Harald Wack

deutscher Gerichtspräsident und Verfassungsrichter From Wikipedia, the free encyclopedia

Harald Wack (geboren 20. Oktober 1967 in Gießen) ist ein deutscher Jurist.[1] Er war von 2016 bis 2023 Präsident des Verwaltungsgerichts Gießen und ist seit 2023 Mitglied des Staatsgerichtshofs des Landes Hessen.[2]

Leben

Wack studierte Rechtswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seit 6. Juli 2000 war er Richter am Landgericht Gießen.[1] Zunächst arbeitete er am Amtsgericht Butzbach, am Verwaltungsgericht Gießen, am Hessischen Staatsgerichtshof und schließlich im Hessischen Justizministerium. 2008 wurde Wack weiterer aufsichtführender Richter beim Amtsgericht Wetzlar, 2013 Vizepräsident des Amtsgerichts Gießen und 2019 Präsident des Verwaltungsgerichts Gießen.[2] Da es in Gießen eine Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete gibt, sind am Verwaltungsgericht Gießen zwischen 30 und 50 % der hessischen Asylverfahren anhängig.[3]

Seit dem 1. April 2023 ist Harald Wack stellvertretendes richterliches Mitglied im Staatsgerichtshof des Landes Hessen. Er wurde zusammen mit Annett Wunder am 22. März 2023 im Hessischen Landtag vereidigt. Wack und Wunder lösten die beiden langjährigen hessischen Verfassungsrichter Michaela Kilian-Bock und Mathias Metzner ab.[4] Seit 15. Juni 2023 ist Harald Wack Vorsitzender Richter im 2. Senat am Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel, wo unter anderem das Straßen- und Verkehrsrecht, das Bergrecht sowie das Versammlungsrecht verhandelt werden.[5][6]

Harald Wack ist stellvertretender Vorsitzender des Richterbundes Hessen in Gießen.[7] Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 kandidierte Wack auf der Liste der FDP in Weimar (Lahn) auf Platz 6.[8]

Am 11. November 2024 hielt Wack bei einer Feierstunde zur verspäteten Übergabe des Präsidentenamts am Gießener Verwaltungsgericht eine Rede, in der er die gerichtliche Genehmigung einer NPD-Versammlung in Wetzlar begründete und das von ihm gerichtlich erlassene Verbot einer Versammlung von Klimaschützern verteidigte, die er als „Politchaoten“ bezeichnete.[9][10] Dafür stellten Betroffene Strafanzeige gegen Wack wegen „übler Nachrede“ und „Volksverhetzung“.[11][12] Die Staatsanwaltschaft lehnte Ermittlungen gegen Wack ab, die Äußerung sah sie durch das Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt.[13]

Im November 2025 wurde Wack zum Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Mittelhessen bestellt.[14]

Siehe auch

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI