Heinebein
Duisburger Stadtoriginal
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Heinebein war der Spitzname des Duisburger Stadtoriginals Theodor Scheulen (* 2. Januar 1841 in Ruhrort; † 28. April 1914 in Duisburg). Heinebein war als Straßenmusiker in der Stadt unterwegs, wurde aber vor allem für seine Eulenspiegeleien bekannt.
Leben und Wirken
Heinebein wurde am 2. Januar 1841 als Theodor Scheulen in der preußischen Stadt Ruhrort geboren. Die Mutter starb bei der Geburt. Der Vater Heinrich Scheulen zog als Spaßmacher und Kleinkünstler durch die Orte entlang des Niederrheins. Als Hauptattraktion besaß er ein Monster, das sieben Beine besaß und entfernt an einen Drachen erinnerte. Von diesem Wesen leitete sich der Spitzname Heinebein ab, den bereits der Vater Heinrich erhalten hatte und der später auf den Sohn überging.
Zusammen mit dem Vater und einem als Tanzbär gehaltenen Braunbären, zog auch der junge Theodor zunächst umher. Später ließ er sich in Duisburg nieder, wo er in einem Frack bekleidet und mit einer Ziehharmonika ausgestattet in den Gassen der Altstadt anzutreffen war. Neben der Straßenmusik war Heinebein in Duisburg auch für seine Streiche bekannt. Er baute sich so eine große Bekanntheit in der Stadt auf und wurde beispielsweise auch von Oberbürgermeister Karl Lehr unterstützt. Bald erzählte man sich Geschichten über ihn. So soll Heinebein Ruhrort von der Cholera befreit haben, er vermischte Osterbier mit Badewasser, um auf Betrügereien hinzuweisen oder verschwand eine Zeit lang von der Bildfläche, nur um dann als Auferstandener wieder in der Stadt zu erscheinen.
Zuletzt lebte er wahrscheinlich in einem Altersheim. Heinebein alias Theodor Scheulen starb mit 73 Jahren am 28. April 1914 im Duisburger St.-Vinzenz-Hospital am Dellplatz an einer Lungenentzündung. Von der Beerdigung auf dem Alten Friedhof am Sternbuschweg wird die folgende Begebenheit berichtet: „Als zwei Pferde den Leichenwagen vorzeitig anzogen, hätten die Träger alle Mühe aufwenden müssen, die Tiere zu bändigen, kurz: Heinebein hätte sich mit seiner eigenen Leiche aufgemacht und sei davon“.[1][2]
Nachleben
Nach Heinebeins Tod wurde das Grab auf dem Friedhof zunächst nicht gepflegt und verschwand.[3] Erst im 20. Jahrhundert erinnerte man sich des Stadtoriginals und ließ eine neue Tafel für Heinebein auf dem Friedhof setzen, die seitdem von der Stadtgesellschaft gepflegt wird. Heinebein wurde in der Duisburger Altstadt außerdem mit der „Heinebein-Klause“ geehrt, in der auch Erinnerungsstücke an das Stadtoriginal gesammelt wurden. Im 20. Jahrhundert verkaufte man in Duisburg außerdem nach ihm benannte Zigarren und Alkoholika. Der Duisburger Karnevalist Matthias Lixenfeld widmete Heinebein ein Lied.[4] Von Hermann Jung erschien 1932 ein Roman mit dem Titel Henebein. Der Roman eines Rheinischen Originals.[5]
Literatur
- Friedhelm Jung (Hrsg.): Duisburger Persönlichkeiten und ihre Gräber. WAZ-Druck, Duisburg 2001.