Heidi Ramlow

deutsche Regisseurin, Drehbuchautorin, Verlegerin und Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Heidi Linde Ramlow (* 29. Januar 1941 in Pustchow, Kreis Belgard, Hinterpommern) ist eine deutsche Regisseurin, Drehbuchautorin, Verlegerin und Schriftstellerin. Sie wurde vor allem durch ihre jahrzehntelange Arbeit für das ZDF sowie ihr literarisches Schaffen bekannt.

Heidi Ramlow (2024)

Leben und Ausbildung

Nach einer fünfjährigen Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in Wilhelmshaven ab 1958 bewarb sich Ramlow für das Hospital von Albert Schweitzer in Lambarene. Da Schweitzer sie jedoch für zu jung befand, entschied sie sich für eine künstlerische Laufbahn und absolvierte ab 1962 ein Schauspielstudium an den Hamburger Kammerspielen. Während dieser Zeit prägten sie Besuche im Deutschen Schauspielhaus unter der Intendanz von Gustav Gründgens.[1]

Ramlow war mit dem Kameramann Walter Klöppel verheiratet; ihr gemeinsamer Sohn ist Till Klöppel. Sie lebt in Berlin-Wilmersdorf.

Karriere

Theater und Fernsehen

Ramlow arbeitete zunächst als Regieassistentin. Im Theaterbereich assistierte sie unter anderem Ida Ehre, Richard Münch und Günther Fleckenstein.

Beim Fernsehen arbeitete sie als Assistentin für Regisseure wie Helmut Käutner, Oskar Kokoschka, Dieter Wedel, Falk Harnack, Stanislav Barabas, Wolfgang Glück, Helmut Förnbacher, Ruprecht Essberger und Wolfgang Teichert.

Ab 1986 führte sie selbst Regie für das ZDF.[2] Über drei Jahrzehnte hinweg war sie für Fernsehformate verantwortlich:

  • Verkehrsgericht: Regie bei ca. 20 Folgen (u. a. „Massenkarambolage“, „Fahrradrowdy“ sowie Folgen mit eigenem Drehbuch wie „Gefährliche Transporte“ und „Chaos durch Gaffer“).
  • Streit um Drei: Ramlow entwickelte das Format 1999 für das ZDF mit und führte bei 122 Folgen Regie.

Ab 1991 verfasste sie zudem die Drehbücher für viele ihrer Sendungen.

Hörspiele (Auswahl)

Als Sprecherin:

  • 1966: Henry Reed: Die Straßen von Pompeji – Regie: Fritz Schröder-Jahn (Original-HörspielNDR)
  • 1967: Dan Treston: Klavier im Fluß – Regie: Gert Westphal (Originalhörspiel – NDR/SFB)
  • 1967: Shirley Jenkins: Das Kind (Stimme) – Regie: Gert Westphal (Originalhörspiel – NDR)
  • 1967: Eilís Dillon: Die Insel des großen John (3. Frau) – Regie: Otto Kurth, Lieselotte Kunze (Hörspielbearbeitung, Kinderhörspiel – NDR)

Quelle: ARD-Hörspieldatenbank

Verlagswesen und Literatur

Von 2007 bis 2017 betrieb Ramlow einen eigenen Literaturverlag. Hier veröffentlichte sie unter anderem das letzte Werk von Oswalt Kolle (So bleibt die Liebe jung)[3] sowie „Gedichte“ des Schauspielers Kostas Papanastasiou (Titel: Gedichte).[4]

Im Verlag erschienen literarische Adventskalender in Anthologieform:

  • „Weihnachtliche Geschichten“[5]
  • „Für Verliebte“[6]
  • „Für Krimi-Fans“[7]

Zudem veröffentlichte sie zwei Bücher der Reihe „Kindheit in...“ (Polen[8] und Schweden[9]).

Seit 2009 tritt sie verstärkt als Autorin von Kriminalgeschichten und Lyrik in Erscheinung. 2015 gründete sie das Netzwerk „Grenzenlose Autoren“. Zudem organisierte sie Literatur-Events wie den „Crime Poetry Slam“ im ehemaligen Gefängnis The Knast in Berlin-Lichterfelde. Sie ist Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), bei den Mörderischen Schwestern sowie im Literatur-Kollegium Brandenburg.

2025 erschien ihr Buch "Drachen / Dragons" (Zweisprachige Ausgabe)[10] ISBN 978-3-939385-13-4

Werke (Auswahl)

Theaterstücke

  • 2019: Der Stalker – ein blutroter Waschgang (Uraufführung im Berliner Kriminal Theater)
  • 2020: Verdämmerung (Drama)
  • 2023: Drei Cappucini, bitte (Komödie)

Beiträge in Anthologien (Auswahl)

Auszeichnungen

  • 2009: 2. Platz beim Freien Deutschen Autorenverband Hamburg für Gegen das Vergessen.
  • 2020: 2. Platz (Publikumsvoting) „Nacht der Poesie“ in Potsdam für Berlin, 16. August 1946.
  • 2021: Brandenburgischer Literaturpreis für die Kurzgeschichte Wo der Hund begraben liegt.[11]

Einzelnachweise

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