Harald Loeschner

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Harald Loeschner (* 1940 in Saaz; † 2020) war ein deutscher Diplomat. Er war Botschafter in Kambodscha, in Ghana und in Tadschikistan.

Werdegang

Loeschner wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kind mit seiner Familie aus dem Sudetenland vertrieben. Er wuchs daraufhin im fränkischen Spalt auf. Er besuchte zunächst die Heimschule der Jesuiten in Ingolstadt und später das Martin-Behaim-Gymnasium Nürnberg, wo er das Abitur ablegte. Anschließend leistete er Wehrdienst. Er absolvierte unter anderem an der Universität Erlangen und in Teheran ein Studium der Rechtswissenschaft und Orientalistik. Er wurde in Erlangen 1969 zum Dr. jur. und 1971 zum Dr. phil. promoviert.[1]

1971 trat Loeschner in den Auswärtigen Dienst ein. 1972 wurde er nach Beirut abgeordnet; von 1972 bis 1976 folgte eine Verwendung als Legationsrat an der Botschaft in Bagdad, wo er in Kontakt mit Mustafa Barzani stand. Daraufhin war er drei Jahre lang Teil des Arbeitsstabs „Dritte Seerechtskonferenz der Vereinten Nationen“ in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Bonn. Anschließend war er vier Jahre lang an der Ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York tätig. Von 1983 bis 1985 war er Kulturreferent an der Botschaft in Athen. Während des Prozesses zur deutschen Wiedervereinigung war Loeschner stellvertretender Referatsleiter Völkerrecht im Auswärtigen Amt in Bonn. Anschließend war er vier Jahre lang Stellvertreter des Botschafters an der Botschaft in Teheran. Von 1993 bis 1997 war er als Vortragender Legationsrat 1. Klasse Referatsleiter für Exportkontrolle von Kriegswaffen und für Nichtverbreitung von Kernwaffen im Auswärtigen Amt; als solcher war er auch für den Bundessicherheitsrat zuständig.[1]

Von 1997 bis 2001 war Loeschner Botschafter in Kambodscha und Leiter der Botschaft in Phnom Penh. Anschließend war er von 2001 bis 2003 Botschafter in Ghana und Leiter der Botschaft in Accra. Schließlich war er von 2003 bis zu seiner Pensionierung 2005 Botschafter in Tadschikistan und Leiter der Botschaft in Duschanbe.[1]

Loeschner war verheiratet und Vater dreier Kinder. Nachdem seine Frau verstorben war, heiratete er ein zweites Mal. Die Trauung mit einer Beamtin des Auswärtigen Amts wurde während seiner Zeit als Botschafter in Kambodscha zeremoniell von König Norodom Sihanouk als oberstem Geistlichen des Landes im Königlichen Palast vollzogen; als Trauzeugin fungierte Königin Norodom Monineath. Nach seiner Pensionierung zog er nach Gräfensteinberg im Fränkischen Seenland.[1]

Werke

  • Die dogmatischen Grundlagen des šīʿitischen Rechts. Carl Heymanns, Köln u. a., 1971.
  • Staatsangehörigkeit und Islam. Erlangen u. a., 1971.

Einzelnachweise

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