Hatulia B
osttimoresisches Verwaltungsamt (portugiesisch Posto Administrativo) in der Gemeinde Ermera
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Hatulia B (Hatolia B) ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt (portugiesisch Posto Administrativo) in der Gemeinde Ermera.
| Verwaltungsamt Hatulia B | ||
| Verwaltungssitz | Fatubessi | |
| Fläche | 79,08 km²[1] | |
| Einwohnerzahl | 21.479 (2022)[2] | |
| Sucos | Einwohner (2022)[2] | |
| Fatubessi | 5.582 | |
| Fatubolo | 5.910 | |
| Lisapat | 3.312 | |
| Mau-Ubo | 2.577 | |
| Urahou | 4.098 | |
| Übersichtskarte | ||
Geographie
Hatulia B liegt im Norden der Gemeinde Ermera. Westlich und südlich grenzt es an das Verwaltungsamt Hatulia (Hatulia A), östlich an das Verwaltungsamt Ermera und im Norden an das Verwaltungsamt Liquiçá der Gemeinde Liquiçá.[3] Der Verwaltungssitz wurde am 19. April 2023 bei Fatubessi eingeweiht.
Hatulia B hat eine Fläche von 79,08 km²[1] und besteht aus den Sucos Fatubolo (Fatubolu, Fatubalu), Fatubessi (Fatubesse), Lisapat (Lissapat, Lisabat), Mau-Ubo (Mau-Ubu, Mauabu, Maubo) und Urahou (Uruhau).[3][4][5]
Die Flüsse im Norden fließen zum Gleno, dem Grenzfluss zu Liquiçá. Im Süden fließen die Flüsse nach Westen in Richtung Marobo ab. Beide Flüsse sind Teil des Systems des Lóis.[6] Der Großteil von Hatulia B liegt in einer Meereshöhe von über 500 m. Nur im äußersten Westen und am Gleno sinkt das gebirgige Land tiefer. Zwischen den Bäumen ehemaliger Bergwälder mischen sich Plantagen und andere landwirtschaftliche Flächen. Am Gleno zieht sich ein schmaler Streifen von Grasland entlang.[7]
Einwohner

Hatulia B hat 21.479 Einwohner (2022), davon sind 10.918 Männer und 10.561 Frauen. Im Verwaltungsamt gibt es 3.509 Haushalte.[2] Mehr als die Hälfte der Bevölkerung spricht als Muttersprache Tetum Prasa, 45 % Mambai und etwa 200 Einwohner Tokodede. Kleine Minderheiten sprechen Habun und Atauru.[8]
Geschichte
Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die portugiesischen Kolonialherren westlich von Dili von den Reichen Ermera, Liquiçá und Leimea (Leimean, Leamea) unterstützt.[9] Im Bereich von Hatulia B herrschte im 19. und 20. Jahrhundert das Reich von Mau-Ubo (Mauhubo).[10]
Um 1863 stiftete der korrupte, portugiesische Beamte Duarte Leão Cabreira das Reich Deribate zum Krieg gegen Mau-Ubo an, weil dieses sich geweigert hatte, Handelspreise so anzusetzen, wie der portugiesische Major es gefordert hatte.[11] Im Frühjahr 1867 erhoben sich die unter der Oberhoheit von Maubara stehenden Kemak aus Leimea gegen die Portugiesen. Gouverneur Francisco Teixeira da Silva schlug den Widerstand in einem ungleichen Kampf nieder. In der 48 Stunden dauernden entscheidenden Schlacht mussten sich die Rebellen gegen eine an Feuerkraft überlegene Übermacht wehren. 15 Dörfer wurden eingenommen und niedergebrannt. Die Anzahl der Opfer unter den Timoresen ist nicht bekannt, die Portugiesen bezifferten ihre Verluste mit zwei Toten und acht Verwundeten. Das Territorium Leimeas wurde auf die benachbarten Reiche aufgeteilt.[12] Nach der Rebellion von Manufahi (1911–1912), bei der Mau-Ubo die Portugiesen unterstützte, sank die Bedeutung des Reiches.[10]

In Fatubessi errichtete der portugiesische Gouverneur José Celestino da Silva (1894–1908) Kaffeeplantagen der Sociedade Agrícola Pátria e Trabalho (SAPT). Zur Fazenda gehörten auch die Kapelle Santuário de Nossa Senhora Peregrina und andere wichtige Gebäude des Ortes, wie das das zweistöckige Gebäude der SAPT am Dorfplatz. Ihm gegenüber steht eine Säule mit der Bronzebüste von José Celestino da Silva.[13] Sie wurde im Januar 1940 von der Familie Silvas errichtet. Während der indonesischen Besatzung (1975–1999) wurde die Büste gestohlen und nach Westtimor verschleppt. Erst als die Bevölkerung sich bei Gouverneur Mário Viegas Carrascalão beschwerte, wurde die Büste nach Fatubessi zurückgebracht.

Die indonesischen Invasoren erreichten 1976 auch die Region. Bis 1979 befand sich in Fatubessi eine Widerstandsbasis (base de apoio) und das Hauptquartier des Widerstandssektors Fronteira Norte.[14][15.1] Zwischen den radikalen politischen Führern der FRETILIN und gemäßigten FALINTIL-Offizieren, die früher im portugiesischen Kolonialmilitär gedient hatten, kam es zum Konflikt. Als Politoffizier Hélio Sanches Pina den Sergeant Major José da Silva und andere Unteroffiziere degradierte, weil sie nach seiner Meinung nicht revolutionär waren, eskalierte die Situation. Pinas Gegner gründeten die Gruppierung Maromak Fatubessi (deutsch Gott von Fatubessi) und versuchten angeblich einen internen Putsch. Die Verschwörung flog auf, wurden die Verdächtigen verhaftet und Silva hingerichtet.[15.2]
Eine Offensive gegen Fatubessi ab dem 1. Januar 1978 konnte von der FALINTIL gestoppt werden,[16.1] doch die Situation wurde immer schwieriger. Während der lokale FALINTIL-Chef Filomeno Paixão zur Aufgabe riet, bestand Pina auf ein Weiterführen des Kampfes.[15.3] Als die Situation zu kritisch wurde und man drohte, aufgrund von Krankheit und Hunger zu sterben, nahm Paixão mit den Streitkräften Indonesiens Kontakt auf. Am 7. Februar 1979 ergaben sich in Caisoru Paixão und ein Großteil der militärischen und zivilen Führer von Fronteira Norte dem indonesischen Bataillon 512.[15.3][16.2] Am 16. Februar 1979 wurde die Widerstandsbasis in Fatubessi von den Indonesiern eingenommen. Sie war die letzte osttimoresische Widerstandsbasis.[16.3] Pina kam auf der Flucht ums Leben.[15.3]
Nach der Eroberung von Fatubessi im Februar 1979 wurde von den Indonesiern hier ein Transit Camp zur Internierung timoresischer Zivilisten eingerichtet, wo akuter Nahrungsmittelmangel herrschte. Der Hungertod war alltäglich. Ein weiteres Transit Camp gab es Ende 1979 in Urahou.[14]
Während der Unruhen von 1999 operierten zwischen dem 27. Januar und September in Hatulia die pro-indonesischen Milizen Darah Merah, Aitarak und Pancasila zusammen mit dem indonesischen Militär gegen Befürworter der Unabhängigkeit Osttimors. Zwischen dem 10. und 14. Mai wurden alle Sucos des heutigen Hatulia B von Milizen überfallen.[14]
Bei einem Waldbrand am 2. und 3. Oktober 2019 kam es in Lisapat und Urahou zu großen Zerstörungen.
Am 1. Januar 2022 wurde Hatulia B als eigene Verwaltungseinheit vom Verwaltungsamt Hatulia abgetrennt.[17]
Politik
Am 29. Januar 2024 wurde Sertorio da Silva Madeira zum Administrator ernannt.[18]
