Heine Luder

Erbzinsbauer und Kupfergrubenbetreiber in Möhra und der Großvater des Reformators Martin Luther From Wikipedia, the free encyclopedia

Heine Luder (* 1426; † um 1500) war ein Erbzinsbauer und Kupfergrubenbetreiber in Möhra und der Großvater des Reformators Martin Luther.

Leben

Über die Herkunft und das Leben von Heine Luder gibt es nur wenige gesicherte Informationen, die aber für das Verständnis der familiären Herkunft des Reformators von Bedeutung sind. Fabian Luder (–1437) war wahrscheinlich der Großvater von Heine Luder.[1] Ob er bereits Besitz in Möhra oder dem benachbarten Dorf Luter hatte, ist unbekannt. Dass er 1413 von Kaiser Sigismund in den erblichen Freiherrenstand (dominus liber) erhoben worden sein soll, wie ein altes Familienwappen behauptet, gilt inzwischen in der Forschung als unwahrscheinlich, da keine unabhängigen Dokumente dazu erhalten sind.[2]

Der Vater von Heine Luder, dessen Name nicht überliefert wurde, starb 1456. Er besaß Ländereien in Möhra oder Luter, die er an seinen Sohn vererbte. Er hatte noch einen oder zwei weitere Söhne, von denen einer Ratsschreiber in Langensalza wurde, dessen Sohn Hans Luder (1491–1558) Bürgermeister in Nordhausen, und die einen bedeutenden Familienzweig begründeten, (deren Nachkommen im 18. und 19. Jahrhundert im Baltikum eine größere Bedeutung erlangten).[3]

Heine Luder besaß neben größeren ländlichen Besitzungen möglicherweise auch eine Kupferschiefergrube und einen Kupferhammer in Möhra.[4] Er heiratete Margarethe Ziegler (1434–1521), die aus einer der anderen reichen Bauernfamilien des Ortes stammte, wodurch der Besitz der Familie noch vergrößert wurde.[5] Sie hatten drei Söhne

  • Hans Luder (1459–1530), Hüttenmeister, Kaufmann in Mansfeld, Vater von Martin Luther
  • Veit Luder
  • Heinz (der Kleine) Luder, der den Familienhof erbte.

Der Besitz der Familie war um 1530 sehr umfangreich.

Der Augustinermönch Martin Luther gedachte seines verstorbenen Großvaters während seiner Romreise 1510, indem er für dessen Erlösung aus dem Fegefeuer die 28 Stufen der Heiligen Treppe des Lateranpalastes auf Knien hochrutschte und auf jeder ein Vaterunser betete.[6]

Literatur

  • Robert Luther: Genealogia Lutherorum rediviva. Reval, 1883. S, 41–43.

Einzelnachweise

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