Hecklingen
Gemeinde im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt
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Hecklingen ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 51° 51′ N, 11° 31′ O | |
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Salzlandkreis | |
| Höhe: | 75 m ü. NHN | |
| Fläche: | 95,34 km² | |
| Einwohner: | 6446 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 68 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 39444 | |
| Vorwahlen: | 03925, 039267 (Cochstedt, Schneidlingen) | |
| Kfz-Kennzeichen: | SLK, ASL, BBG, SBK, SFT | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 89 175 | |
| LOCODE: | DE HE2 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Hermann-Danz-Str. 46 39444 Hecklingen | |
| Website: | www.stadt-hecklingen.de | |
| Bürgermeister: | Hendrik Mahrholdt (parteilos) | |
| Lage der Stadt Hecklingen im Salzlandkreis | ||

Geografie
Lage
Hecklingen liegt im Harzvorland am Rande der Magdeburger Börde, südlich von Magdeburg, westlich von Staßfurt und nordöstlich von Aschersleben, am südlichen Talhang der Bode in ländlicher Lage.
Nachbargemeinden
Folgende Städte grenzen an die Stadt Hecklingen:
Stadtgliederung
Die Stadt Hecklingen ist eine Einheitsgemeinde und besteht aus den Ortsteilen Hecklingen (Kernstadt), Cochstedt, Groß Börnecke, Gänsefurth und Schneidlingen. Sie waren bis zum 1. März 2004 selbständig und in der Verwaltungsgemeinschaft Bördeblick zusammengefasst. Die Gemeinde Winningen trat der neu gegründeten Stadt Hecklingen nicht bei, sondern schloss sich der Stadt Aschersleben an.
| Ortschaft | Einwohner (Stand: Januar 2017)[2] |
(anklickbare Karte) |
|---|---|---|
| Cochstedt | 1088 | |
| Groß Börnecke | 1555 | |
| Hecklingen | 3506 | |
| Schneidlingen | 1028 |
Geschichte
Die erste geschichtliche Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahre 944. Ein um 1070 in der Wüstung Kakelingen[3] bei Hecklingen gegründetes Kloster kam 1147 unter askanische Vogtei und wurde um 1160 an den in Hecklingen bestehenden Hof der Askanier verlegt. Seit Ende des 13. Jahrhunderts beherbergte es einen Konvent von Augustinerinnen. Die Vogteirechte gingen nach 1319 an die Fürsten von Anhalt über.
1559 wurde das Kloster säkularisiert und in ein Rittergut umgewandelt, dem die Grundherrschaft über den Ort zustand. 1571 kam es an die Familie von Trotha, die schon 1461 das benachbarte Schloss Gänsefurth erworben hatte. Wolf Friedrich von Trotha erbaute etwa zu der Zeit, als der Dreißigjährige Krieg begann, seinen Wohnsitz auf den Grundmauern eines zum Kloster gehörenden Wirtschaftsgebäudes. Es ist dies der ältere, der Renaissance-Teil des Schlosses, dessen Barock-Teil 1720 von Thilo Lebrecht von Trotha errichtet wurde. Bei dessen Tod 1755, im damals hohen Alter von fast 80 Jahren, besaß er vier der fünf damals noch in Familienhand befindlichen Besitze, nämlich Gänsefurth, Hecklingen, Schloss Schkopau und Schloss Würdenburg in Teutschenthal. Da von seinen sechs Söhnen noch vier lebten, hinterließ er jedem eines der Güter.[4]
Im Jahr 1830 hatte Hecklingen bereits 1268 Einwohner. Der Ort entwickelte sich im Bereich der Kali-Industrie von Staßfurt seit etwa dem Jahr 1870 vom landwirtschaftlich geprägten Bauerndorf zu einem Industrieort mit mehreren mittelständischen und größeren Unternehmen. Erst 1928 wurde Hecklingen zur Stadt erklärt.
Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus im Februar 1933 hatte ein SA-Sturm den Ort terrorisiert und einen unbeteiligten Bürger erschossen. In Gerichtsverfahren gegen politische Gegner verhängten NS-Gerichte zwei Todesurteile und mehrere Zuchthausstrafen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde ein Lager für Kriegsgefangene der Roten Armee eingerichtet, von denen einige infolge unmenschlicher Lebensbedingungen starben.
Schloss und Gutsbesitz der Familie von Trotha in Hecklingen wurden im September 1945 entschädigungslos enteignet. Fritz von Trotha wurde verhaftet und kam 1947 im sowjetischen Speziallager Buchenwald um. Seine Ehefrau mit drei Kindern konnte vor der Festnahme in die Westzonen fliehen.
Von 1952 bis 1994 lag Hecklingen im Kreis Staßfurt (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Magdeburg, dann im Land Sachsen-Anhalt). Nach der Kreisreform 1994 gehörte die Stadt zum Landkreis Aschersleben-Staßfurt, seit der Kreisreform 2007 ist sie Teil des Salzlandkreises.
Bevölkerung
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Der starke Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 1990 und 2005 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.
Politik
Stadtrat
Der Stadtrat von Hecklingen besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 56,4 % zu folgendem Ergebnis:[6]
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019[7] | Sitze 2019 | Stimmenanteil 2024 | Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Wählergemeinschaft Hecklingen | 43,8 % | 9 | 34,7 % | 7 | |
| CDU | 13,8 % | 3 | 17,2 % | 3 | |
| SPD | 8,6 % | 2 | 17,2 % | 3 | |
| AfD | – | – | 13,1 % | 3 | |
| Wahlbündnis für soziale Gerechtigkeit Salzlandkreis | – | – | 7,5 % | 2 | |
| Einzelbewerber Mario Schwarz | – | – | 4,8 % | 1 | |
| Die Linke | 11,8 % | 2 | 3,4 % | 1 | |
| Einzelbewerber Klaus-Dieter Hartmann | – | – | 1,1 % | – | |
| Bündnis 90/Die Grünen | – | – | 0,9 % | – | |
| FDP | 9,7 % | 2 | – | – | |
| Bürger-Bündnis-Hecklingen | 6,8 % | 1 | – | – | |
| Aktionsbündnis Stadt Hecklingen | 5,5 % | 1 | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 20 | 100 % | 20 |
Bürgermeister
- 2008–2015: Hans-Rüdiger Kosche (CDU)[8]
- 2015–2022: Uwe Epperlein (parteilos)
- seit 2022: Hendrik Mahrholdt (parteilos)
Epperlein wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 21. Juni 2015 mit 61,3 % der gültigen Stimmen gewählt.[9]
Mahrholdt wurde bei der Bürgermeisterwahl am 8. Mai 2022 mit 74,0 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[10] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[11]
Wappen

Blasonierung: „In Grün vier goldene Ähren über goldenem Dreiberg.“
Das Wappen der Stadt wurde 2004 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch aus dem zuvor von ihm gestalteten Wappen der Verwaltungsgemeinschaft Bördeblick abgeleitet und ins Genehmigungsverfahren gebracht.
- Ortswappen

Das Hecklinger Ortswappen geht aus dem Siegel von 1618 hervor. Bei der Stadtwerdung 1928 wurde es übernommen.[12]
Städtepartnerschaft
Nisko in Polen ist Partnerstadt von Hecklingen.
Sehenswürdigkeiten und Kultur


Klosterkirche St. Georg und Pankratius
Die Kirche des ehemaligen Klosters Hecklingen aus dem 12./13. Jahrhundert im Stil der Romanik zählt zu den bedeutenden Sakralbauten in der Umgebung des Harzes und besticht durch romanische Stuckplastik von europäischem Rang.
Weitere Bauten
- Stadtschloss Hecklingen
- Schloss Gänsefurth bei Hecklingen
- Burg Schneidlingen
- Katholische Herz-Jesu-Kirche (profaniert)
Die Kulturdenkmale der Stadt sind in der Liste der Kulturdenkmale in Hecklingen eingetragen, die Bodendenkmale in der Liste der Bodendenkmale in Hecklingen.
Verkehr
Hecklingen liegt an der Landesstraße L 73 zwischen Staßfurt und Winningen.
Der Bahnhof Hecklingen liegt an der Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg. Der Personenverkehr wurde am 28. September 2002 eingestellt. Auf der Strecke werden durch den Verein Nebenbahn Staßfurt–Egeln e. V. Sonderfahrten veranstaltet.[13]
Die Straßenbahn Staßfurt verband von 1900 bis 1957 Hecklingen mit Staßfurt und Löderburg.
In der Gemarkung von Hecklingen liegt der Flughafen Magdeburg-Cochstedt.
Persönlichkeiten
Söhne der Stadt
- Simon Heinrich Sack (1723–1791), Königlich Preußischer Hof- und Justiz-Commissions-Rat in Glogau
- Friedrich von Trotha (1812–1868), preußischer Generalmajor
- Julius Eggeling (1842–1918), Indologe
- Louis Wüstenhagen (1852–1916), Unternehmer und Gutsbesitzer in Hecklingen
- Ludwig Hosch (1859–1930), evangelischer Theologe und Superintendent
- Wolf Dietrich von Trotha (1863–1943), Verwaltungsbeamter
- Gebhard von Trotha (1871–1933), Verwaltungsbeamter
- Otto Heuer (1877–1960), Chemiker und Industrieller der Zementindustrie; gehörte zum „Freundeskreis Reichsführer SS“
- Otto Möbes (1879–1983), Kommunalpolitiker in Graz
- Alfred Güttich (1883–1948), Arzt, Hochschullehrer für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
- Wilhelm Bieser (1885–1934), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
- Hans Breitensträter (1897–1972), Boxer
- Johannes H. E. Koch (1918–2013), Komponist und Kirchenmusiker
- Eckhard Schneider (* 1952), Politiker (CDU)
- Frank Emmelmann (* 1961), Leichtathlet (Sprinter)
Mit Hecklingen verbundene Persönlichkeiten
- Rudolf von Hennin (1806–1882), Verwaltungsjurist, lebte zuletzt auf seinem Besitz in Hecklingen
- Friedrich Wolf von Trotha (1829–1885), Amtsvorsteher in Hecklingen
- Hermann Ebeling (1909–1980), Journalist, besuchte die Schule in Hecklingen
- Siegfried Maaß (* 1936), Schriftsteller, lebt in Hecklingen

