Hecklingen

Gemeinde im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Hecklingen ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Hecklingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hecklingen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 51′ N, 11° 31′ O
Bundesland:Sachsen-Anhalt
Landkreis: Salzlandkreis
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 95,34 km²
Einwohner: 6446 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39444
Vorwahlen: 03925, 039267 (Cochstedt, Schneidlingen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SLK, ASL, BBG, SBK, SFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 89 175
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hermann-Danz-Str. 46
39444 Hecklingen
Website: www.stadt-hecklingen.de
Bürgermeister: Hendrik Mahrholdt (parteilos)
Lage der Stadt Hecklingen im Salzlandkreis
KarteSeelandSeelandSeelandBorneSeelandSeelandSeelandBernburg
Karte
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Schloss Hecklingen

Geografie

Lage

Hecklingen liegt im Harzvorland am Rande der Magdeburger Börde, südlich von Magdeburg, westlich von Staßfurt und nordöstlich von Aschersleben, am südlichen Talhang der Bode in ländlicher Lage.

Nachbargemeinden

Folgende Städte grenzen an die Stadt Hecklingen:

Stadtgliederung

Die Stadt Hecklingen ist eine Einheitsgemeinde und besteht aus den Ortsteilen Hecklingen (Kernstadt), Cochstedt, Groß Börnecke, Gänsefurth und Schneidlingen. Sie waren bis zum 1. März 2004 selbständig und in der Verwaltungsgemeinschaft Bördeblick zusammengefasst. Die Gemeinde Winningen trat der neu gegründeten Stadt Hecklingen nicht bei, sondern schloss sich der Stadt Aschersleben an.

Weitere Informationen Ortschaft, Einwohner (Stand: Januar 2017) ...
Ortschaft Einwohner
(Stand: Januar 2017)[2]
Ortschaften von Hecklingen
(anklickbare Karte)
Cochstedt1088
Groß Börnecke1555
Hecklingen3506
Schneidlingen1028
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Geschichte

Die erste geschichtliche Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahre 944. Ein um 1070 in der Wüstung Kakelingen[3] bei Hecklingen gegründetes Kloster kam 1147 unter askanische Vogtei und wurde um 1160 an den in Hecklingen bestehenden Hof der Askanier verlegt. Seit Ende des 13. Jahrhunderts beherbergte es einen Konvent von Augustinerinnen. Die Vogteirechte gingen nach 1319 an die Fürsten von Anhalt über.

1559 wurde das Kloster säkularisiert und in ein Rittergut umgewandelt, dem die Grundherrschaft über den Ort zustand. 1571 kam es an die Familie von Trotha, die schon 1461 das benachbarte Schloss Gänsefurth erworben hatte. Wolf Friedrich von Trotha erbaute etwa zu der Zeit, als der Dreißigjährige Krieg begann, seinen Wohnsitz auf den Grundmauern eines zum Kloster gehörenden Wirtschaftsgebäudes. Es ist dies der ältere, der Renaissance-Teil des Schlosses, dessen Barock-Teil 1720 von Thilo Lebrecht von Trotha errichtet wurde. Bei dessen Tod 1755, im damals hohen Alter von fast 80 Jahren, besaß er vier der fünf damals noch in Familienhand befindlichen Besitze, nämlich Gänsefurth, Hecklingen, Schloss Schkopau und Schloss Würdenburg in Teutschenthal. Da von seinen sechs Söhnen noch vier lebten, hinterließ er jedem eines der Güter.[4]

Im Jahr 1830 hatte Hecklingen bereits 1268 Einwohner. Der Ort entwickelte sich im Bereich der Kali-Industrie von Staßfurt seit etwa dem Jahr 1870 vom landwirtschaftlich geprägten Bauerndorf zu einem Industrieort mit mehreren mittelständischen und größeren Unternehmen. Erst 1928 wurde Hecklingen zur Stadt erklärt.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus im Februar 1933 hatte ein SA-Sturm den Ort terrorisiert und einen unbeteiligten Bürger erschossen. In Gerichtsverfahren gegen politische Gegner verhängten NS-Gerichte zwei Todesurteile und mehrere Zuchthausstrafen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde ein Lager für Kriegsgefangene der Roten Armee eingerichtet, von denen einige infolge unmenschlicher Lebensbedingungen starben.

Schloss und Gutsbesitz der Familie von Trotha in Hecklingen wurden im September 1945 entschädigungslos enteignet. Fritz von Trotha wurde verhaftet und kam 1947 im sowjetischen Speziallager Buchenwald um. Seine Ehefrau mit drei Kindern konnte vor der Festnahme in die Westzonen fliehen.

Von 1952 bis 1994 lag Hecklingen im Kreis Staßfurt (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Magdeburg, dann im Land Sachsen-Anhalt). Nach der Kreisreform 1994 gehörte die Stadt zum Landkreis Aschersleben-Staßfurt, seit der Kreisreform 2007 ist sie Teil des Salzlandkreises.

Bevölkerung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
19903.627
20058.039
20107.534
20157.185
20206.877
Jahr Einwohner
20216.827
20226.652
20236.492
20246.446
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Der starke Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 1990 und 2005 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat von Hecklingen besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 56,4 % zu folgendem Ergebnis:[6]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[7]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Wählergemeinschaft Hecklingen43,8 %934,7 %7
CDU13,8 %317,2 %3
SPD08,6 %217,2 %3
AfD13,1 %3
Wahlbündnis für soziale Gerechtigkeit Salzlandkreis07,5 %2
Einzelbewerber Mario Schwarz04,8 %1
Die Linke11,8 %203,4 %1
Einzelbewerber Klaus-Dieter Hartmann01,1 %
Bündnis 90/Die Grünen00,9 %
FDP09,7 %2
Bürger-Bündnis-Hecklingen06,8 %1
Aktionsbündnis Stadt Hecklingen05,5 %1
Insgesamt100 %20100 %20
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Bürgermeister

  • 2008–2015: Hans-Rüdiger Kosche (CDU)[8]
  • 2015–2022: Uwe Epperlein (parteilos)
  • seit 2022: Hendrik Mahrholdt (parteilos)

Epperlein wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 21. Juni 2015 mit 61,3 % der gültigen Stimmen gewählt.[9]

Mahrholdt wurde bei der Bürgermeisterwahl am 8. Mai 2022 mit 74,0 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[10] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[11]

Wappen

Blasonierung: „In Grün vier goldene Ähren über goldenem Dreiberg.“

Das Wappen der Stadt wurde 2004 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch aus dem zuvor von ihm gestalteten Wappen der Verwaltungsgemeinschaft Bördeblick abgeleitet und ins Genehmigungsverfahren gebracht.

Ortswappen

Das Hecklinger Ortswappen geht aus dem Siegel von 1618 hervor. Bei der Stadtwerdung 1928 wurde es übernommen.[12]

Städtepartnerschaft

Nisko in Polen ist Partnerstadt von Hecklingen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Ehemalige Klosterkirche Hecklingen
Burg Schneidlingen von Süden

Klosterkirche St. Georg und Pankratius

Die Kirche des ehemaligen Klosters Hecklingen aus dem 12./13. Jahrhundert im Stil der Romanik zählt zu den bedeutenden Sakralbauten in der Umgebung des Harzes und besticht durch romanische Stuckplastik von europäischem Rang.

Weitere Bauten

Die Kulturdenkmale der Stadt sind in der Liste der Kulturdenkmale in Hecklingen eingetragen, die Bodendenkmale in der Liste der Bodendenkmale in Hecklingen.

Verkehr

Hecklingen liegt an der Landesstraße L 73 zwischen Staßfurt und Winningen.

Der Bahnhof Hecklingen liegt an der Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg. Der Personenverkehr wurde am 28. September 2002 eingestellt. Auf der Strecke werden durch den Verein Nebenbahn Staßfurt–Egeln e. V. Sonderfahrten veranstaltet.[13]

Die Straßenbahn Staßfurt verband von 1900 bis 1957 Hecklingen mit Staßfurt und Löderburg.

In der Gemarkung von Hecklingen liegt der Flughafen Magdeburg-Cochstedt.

Persönlichkeiten

Söhne der Stadt

Mit Hecklingen verbundene Persönlichkeiten

Commons: Hecklingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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