewann vor 56.339 Zuschauern das Spiel mit 2:0 und wurde damit am letzten Spieltag Meister und parallel schlug auch Hannover 96 vor 60.000 Zuschauern Hertha BSC mit 2:0 und rückte auf den 2. Platz nach vorne. Beide Mannschaften stiegen in die Bundesliga auf, was aber auch der 1. FC Saarbrücken als Tabellendritter durch die Relegationsspiele gegen Arminia Bielfeld (2:0/1:1) erreichte. Frustriert beendete Hessen Kassel erneut als Vierter die Runde.[3] Der Torhüter blieb noch eine sechste Runde in Kassel, war wiederum in allen 38 Ligaspielen im Tor des KSV, unterschrieb zur Saison 1986/87 aber einen neuen Vertrag bei Hannover 96.

Hannover war aus der Bundesliga abgestiegen und baute eine neue Mannschaft auf. Mit Jürgen Wähling kam ein neuer Trainer zu den „Roten“ und für den Spielerkader wurden Wulf als Ersatz für Jürgen Rynio und die Feldspieler Gregor Grillemeier und Heinz Knüwe geholt. Frank Hartmann kehrte im Laufe der Hinrunde vom FC Bayern München zurück und von den Stuttgarter Kickers kam auch noch Peter Hobday an die Leine. Tatsächlich erlebte Wulf mit Hannover in der Saison 1986/87 den Meisterschaftserfolg und damit den Aufstieg in die Bundesliga; er holte damit nach, was ihm in den sechs Runden zuvor mit Kassel nicht gelungen war. Gegen den späteren Vizemeister und Mitaufsteiger Karlsruher SC glückte am 23. November 1986 ein 8:0-Heimerfolg, wobei Grillemeier mit den letzten drei Toren in Folge ein Hattrick gelang. Beim für die bereits aufgestiegenen Hannoveraner bedeutungslosen 5:5-Remis am letzten Spieltag auswärts gegen den bereits abgestiegenen FSV Salmrohr wurde Wulf für den verletzten Karsten Surmann 26 Minuten vor Ende der Partie eingewechselt und erzielte dabei sogar einen Treffer.[4] Wulf war in der Aufstiegsrunde in 32 Ligaspielen für Hannover 96 aufgelaufen.

In der Bundesliga bestritt er 1987/88 acht Spiele für 96.[5] Trainer Wähling setzte auf Ralf Raps im Tor. Das Wulf sich einen Schlüsselbeinbruch bei einem Trainingsspiel in Vorsfelde zugezogen hatte, sorgte neben seinem Alter mit für seine Rolle als Ersatzkeeper.[6] Mit den letzten beiden Rundenspielen im Mai 1988 gegen Eintracht Frankfurt (3:3) und der 0:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln verabschiedete sich der Torhüter aus Hannover. Gemeinsam mit Bastian Hellberg, Karl-Heinz Geils, Mathias Kuhlmey, Holger Willmer und Peter Hobday hatte er dabei die Defensive gebildet.

1988 kehrte Wulf zu den Kasselern zurück und half beim Aufstieg in die 2. Bundesliga mit. Er spielte von 1990 bis 1998 noch beim nordhessischen Oberligisten FSC Lohfelden, wo er erst als 47-Jähriger wegen einer Knieverletzung aufhörte. Mit 440 Zweitligaspielen ist Hans Wulf auf Platz vier der Ligarangliste.[7]

Literatur

  • Christian Karn, Reinhard Rehberg: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 9: Spielerlexikon 1963–1994. Bundesliga, Regionalliga, 2. Liga. Agon-Sportverlag, Kassel 2012, ISBN 978-3-89784-214-4, S. 558.
  • Achim Nöllenheidt (Hrsg.): Fohlensturm am Katzenbusch. Die Geschichte der Regionalliga West 1963 bis 1974, Band 2. Klartext Verlag. Essen 1995. ISBN 3-88474-206-X.
  • Hardy Grüne: 50 Jahre 2. Liga. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2024. ISBN 978-3-7307-0705-0.

Einzelnachweise

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