Haufe Group

Unternehmensgruppe mit Sitz in Freiburg im Breisgau From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Haufe Group SE ist eine familiengeführte Verlagsgruppe mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Sie ging aus dem 1951 von Rudolf Haufe gegründeten Rudolf Haufe Verlag GmbH & Co KG hervor. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter an zehn Standorten. Darüber hinaus arbeiten mehr als 1.000 freie Autoren sowie rund 800 Trainer, Referenten und Coaches für die Unternehmensgruppe. Zu den bekanntesten Marken der Haufe Group gehören Haufe, Haufe Akademie und Lexware.

Schnelle Fakten
Haufe Group
Rechtsform Europäische Aktiengesellschaft (SE)
Gründung 1951[1]
Sitz Freiburg im Breisgau
Leitung Birte Hackenjos CEO, Harald Wagner CFO[2]
Mitarbeiterzahl ca. 2.500[3]
Umsatz 562 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2024/25)[3]
Branche Technologie, Software, Medien, Weiterbildung, Personalwirtschaft
Website www.haufegroup.com
Stand: 2025
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Profil

Das Unternehmen hat sich von einem ursprünglich printbasierten Fachverlag zu einem integrierten Anbieter analoger, digitaler und webbasierter Services entwickelt. Die klassischen verlegerischen Kernbereiche wurden zunehmend durch digitale und webbasierte Angebote ergänzt und teilweise abgelöst; die Haufe Group bietet damit unter anderem auch Software und Weiterbildung an. Zu den bekanntesten Marken der familiengeführten Gruppe[4] gehören die Businessmarken Haufe, Lexware sowie die Haufe Akademie.[5] Weitere Marken sind unter anderem Haufe X360, Schäffer-Poeschel, Semigator und smartsteuer.[6] Das Leistungsportfolio umfasst unter anderem Weiterbildungsangebote, digitale Arbeitsplatzlösungen und Dienstleistungen[7][8], Fachinformationen und Fachportale, Cloud-basierte Anwendungen, E-Procurement-Lösungen, Online-Communitys sowie fachbezogene Software. Ergänzend bietet die Gruppe Seminare sowie Beratungsleistungen in den Bereichen zu Personal- und Organisationsentwicklung an. Diese bieten u. a. Weiterbildungsangebote, digitale[7] Arbeitsplatzlösungen und Dienstleistungen,[8] Fachinformationen und -portale, (Cloud-Computing-)Applikationen, E-Procurement-Lösungen, Online-Communitys, fachbezogene Software sowie Seminare und Beratung zu Personal- und Organisationsentwicklung von Unternehmen.

Geschichte

Stand der Haufe-Gruppe auf dem 106. Deutschen Bibliothekartag 2017 in Frankfurt

1951 gründete Rudolf Haufe den Haufe Verlag in Freiburg im Breisgau.[9] Sein Ziel war es, aktuelle und verständliche Publikationen zu den Themen Recht, Wirtschaft und Steuern zu veröffentlichen. Das Geschäft florierte und der Verlag bezog 1967 das erste eigene Verlagsgebäude. Zu dieser Zeit arbeiteten bereits über 100 Beschäftigte im Unternehmen. 1968 wurde der Rudolf Haufe Verlag mit der Loseblattsammlung „Das Personal-Büro in Recht und Praxis“ Marktführer im Bereich der Informationen für die Personalarbeit in Unternehmen. 1977 kam der Verlag Wirtschaft, Recht und Steuern als Tochterunternehmen zum Haufe Verlag dazu. Seitdem spricht man von der Haufe Verlagsgruppe. 1978 erweiterte das Unternehmen sein Angebot um Seminare, die „Haufe Akademie“ wird gegründet. Während zunächst Fachwissen zu den Themen Steuern, Recht und Wirtschaft vermittelt wurde, kamen im Verlauf der 1990er Jahre Seminare zu Führungswissen sowie persönlicher und sozialer Kompetenz hinzu. Im Jahr 1991 fanden erstmals die „Jahres-Tagung Rechnungswesen“ und die „Jahresschluss-Tagung Personalbüro“ statt. Mit dem Aufkommen des Internets in den 1990er Jahren wandelten sich auch die Vorzeichen in Wirtschaft und Gesellschaft. Die bisherigen Grundpfeiler, wie Loseblattwerke und Arbeitshilfen, mussten digitalisiert und auf neue Wege gebracht werden. Deshalb wurde 1993 auch das Start-Up und Softwarehaus Lexware Tochterunternehmen der Haufe Verlagsgruppe.[10]

1994 ging aus einem Joint-Venture der Editions Francis Lefebvre, Paris, mit dem Rudolf Haufe Verlag der Memento Verlag mit Sitz in Freiburg hervor, der bis 2009 bestehen sollte. Im selben Jahr schloss sich der Haufe Verlagsgruppe das Softwarehaus Soft-use an und die Haufe+Kisling Verlag AG mit Sitz in Zürich wurde neu gegründet. Zudem wurde der Würzburger Max-Schimmel-Verlag Teil der Haufe-Verlagsgruppe, indem sich der Rudolf Haufe Verlag mit 50 Prozent an dem Unternehmen beteiligte. Die Haufe Verlagsgruppe wurde in Haufe Gruppe umbenannt. Ende der 1990er Jahre gingen Lexware und Intuit Deutschland eine strategische Allianz ein, infolge derer Lexware das Deutschlandgeschäft von Intuit übernahm. Daraufhin erstellte und vertrieb Lexware Finanz-Software für Privatpersonen und erweiterte das Angebot im Bereich der privaten Steuererklärung.[11]

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden erste Onlineangebote, Apps und Internetportale rund um Steuern, Personal und Rechnungswesen entwickelt. Im Jahr 2000 wurde das Haufe Service Center gegründet. 2001 bündelte die Haufe Verlagsgruppe sämtliche Aktivitäten des Buchsektors unter dem Titel „Haufe Publishing“ in Planegg bei München. Zwei Jahre später ergänzten Online-Fachportale das Portfolio der Verlagsgruppe. So beteiligte sich Haufe mit 25 Prozent an Legios, einem Onlineportal für Rechtsexperten. Weiterhin übernahm die Haufe-Gruppe 2003 sekretaria.de, ein Internetangebot für Assistenz und Sekretariat. Die Gruppe erhöhte ihre Beteiligung am Max-Schimmel-Verlag auf 100 Prozent und übernahm die Businesszeitschriften „Acquisa“, „Consultant“, „ProFirma“ und „Wirtschaft&Weiterbildung“ sowie alle angebundenen elektronischen Angebote.[12]

Im Jahr 2004 erfolgte eine Umfirmierung der seit 2003 zur Gruppe gehörenden Max Schimmel Verlag GmbH & Co. KG in Haufe Fachmedia GmbH & Co. KG.[13] Im selben Jahr wurde der Haufe+Kisling Verlag vollständig übernommen und in Haufe BusinessMedia umbenannt, der Sitz des Unternehmens blieb weiterhin in Zürich.[14] Im Jahr darauf erfolgte die Fusion von Haufe BusinessMedia mit der WEKA Holding in der Schweiz.[15] 2006 erfolgte die Übernahme der Sykosch AG,[16] einem Softwarehersteller und Anbieter für Lösungen, Dienstleistungen und Fachinformationen für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Ebenfalls in diesem Jahr mündete der Ausbau des Seminarangebots in die Gründung der Haufe Akademie GmbH & Co. KG als eigenständiges Unternehmen.

2009 wurde die DVS-Deutsche Verkaufsleiter Schule GmbH vom Verlag moderne Industrie, ein Tochterunternehmen des Süddeutschen Verlags, durch die Haufe Akademie übernommen und der Verlag Norbert Müller, ein Tochterunternehmen der DVS, im Rahmen des Verkaufs in die Haufe Verlagsgruppe integriert. 2010 wurden die eigenständigen Unternehmen Haufe GmbH & Co. KG und Lexware GmbH & Co. KG mit den Schwesterunternehmen Haufe Fachmedia und dem Verlag Wirtschaft, Recht und Steuern zusammengeführt und firmierten fortan als Haufe-Lexware GmbH & Co. KG. Ebenfalls 2010 wurde in Timișoara (Rumänien) und 2011 auch in Cluj-Napoca die Haufe-Lexware Romania SRL gegründet. Im selben Jahr wurde außerdem die Sykosch AG in die Haufe-Lexware Real Estate AG umfirmiert sowie INPUT – Institut für Personal- und Unternehmensmanagement GmbH mit Sitz in Paderborn von der Haufe Akademie übernommen.[17]

2011 erfolgte die Übernahme der LSL AG[18] (heute: Haufe Discovery GmbH; LSL=Literatur Service Leipzig) mit Standorten in Leipzig und Boston. Zum 31. Dezember 2020 verkaufte der Konzern die Tochtergesellschaft Haufe Discovery wegen Inkompatibilität an die A. Stein’sche Mediengruppe. Beide Standorte, Leipzig und Boston, sollen erhalten bleiben ebenso wie die 45 Arbeitsstellen unter dem künftigen Namen LSL-Literaturservice Stein Leipzig.[19] Weitere Übernahmen folgten 2012: ESS AG, smartsteuer GmbH[20] und Semigator AG (heute: Semigator GmbH).[21] Im selben Jahr beteiligte sich der Konzern an der umantis AG (heute: Haufe-umantis AG).[22] Außerdem gründete die Haufe-Lexware GmbH & Co. KG im selben Jahr die New Times Corporate Communications GmbH, heute Haufe New Times, mit Sitz in München sowie einer Niederlassung in Hamburg. Im selben Jahr übernahm die Haufe Akademie das Qualifizierungsangebot der WestLB Schloss Krickenbeck GmbH. Zudem wurde das Call-Center im Freiburger Hauptbahnhof geschlossen, wodurch 184 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren.[23]

2013 wurden die beiden Tochterunternehmen Haufe-Lexware Real Estate AG und die ESS AG zur Haufe-Lexware Real Estate AG (HLRE) zusammengeführt.[24] Ende 2013 übernahm die Haufe Group den Schäffer-Poeschel Verlag[25] von der Verlagsgruppe Handelsblatt.[26]

Im September 2014 verkaufte Haufe einige seiner Fachmagazine an Weka Media.[27] Im Jahr 2018 übernahm die Haufe Group das Startup Steuerbot aus Stuttgart[28], das dann 2023 wieder veräußert wurde[29]. Es folgten der Aufbau von zusätzlichen Entwicklungs-Standorten in Cluj-Napoca (2015) und Barcelona (2016) sowie ein Standort in Wien (2018 bis 2021[30]). In dieser Zeit entstehen durch die kulturelle und strukturelle Integration neuer Unternehmen neue Gesellschaften. Seit 2017 agiert die Unternehmensgruppe unter einem Dach: der Haufe Group. 2020 wurde die Haufe Group SE ins Handelsregister eingetragen.

Im Juni 2024 hat die Aareon Group, ein führender Anbieter von SaaS-Lösungen für die Immobilienwirtschaft, die Haufe-Lexware Real Estate AG (HLRE) von der Haufe Group übernommen. Die Haufe Group fokussiert sich mit dem Verkauf der Immobilien Softwaresparte weiterhin auf ihr Kerngeschäft als B2B-Anbieter von integrierten Unternehmens- und Arbeitsplatzlösungen und unterstützt Unternehmen bei Transformationsprozessen mit Content, Software und Weiterbildung.[31]

Marken der Haufe Group

Der Freiburger Stammsitz, Zugang in der Munzinger Straße
Der Freiburger Stammsitz, Zugang in der Jechtinger Straße

Haufe

Das Angebot von Haufe umfasst Fachinformationen, Softwarelösungen, Services, Online-Communities und Fachportale sowie Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten. Ergänzt wird dies durch praxisorientierte Arbeitshilfen, wie etwa Musterverträge, Rechner wie den Mutterschutzrechner, den cloudbasierte Haufe Zeugnismanager oder die digitale Personalakte.

In den frühen 1990er-Jahren begann Haufe, Inhalte zu digitalisieren. Zunächst erfolgte dies auf Diskette, später auf CD-ROM und seit einigen Jahren webbasiert per Cloud. Rund 500 Mitarbeiter arbeiten an nationalen und internationalen Standorten zusammen. Nach Unternehmensangaben nutzen über 100.000 Unternehmen die Software von Haufe.

Haufe Akademie

Die Haufe Akademie GmbH & Co. KG ist ein Anbieter von Weiterbildungslösungen in Deutschland. Das Angebot richtet sich an Fach- und Führungskräfte und bietet ein Spektrum an Seminaren, Trainings, Lehrgängen, E-Learnings, Tagungen und Kongresse. Insgesamt beschäftigt die Marke über 2.600 Trainer, Referenten und Coaches.

Unternehmen können zusätzliche Inhouse-Trainings, Managed Training Services, E-Learning-Lösungen oder Consulting-Leistungen in Anspruch nehmen. Die Qualifizierungsangebote der Haufe Akademie decken zahlreiche Themen ab, darunter General Management; Betriebswirtschaft, Strategie und Recht; Führung und Leadership, Persönliche und soziale Kompetenz; International Business; Projektmanagement, Prozessmanagement und Change Management; Personalmanagement, Vertrieb, Marketing, Einkauf, Logistik und Außenhandel; Rechnungswesen, Steuern und Finanzen; Controlling; Assistenz und Office-Management sowie TVöD/TV-L und Immobilien.

Lexware

Lexware wurde 1989 in Freiburg in Breisgau gegründet und ist ein führender deutscher Anbieter kaufmännischer Softwarelösungen. Die Marke bietet Software für Buchhaltung, Lohn und Gehalt, Steuern, Finanzen sowie Warenwirtschaft und richtet sich an Selbständige, Freiberufler sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Das Produktportfolio umfasst Standardsoftware für Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Anlagenverwaltung, Reisekostenabrechnung und Unternehmensmanagement. Seit 1993 gehört Lexware zur Haufe Group und firmiert als Haufe-Lexware GmbH & Co-KG. Rund 500 Mitarbeiter entwickeln die Produkte, die laut Unternehmensangaben von etwa einer Million Nutzer und über 600.000 Unternehmen eingesetzt werden.

Weitere Marken der Haufe Group

Weitere Marken der Haufe Group sind:[32]

  • Schäffer Poeschel
  • Smartsteuer
  • Semigator
  • Haufe X360

Standorte der Haufe Group

Die Haufe Group ist an insgesamt zehn Standorten vertreten, darunter acht in Deutschland sowie weitere Standorte in Barcelona und Timișoara.[33]

  • Freiburg im Breisgau
  • Berlin
  • Frankfurt am Main
  • Stuttgart
  • München
  • Würzburg
  • Hannover
  • Hamburg
  • Barcelona
  • Timișoara

Einzelnachweise

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