Harm Paulsen
deutscher Experimentalarchäologe
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Harm Paulsen (* 1944 in Lübeck) ist ein deutscher Experimentalarchäologe und Archäotechniker.
Leben und Wirken
1964 absolvierte Harm Paulsen eine Ausbildung zum Elektrotechniker und verpflichtete sich bei der Bundesmarine als Radartechniker. Nachdem während eines Rettungseinsatzes in der Skagerrak schwer verletzt wurde, quittierte er den Dienst und hatte noch mehrere Jahrzehnte die Folgen des Unfalls zu bewältigen.[1]
1968 wechselt er auf Vermittlung von Karl Wilhelm Struve an das ehemalige Landesamt für Vor- und Frühgeschichte in Schleswig auf Schloss Gottorf, das heutige Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein, wo er eineinhalb Jahrzehnte zunächst als Grabungstechniker, dann als Grafiker für Publikationen und die archäologische Landesaufnahme tätig war.[1] Von 1985 bis 2009 war Paulsen am Archäologischen Landesmuseum Schleswig-Holstein angestellt[2], bis er 2011 in den Ruhestand ging.[3]
Neben seiner Arbeit in der Landesarchäologie war Paulsen an über 100 Film- und Fernsehproduktionen in beratender Funktion hinter und vor der Kamera aktiv.[3] Er wirkte 1997 in der Serie mittendrin mit Peter Lustig mit, 2011 und 2013 in der Dokumentationsserie Planet Wissen und 2008 bei der Miniserie Die Reise der Menschheit.[4] 1994 spielte er in der Folge Peters Reise in die Steinzeit der Fernsehsendung Löwenzahn mit[5] und begleitete 2007 das Projekt Steinzeit – Das Experiment.[6]
Ehrungen
- 2008 – Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein als Gründer und Vorsitzender des Wikingervereins Opinn-Skjold e. V.[7]
- 2010 – Silberne Halbkugel des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz als „Vorreiter der Experimentalarchäologie in Deutschland“[8]
- 2011 – Deutscher Archäologiepreis der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte[9]: Volker Arnold würdigte in seiner Laudatio: „Nach Auffassung der DGUF hat Harm Paulsen mit seiner intensiven Beschäftigung wesentlich dazu beigetragen, unsere Kenntnis über die Steinzeiten weiter zu entwickeln und dem zu seinen Anfängen vor mehr als 30 Jahren neuen Feld der experimentellen Archäologie überzeugend den Weg geebnet. Dabei hat er einer breiteren Öffentlichkeit die steinzeitlichen Epochen der Menschheitsgeschichte erst erfahrbar gemacht.“[1]
Trivia
Paulsen erwähnte häufig, dass er auf 43 verschiedene Arten Feuer machen kann.[3]
Literatur
- Wulf Hein: Ein Leben für die Archäologie – Harm Paulsen. In: Experimentelle Archäologie in Europa. Bilanz 2011. Band 10. Isensee, Oldenburg 2011, ISBN 978-3-89995-794-5, S. 9–12 (exar.org [PDF]).
Weblinks
- Harm Paulsen: Zwischen Ötzi und den Wikingern. auf shz.de
- Literatur von und über Harm Paulsen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Harm Paulsen bei IMDb