Hatten
Gemeinde im Landkreis Oldenburg in Niedersachsen
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Hatten ist eine Gemeinde im Landkreis Oldenburg in Niedersachsen mit etwa 14.000 Einwohnern. Sitz der Gemeinde ist Kirchhatten.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 53° 2′ N, 8° 20′ O | |
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Oldenburg | |
| Höhe: | 14 m ü. NHN | |
| Fläche: | 103,78 km² | |
| Einwohner: | 14.250 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 137 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 26209 | |
| Vorwahlen: | 04481, 04482 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OL | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 58 009 | |
| Gemeindegliederung: | 11 Ortsteile[2] | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptstraße 21 26209 Hatten | |
| Website: | hatten.de | |
| Bürgermeister: | Guido Heinisch (Parteilos) | |
| Lage der Gemeinde Hatten im Landkreis Oldenburg | ||
Geographie
Geographische Lage
Hatten befindet sich am Nordwestrand des Naturparks Wildeshauser Geest vom Oldenburger Stadtrand bis etwa 15 km (Luftlinie) südöstlich von Oldenburg und breitet sich mit seinen Ortsteilen, die teils inner- bzw. außerhalb des Naturparks liegen, östlich der Osenberge aus.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Hatten besteht aus folgenden elf Bauerschaften und Dörfern:[2]
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Nachbargemeinden
Die Gemeinde Hatten (Oldb.) liegt südöstlich von Oldenburg, südwestlich von Hude, westlich von Ganderkesee, nördlich von Dötlingen, nordnordöstlich von Großenkneten und östlich von Wardenburg.
Oberflächengewässer, Moore und andere Schutzgebiete
Das Gemeindegebiet von Hatten (Oldb) gehört hydrologisch zum Einzugsgebiet der Hunte und damit zum Flusssystem der Weser und gehört naturräumlich zur Delmenhorster Geest sowie zur Hunte-Leda-Moorniederung.[3] Die Landschaft ist durch eine flachwellige Geest mit Niederungsbereichen, zahlreichen Bachläufen, Entwässerungsgräben, Feuchtwiesen und Moorresten geprägt.
Die Hunte berührt den westlichen und südwestlichen Rand des Gemeindegebiets und bildet abschnittsweise die Grenze zu den Gemeinden Wardenburg und Großenkneten. Weitere Fließgewässer sind kleinere Nebenläufe wie die Lethe sowie ein dichtes Netz künstlicher Gräben und Siele zur landwirtschaftlichen Entwässerung und zum Hochwasserschutz.
Reste ehemaliger Moorlandschaften, insbesondere im Bereich des Hatter Moores, besitzen hohe Bedeutung für den Natur- und Klimaschutz. Nach früheren Eingriffen durch Entwässerung werden heute Maßnahmen zur Renaturierung, Wiedervernässung und zum Erhalt verbliebener Feuchtgebiete umgesetzt.
Die Gemeinde ist in regionale Hochwasserschutz- und Gewässerentwicklungsprogramme eingebunden, darunter die kommunale Hochwasserpartnerschaft im Einzugsgebiet der Hunte. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung klimaangepasster Schutzmaßnahmen.[3]
Große Teile des Gemeindegebiets liegen in Schutzgebieten, darunter das Naturschutzgebiet Mittlere Hunte (NSW WE 319),[4] das der ökologischen Durchgängigkeit, der Retention und dem Hochwasserschutz dient. Das Naturschutzgebiet Tannersand und Gierenberg (NSW 066)[5] schützt Sand- und Heidebiotope sowie die biologische Vielfalt. Ergänzend werden Projekte zur Gewässerpflege, Biotopvernetzung und ökologischen Aufwertung gefördert.[6]
Untergrundverhältnisse
Die Gemeinde Hatten liegt im nordwestdeutschen Tiefland innerhalb der eiszeitlich geprägten Geestlandschaft des Oldenburger Landes.
Der geologische Untergrund besteht überwiegend aus quartären Lockersedimenten aus Sanden und Kiesen, die stellenweise von Lehm-, Schluff- und Tonlagen überdeckt werden. In tieferen Bereichen folgen gering durchlässige tertiäre Feinsande, Tone und Schluffe, die die Grundwasserverhältnisse maßgeblich prägen.[7]
Hydrogeologisch ist das Gebiet durch mehrere übereinanderliegende Grundwasserleiter gekennzeichnet. Der oberflächennahe, ungespannte Aquifer liegt in 1–6 m Tiefe, wird direkt durch Niederschläge gespeist und reagiert empfindlich auf saisonale Schwankungen sowie landwirtschaftliche Belastungen, insbesondere Nitrat. Aufgrund der geringen Überdeckung ist er stark gefährdet.
Der zweite Grundwasserleiter befindet sich in etwa 20–40 m Tiefe, besteht aus mächtigen Sand- und Kiesschichten und ist durch gering durchlässige Deckschichten geschützt. Er stellt die wichtigste Ressource für die öffentliche Trinkwasserversorgung dar.[8][9][10]
Im südöstlichen Bereich des Gemeindegebietes von Hatten und darüber hinausgehend befindet sich das Wasserschutzgebiet Sandkrug (Gebietsnummer 03458009101) mit einer Fläche von ca. 32 km².[11]
Geschichte
Hatten oder auch Kirchhatten wurde als Hatho erstmals im Jahre 860 urkundlich erwähnt.[12]
Hatho ist vom altdeutschen Hathus oder Hadu abgeleitet. Die Bedeutung lautet übersetzt „Krieg, Gott des Kriegsglücks und glücklicher Kämpfer“.
Politik
Gemeinderat
Der Rat der Gemeinde Hatten besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Die 30 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Guido Heinisch.
Die Kommunalwahl am 12. September 2021 ergab das im Folgenden aufgelistete Ergebnis.[13] Die Wahlbeteiligung bei dieser Kommunalwahl lag bei 66,6 %,[13] bei der vorherigen Kommunalwahl am 11. September 2016 waren es 59,33 %.[14]
| Partei | Stimmenanteil | Änderung zum Vorjahr | Sitze |
|---|---|---|---|
| CDU | 22,75 % | −0,15 % | 4 |
| SPD | 29,85 % | −8,25 % | 9 |
| B90/Die Grünen | 20,69 % | +8,12 % | 6 |
| FDP | 15,92 % | +1,45 % | |
| AfD | 4,05 % | +4,05 % | |
| UWG | 1,59 % | +1,12 % | |
| Die Linke | 3,11 % | +0,15 % | |
| Freie Wähler | 2,03 % | +0,45 % | 3 |
Bürgermeister

Bei den letzten Bürgermeisterwahlen am 12. September 2021 traten insgesamt sechs Kandidaten in der Gemeinde Hatten an.[16] In der Stichwahl am 26. September 2021 wurde Guido Heinisch zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Bei der Stichwahl erhielt Heinisch 58,78 % der Stimmen, sein Gegenkandidat Bastian Ernst (CDU) 41,22 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,04 %.[17] Heinisch trat sein Amt zum 1. November 2021 an und löste den seit 2014 amtierenden Bürgermeister Christian Pundt ab. Guido Heinisch hat in 36 Berufsjahren unterschiedliche Funktionen bei der Bundeszollverwaltung ausgeübt (u. a. Pressesprecher, Betriebsprüfer, Innenrevisor und nebenamtlicher Dozent).
Wappen
Das Wappen der Gemeinde Hatten zeigt zu Füßen von zwei Tannen den Oldenburger Grafenschild mit zwei waagerechten roten Streifen auf gelben (goldenem) Grund nach dem ältesten Wappen der Grafen von Oldenburg und Wildeshausen und darüber die aus demselben Wappen entnommene stilisierte Rose.[18]
Flagge
Die Flagge der Gemeinde Hatten zeigt auf gelbem und grünem Tuch das Gemeindewappen.[18]
Gemeindepartnerschaften
Hatten (Oldb.) pflegt Partnerschaften mit den Gemeinden
Auvers-le-Hamon in der Region Pays de la Loire (Frankreich), seit 1980
Machatschkala in Dagestan (Russland), seit 1989
Hatten (Bas-Rhin) im Elsass (Frankreich), seit 1990
Weiterhin bestehen seit 1990 partnerschaftliche Kontakte zu den deutschen Gemeinden und Ortschaften
Wirtschaft und Infrastruktur
Durch den Ortsteil Sandkrug verläuft die Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück. Dort verkehren stündlich, zu Hauptverkehrszeiten halbstündlich, Züge der NordWestBahn. Die Gemeinde ist durch die Autobahnanschlüsse Hatten (A28 Oldenburg-Bremen) und Sandkrug (A29 Oldenburg-Dreieck Ahlhorner Heide) erschlossen.
Die beiden Grundzentren Sandkrug und Kirchhatten sind staatlich anerkannte Erholungsorte, in der die Naherholung einen großen Stellenwert genießt.
In der Gemeinde Hatten liegen außerdem zwei Golfplätze und ein Freizeitzentrum mit Campingplatz und Freibad, Kletterwald, BMX-Bahn, Tennisplätzen, Basketballplatz und Beachvolleyballplätzen.
Die Golfplätze werden von den folgenden Golfclubs betrieben:
Weiterhin ist im Ortsteil Sandtange ein Flugplatz für Privatfliegerei vorhanden, auf dem der Club der Flieger (CdFO) ansässig ist. Er kümmert sich um die Belange der Privatfliegerei.
Das Barneführer Holz, das von der Hunte durchflossen wird, ist ein großer alter Wald.
Bildung
Die Waldschule Hatten war eine der ersten Schulen in Niedersachsen, an der Tablet-PCs im Unterricht eingesetzt wurden.[21]
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Naturdenkmäler
- Eiche bei Dingstede mit einem Brusthöhenumfang von 7,05 m (2016).[22]
Sport
2021 bewarb sich die Gemeinde als Host Town für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation der Special Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. 2022 wurde sie als Gastgeberin für Special Olympics Nordmazedonien ausgewählt.[23] Damit wurde sie Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.[24]
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Anton I. von Aldenburg (1633–1680), Reichsgraf und Statthalter der Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst
- Heinrich Georg Diedrich Willers (1857–1907), Kunstmaler und Dorfpoet
- Hermann von Wicht (1879–1942), evangelischer Theologe
- Heinrich Lankenau (1891–1983), Polizeigeneral, SS-Gruppenführer
- Peter Suhrkamp (1891–1959), Verleger
Personen, die mit der Gemeinde verbunden sind
- Eilert Tantzen (1929–2012), Forstmann, Gemeinde- und Kreispolitiker (FDP), Naturschützer und Genealoge, war langjährig Mitglied des Gemeinderates, Hatter Kreistagsabgeordneter sowie Bürgermeister.
Literatur
- Peter Biel: Sandkrug, Bilder und Geschichten, Die Bauerschaften Streek, Hatterwüsting, Streekermoor und Tweelbäke. Isensee Verlag, Oldenburg 1996, ISBN 3-89598-333-0.
- Peter Biel: DER SANDKRUG, Ein Gasthof in den Osenbergen. Isensee, Oldenburg 1984, ISBN 3-87358-193-0.
- Wolfgang Jansen, (Texte), Johannes Cernota, (Zeichnungen): Die Osenzwerge. Osenzwerge GbR, Sandkrug 2007, ISBN 978-3-00-021368-7.
- Gerd Kirfel: Hatten anders sehen – ein Führer durch eine Landschaft im Wandel. Isensee, Oldenburg 1998, ISBN 3-89598-581-3.
- Wolfgang Martens: Dötlingen und Hatten. Graf Anton Günthers Güter und Mühlen in Dötlingen und Hatten. Isensee, Oldenburg 1994, ISBN 3-89442-231-9.
