Hedwig Brandt

1896 bis 1957 Konfession - Namensvarianten Stosch, Hedwig (geborene) Stosch-Brandt, Hedwig (verheiratete) stosch-brandt, hedwig Stosch, Hedwig (geborene) stosch, hedwig mehr From Wikipedia, the free encyclopedia

Hedwig Brandt (geboren als Hedwig Stosch-Sarrasani am 1. März 1896 in Berlin; gestorben am 28. Februar 1957 in Hamburg) war eine deutsche Zirkusartistin und die Tochter des Zirkusgründers Hans Stosch-Sarrasani senior. Nach dem Krieg unterstützte sie die Neugründung des Zirkus Sarrasani.

Leben

Hedwig Stosch-Sarrasani wurde am 1. März 1896 in Berlin geboren. Ihr Vater war der Tierdresseur Hans Stosch, der sich mit Künstlernamen „Sarrasani“ nannte, ihre Mutter Anna Albertina Augusta Maria Ballhorn (1873–?).[1] Sie besuchte als Zirkuskind ein Pensionat in Dresden, später ein Internat in der Schweiz. Im Alter von 14 Jahren kehrte sie zurück in den Zirkus und arbeitete als Kunstreiterin, Kassiererin und musste als Mitglied des „Putztrupps“ nach den Vorstellungen aufräumen und saubermachen. Auf einer Reise mit ihrem Vater Hans Stosch-Sarrasani nach Hamburg lernte sie bei einem Besuch auf der Werft Blohm + Voss ihren künftigen Ehemann kennen. Die Sarrasanis waren dort, um über einen Schiffstransport des Zirkus nach Südamerika zu verhandeln. Sie führten die Gespräche mit „dem besten Mann der Werft“, dem Leiter der Reparaturabteilung. Gegen den Willen ihres Vaters heiratete Hedwig Stosch-Sarrasani ihn im Jahr 1920 und zog nach Hamburg. Ihr Vater hatte ihr bereits vor dem Ersten Weltkrieg einen „Mann vom Fach“ ausgesucht.[2]

In Hamburg wurde ein Jahr nach der Hochzeit ihr erstes Kind, ein Mädchen, und 13 Monate später ihr zweites Kind, ein Junge geboren. Dies waren dieselben Zeitabstände, die auch zwischen ihrer Geburt und der ihres Bruders Hans Stosch-Sarrasani junior gelegen hatten und da Zirkusleute zu abergläubischen Vermutungen neigten, versöhnten sich Vater und Tochter wieder. Danach reiste Hedwig Brandt immer mal wieder für einige Monate zu ihrem Vater, um bei der Zirkusarbeit zu helfen. War ihr Vater auf Reisen, wurde Hedwig Brandt zur Generalbevollmächtigten des Zirkus. Sie bekam bis 1925 zwei weitere Kinder. Bei der Arbeit im Haushalt half ein Dienstmädchen und wenn sie abwesend war, wurden die Kinder von ihrer Schwägerin betreut. Als ihr Mann starb, wurde ihr von Blohm + Voss keine Witwenbetriebsrente bezahlt und sie geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Dadurch wurde sie krank.[2]

Grabstein von Hedwig Brandt

Dennoch half sie 1955, als Fritz Mey, der lange mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin im Zirkus gearbeitet hatte und der Lebensgefährte von Ingrid Wimmer war, die später von ihrer Schwägerin adoptiert worden war, den 1945 in Dresden ausgebombten Zirkus Sarrasani mit Spendengeldern wieder aufzubauen. Sie unterstützte ihn, gab ihr Einverständnis für den Zirkusnamen „Sarrasani“ und reiste 1956 zur Eröffnungsvorstellung nach Mannheim. Später übernahm sein unehelicher Sohn André Sarrasani den Zirkus. Hedwig Brandt starb am 28. Februar 1957 in Hamburg. Sie wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf bestattet und ihr Grabstein befindet sich im Garten der Frauen. In Radebeul wurde der Familie Stosch-Sarrasani die Stosch-Sarassani-Straße gewidmet[2] und in Dresden erinnert die Sarrasanistraße an das Stammhaus der Sarrasanis.[3]

Einzelnachweise

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