Hartmut Renner
deutscher Metallbildhauer
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Hartmut Renner (* 18. Dezember 1951 in Kleinfurra) ist ein deutscher Metallbildhauer.


Leben
Renner absolvierte von 1973 bis 1975 eine Lehre als Gürtler und studierte von 1975 bis 1980 Metallgestaltung bei Irmtraud Ohme und Karl-Heinz Trautmann an der damaligen Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein. Nach der Diplomierung hatte Hartmut Renner eine zweijährige Aspirantur bei Irmtraud Ohme. Seit 1982 arbeitet er in Halle als freischaffender Metallbildhauer.[1] Er beteiligte sich von 1979 bis 1987 an fünf Stahlgestalter-Symposien im VEB Chemieanlagenbau Staßfurt und hatte mit weiteren jungen Künstlern von 1984 bis 1989 fünf Arbeitsaufenthalte im VEB Mansfeldkombinat „Wilhelm Pieck“ in Eisleben. 1986 erhielt er zusammen mit Ohme und Jörg-Tilmann Hinz einen 3. Preis der IV. Quadriennale des Kunsthandwerks sozialistischer Länder in Erfurt. Er war in der Zeit der DDR auf wichtigen Ausstellungen vertreten, u. a. 1982/1983 und 1987/1988 auf der IX. und X. Kunstausstellung der DDR und 1989 in Westberlin auf Metallkunst aus der Deutschen Demokratischen Republik.
Ausstellungen und auch Symposien im In- und Ausland prägten insbesondere Renners Wirken in den Jahren nach der politischen Wende in Deutschland. Dazu zählen u. a. das Projekt Kunst im Stadtraum (Brüssel/Berlin, 1996/1997), seine Teilnahme an Ausstellungen und Symposien Internationale Bildhauer Kopenhagen, Darmstädter Sezession, Internationales Kunst- und Architekturprojekt Berlin-Hellersdorf (1994) und von 1997 bis 2000 Landschaftskunstprojekte für die Weltausstellung EXPO 2000. Seine Arbeiten werden auch im Buch Die Metaller der Burg – Von der angewandten Metallkunst zur Stahlplastik aufgegriffen.
Mitgliedschaften
- 1983 bis 1990 Verband Bildender Künstler der DDR
- seit 1990 Verband bildender Künstler.
Wirken


Renner beschäftigt besonders die sensible Wahrnehmung von Räumen und Strukturen, Landschaft wird für ihn zum Gegenstand der Kunst. Zum bedeutendsten Schaffen zählt die durch seine Werke wahrnehmbare Veränderung der Goitzschelandschaft, ähnlich einem künstlichen Häutungsprozess, das Projekt erhielt daher auch die Bezeichnung Die Haut. Das ehemalige Tagebaugebiet wandelte sich zum „weltgrößten Kunstprojekt“, welches im Zuge der Weltausstellung EXPO 2000 entstand. Hartmut Renner gestaltete mit dem mehrjährigen Projekt vor allem die ständige Veränderung der Landschaft im nördlichen Bereich der Halbinsel Pouch. Im Jahr 2001 erhielt das Gesamtprojekt Landschaftspark Goitzsche in den Kategorien „Planung“ und „Design“ den EDRA/PLACES Award. Das war das erste deutsche Projekt mit einer solchen internationalen Auszeichnung.
Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)

Renners Plastiken, zumeist aus Metall, sind auch Teil weiterer öffentlicher Räume. Häufig gestaltet er Bewegungselemente.
– chronologisch geordnet-.
- 1990: Tiere Tore, 3-teilige Skulpturengruppe Stahl farbig (Höhe bis 3,50 Meter, Breite bis 5,00 Meter, Länge bis 8,00 Meter – jeweils je nach Platzierung), bis 2020 Stadt Jena, jetzt Furth im Wald als Dauerleihgabe der Marion-Ermer-Stiftung
- 1993: Arc de Potsdam, zusammen mit Grégory Anachkov; Potsdam, Am Kanal 7 Ecke Charlottenstraße;
Stahl und Aluminium, Gesamthöhe sechs Meter[2] - 1995: Garten blau, Skulpturengruppe Stahl farbig, Stadt Wittenberg
- 1996: Drei Säulen, kinetische Skulptur, Edelstahl, Dessau
- 1997–2000: Haut, Landschaftskunstprojekt EXPO 2000, Landschaftspark Goitzsche
- 1998: Garten gelb, kinetische Skulpturengruppe, Edelstahl/Acrylglas, LOandesbehördenzentrum Frankfurt (Oder)
- 1999: Antesa, kinetische Skulptur, Edelstahl, Höhe 11 m, Telekom AG Halle (Saale)
- 2001: Halme, kinetische Installation, Edelstahl, Fachhochschule Schmalkalden
- 2007: Findling, begehbare Edelstahl-Skulptur, Skulpturenweg Fläming, Kunstwanderweg Hoher Fläming
- 2007: Wassergarten, kinetische Installation, Edelstahl/Acrylglas, Universitätsklinikum Jena
- 2011: netzwerk, Skulptur Edelstahl/Acrylglas, Technische Hochschule Merseburg
- 2018: Hofgärten, kinetische Installation, Edelstahl/Acrylglas, Universitätsklinikum Jena
- 2019: Drei tanzende Säulen, Erinnerung an das zerstörte Herzogliches Hoftheater, kinetische Skulptur, Edelstahl, Höhe 5 m, Bauhaus Museum Dessau
Literatur (chronologisch)
- Andreas Hüneke: Atelierbesuche bei jungen Künstlern. Hartmut Renner. In: Bildende Kunst, Berlin, 11/1981, S. 537/538
- Heinrich Schierz: Land gewinnen. Mitteldeutscher Verlag, 2000, ISBN 3-89812-023-6.
- Ulrich Barnickel: Die Metaller der Burg – von der angewandten Metallkunst zur Stahlplastik. Cuviller Verlag, 2007, ISBN 978-3-86727-289-6.
- Heinrich Schierz: Aufbruch zu neuen Ufern. 2. Auflage. Heinrich Verlag, Stekovice 2009, ISBN 978-3-89923-227-1.
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 758
- Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bei Bund und Ländern, BMVBS-Online-Publikation Nr. 05/2011, kommentierte Synopse zur Kunst am Bau bei Bund und Ländern
Weblinks
- Hartmut Renner . Metallbildhauer. In: hartmut-renner.de. (offizielle Website mit Ansichten wichtiger Werke).