Hartmut Foertsch
deutscher Generalmajor des Heeres der Bundeswehr
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Hartmut Foertsch (* 10. Juli 1936 in Königsberg in Preußen; † 19. Februar 2011[1]) war ein Generalmajor des Heeres der Bundeswehr.
Leben
Foertsch erlangte am humanistischen Ratsgymnasium Goslar das Abitur und trat am 1. April 1957 als Offizieranwärter in die Bundeswehr ein. Er durchlief die Offizierausbildung zum Offizier des Truppendienstes der Artillerietruppe an einer Heeresoffizierschule und der Artillerieschule in Idar-Oberstein. Am 1. April 1959 erfolgte die Ernennung zum Leutnant. Es folgten Verwendungen als Zugführer und Offizier für Personalwesen (S 1) im Panzerartilleriebataillon 25 in Braunschweig. Im Dezember 1961 wurde er S 1 und Hörsaal-Leiter an der Heeresoffizierschule II in Hamburg, im April 1962 zum Oberleutnant befördert, im April 1964 Batteriechef im Panzerartilleriebataillon 65 in Stadtallendorf und im April 1966 Hauptmann.
Von Oktober 1967 bis September 1969 absolvierte Foertsch den 10. Generalstabslehrgang Heer an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo er zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde. Anschließend war er Referent im Führungsstab der Streitkräfte in der Unterabteilung IX (Militärpolitik, Führungs- und Planungsgrundlagen), Referat 1 und nach Umgliederung des Führungsstabs zum Januar 1971 in der Stabsabteilung III, Referat 2 (Militärstrategie) im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn. Danach war er ab August 1971 Generalstabsoffizier für Planung, Ausbildung und Organisation (G 3) der 1. Panzergrenadierdivision in Hannover und besuchte vom Februar bis Juni 1974 den 44. Lehrgang am NATO Defense College in Rom in Italien. Im Folgenden war er von Juli 1974 bis September 1976 Bataillonskommandeur des Panzerartilleriebataillons 45 in Bad Arolsen, das zum 1. Oktober 1976 in Panzerartilleriebataillon 345 umbenannt wurde. Ab Oktober 1976 war er G 3 für Kampfunterstützung in der Central Army Group der NATO in Heidelberg, wurde im April 1978 Chef des Stabes der 4. Jägerdivision in Regensburg und im Januar 1980 Chef des persönlichen Stabes des Oberbefehlshabers Europa Mitte im Hauptquartier Allied Forces Central Europe der NATO in Brunssum in den Niederlanden.
Im Oktober 1982 wurde Foertsch Brigadekommandeur der Panzerbrigade 20 in Iserlohn, im April 1985 stellvertretender Leiter und Chef des Stabes beim Deutschen Militärischen Vertreter im NATO-Militärausschuss in Brüssel in Belgien und im April 1987 Stellvertretender Beigeordneter Direktor der Abteilung Planung und Politik im Internationalen Militärstab der NATO in Brüssel. Von April 1989 bis Oktober 1990 führte er die 12. Panzerdivision in Veitshöchheim als Divisionskommandeur. Am 3. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Wiedervereinigung, wurde er in seiner letzten Verwendung Leiter des Deutschen Verbindungskommandos zu den Sowjetischen Truppen in Deutschland mit Sitz in Berlin. Mit Ablauf des Dezember 1994 wurde er in den Ruhestand versetzt.
Foertsch war verheiratet, evangelisch und hatte eine Tochter (Henrike) sowie einen Sohn (Frederik (1966–2023)), war Sohn des späteren Generalinspekteurs der Bundeswehr Friedrich Foertsch, Neffe von Hermann Foertsch und Cousin von Volker Foertsch.
Auszeichnungen
- Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1995)
- Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1993)
- Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1986)
Siehe auch
Schriften
- Der Abzug der russischen Streitkräfte aus Deutschland. In: im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes von Bruno Thoß unter Mitarbeit von Wolfgang Schmidt (Hrsg.): Vom Kalten Krieg zur Deutschen Einheit: Analysen und Zeitzeugenberichte zur deutschen Militärgeschichte 1945 bis 1995. R. Oldenbourg Verlag, München 1995, ISBN 978-3-486-56160-9, S. 463–472.
- Eine erste Bilanz. Abzug der Westgruppe der Truppen aus Deutschland. In: Europäische Sicherheit. Band 41, Nr. 4, 1992, S. 229–231.
- Der Abzug der russischen Streitkräfte aus Deutschland – „Keiner sagt: ‚Jungs, kommt bald wieder‘“. In: Europäische Sicherheit. Band 43, Nr. 3, 1994, S. 125–127.
Literatur
- Dermot Bradley, Heinz-Peter Würzenthal, Hansgeorg Model: Die Generale und Admirale der Bundeswehr 1955–1997 – Die militärischen Werdegänge (= Dermot Bradley [Hrsg.]: Deutschlands Generale und Admirale. Teil VIb). Band 1, Adam – Fuhr. Biblio-Verlag, Osnabrück 1998, ISBN 978-3-7648-2492-1, S. 580–581.
- Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 1992/1993. 9. Auflage. Bernard & Graefe, Bonn 1992, ISBN 3-7637-5887-9, S. 50.