Heike Dederer

deutsche Politikerin (CDU), MdL From Wikipedia, the free encyclopedia

Heike Dederer (* 28. Dezember 1969 in Ulm) ist eine ehemalige deutsche Politikerin (CDU, zuvor Grüne). Von 2001 bis 2006 war sie zunächst für die Grünen, ab 2005 dann für die CDU Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg.[1] 2008 wechselte sie nach Hessen, wo sie zunächst Pressesprecherin von CDU-Landesverband und Landtagsfraktion wurde, um anschließend in verschiedenen Positionen in der Kanzlei des Hessischen Landtages tätig zu werden.

Heike Dederer (2019)

Beruflicher und politischer Werdegang

Ausbildung

Dederer besuchte Grundschule und Gymnasium in Bietigheim-Bissingen. Nach dem Abitur im Jahr 1989 absolvierte sie bis 1992 eine Ausbildung des gehobenen Dienstes in der Finanzverwaltung, die sie als Diplom-Finanzwirtin (FH) abschloss. Anschließend arbeitete sie als Steuerinspektorin beim Finanzamt in Bietigheim-Bissingen, beendete jedoch ihre Beamtenkarriere bereits nach einem Jahr und wechselte als Angestellte in ein privates Steuerbüro. Später arbeitete sie im Büro des Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir[2] und bis zu ihrer Wahl in den Landtag in verschiedenen Funktionen in der mittelständischen Wirtschaft, zuletzt als Personalleiterin.

Aktive Politikkarriere

Die Grünen

1991 trat Heike Dederer den Grünen bei. In der Grün-Alternativen Jugend Baden-Württemberg war sie unter anderem als Landesschatzmeisterin aktiv; 1992/93 war sie auch Mitglied im Landesvorstand der Grünen in Baden-Württemberg. Ab 1994 war sie für die Grün-Alternative Liste Stadträtin in Bietigheim-Bissingen, davon einige Jahre als Fraktionsvorsitzende.

Im April 2001 wurde sie als Nachfolgerin ihres Ehemanns Michael Jacobi, den sie 1990 kennenlernte und 2000 heiratete,[3] für den Wahlkreis 14 (Bietigheim-Bissingen) erstmals in den baden-württembergischen Landtag gewählt, wo sie als finanzpolitische Sprecherin ihrer Fraktion fungierte und dem Finanzausschuss angehörte. Sie machte sich als Gegenspielerin von CDU-Finanzminister Gerhard Stratthaus einen Namen.[4]

2002 kandidierte sie erfolglos als Vizechefin der Grünen-Fraktion. Im Rahmen der FlowTex-Affäre gehörte sie auch dem damit befassten Untersuchungsausschuss an. Dabei war Dederer in die Bredouille geraten, weil sie Sitzungsprotokolle des Untersuchungsausschusses an den PR-Berater und Zeugen Moritz Hunzinger gefaxt hatte. Sie musste daraufhin ihr Mandat im Ausschuss niederlegen; ein Strafverfahren wurde gegen Geldauflage eingestellt.[4]

CDU

Im Januar 2005 trat Heike Dederer überraschend unter Mitnahme ihrer Mandate im Landtag und im Kreistag des Landkreises Ludwigsburg unter großen Entgegenkommen des damaligen Fraktionschefs und späteren Ministerpräsidenten Günther Oettinger zur CDU über und sorgte damit bundesweit für Wirbel.[5][6] Die CDU-Fraktion im Landtag nahm sie am 25. Januar 2005 auf, der CDU-Kreisverband Ludwigsburg am 23. Februar. Ihr Mandat im Gemeinderat von Bietigheim-Bissingen legte sie nieder. Sie begründete ihren Wechsel damit, dass ihre politischen Vorstellungen nicht mehr mit denen der Bundespartei der Grünen übereinstimmten. Insbesondere nannte sie die Frage der zukünftigen Weiterentwicklung der Krankenversicherung und die Vermögensteuer.[7]

Die CDU-Landtagsfraktion entsendete Heike Dederer als Mitglied in den Finanzausschuss, in den Innenausschuss, in den Umwelt- und Verkehrsausschuss sowie in den Petitionsausschuss. Im Sommer 2005 scheiterte Dederer bei der Bewerbung um ein CDU-Landtagsmandat für den Landtagswahlkreis Stuttgart I, womit ihr die weitere Mitgliedschaft im Landtag verwehrt blieb. Im Oktober 2006 wurde bekannt, dass sie im Staatsministerium von Ministerpräsident Günther Oettinger einen unbefristeten Vertrag als stellvertretende Referatsleiterin des Referats „Politische Planung, Strategisches Controlling und Regierungsprogramm“ erhält. Zugleich wurde sie Leiterin der Projektgruppe „Urbanes Leben“.[8] Am 14. Oktober 2006 wurde Heike Dederer als Beisitzerin in den Landesvorstand der CDU-Arbeitnehmerorganisation – die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) – gewählt.

Weitere Tätigkeit

Im August 2008 wechselte sie zur hessischen CDU. Vom 25. August 2008 bis 30. Juni 2009 war sie Pressesprecherin sowohl des CDU-Landesverbandes in Hessen als auch der hessischen CDU-Landtagsfraktion.[9][10] Anschließend leitete sie von Juli 2009 bis Mai 2011 das Präsidialbüro des hessischen Landtagspräsidenten Norbert Kartmann. Von 2009 bis 2014 war Dederer zudem Pressesprecherin des Landtages.[5] Ab Juni 2011 war sie Protokollchefin und Leiterin des Veranstaltungsbereichs des Hessischen Landtags.[11] Zu Beginn der 2020er-Jahre wechselte sie in den Bereich „Parlamentarische Freundeskreise, Erinnerungskultur, Internationale Beziehungen“, dessen Leiterin sie ist.[12]

Seit 2015 lebt sie im Schlangenbader Ortsteil Georgenborn. Nach den hessischen Kommunalwahlen 2021 wählte der dortige Ortsbeirat Dederer in einer Kampfabstimmung zur Ortsvorsteherin.[13] Außerdem ist sie Pressesprecherin des dortigen CDU-Gemeindeverbands.[14]

Literatur

  • Landtag von Baden-Württemberg, 13. Wahlperiode 2001–2006. 3. Auflage, Stand November 2003. Neue Darmstädter Verlagsanstalt, Rheinbreitbach 2003, ISBN 3-87576-521-4. S. 38, 83, 93
  • Ina Hochreuther: Frauen im Parlament. Südwestdeutsche Parlamentarierinnen von 1919 bis heute, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-923476-16-9, S. 160ff.
Commons: Heike Dederer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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