Heinrich Chevallier
deutscher Chordirigent, Komponist und Musikpädagoge
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Ernst August Heinrich Chevallier (* 12. Mai 1848 in Hannover; † 18. Januar 1908 in Hamburg) war ein deutscher Chordirigent, Komponist und Musikpädagoge.
Leben
Heinrich Chevallier entstammte einer adligen Familie französischer Herkunft, deren Name ursprünglich Chevallier de Montfroy lautete. Sein Vater arbeitete als Büchsenmacher für den Hannoverschen König Georg V. Im Alter von 10 Jahren wurde Chevallier als Chorknabe in den Hof- und Kirchenchor aufgenommen. Er erlernte verschiedene Instrumente und trat 16-jährig als Geiger ins Hannoversche Leibregiment ein. 1866 nahm er in dieser Funktion an der Schlacht bei Langensalza teil. Nach dem Ende seines Militärdienstes ging er 1867 nach Hamburg, um bei August Ferdinand Riccius Komposition zu studieren. Im Deutsch-Französischen Krieg war er kurzzeitig wieder als Militärmusiker tätig.
Seit den 1870er Jahren wirkte Chevallier als Chordirigent in Hamburg und Umgebung. 1877 übernahm er die Leitung der Harburger Liedertafel. Es folgte der Altonaer Sängerverein. In Stade leitete er die Ruffsche Liedertafel. Durch die Verschmelzung des Hamburger Quartett Volkslied und des Lehrer-Gesangvereins in Hamburg, die beide unter Chevalliers Leitung standen, entstand 1886 der Hamburger Lehrer-Gesangverein, dessen erster Chormeister Chevallier wurde. Mit dem Hamburger Lehrer-Gesangverein unternahm Chevallier mehrere Konzertreisen nach Kiel, Lübeck und Bremen. 1896 gab Chevallier die Leitung dieses Chores auf und gründete den Hamburg-Altonaer Männerquartett-Verein. Später leitete er die Musik-Akademie in Hamburg-Eimsbüttel.
Emil Krause charakterisierte 1896 Chevalliers Dirigieren folgendermaßen: „Chevallier's Direktionsart ist die eines gediegenen Künstlers. Für die Führung von Männer- und gemischten Chören hat er besonderes Geschick. Seine Auffassungsart gipfelt in einer bis ins Detail gehenden feinfühligen Nüancierung, in der er jedoch oft, namentlich bei der Wiedergabe lyrischer Tonsätze, zu weit geht in dem Bestreben den Vortrag effektvoll zuzuspitzen.“
Chevalliers bekanntester Schüler war Felix Woyrsch.
Heinrich Chevallier war mit Charlotte Putensen verheiratet und hatte mit ihr mehrere Kinder. Nach langer Krankheit starb er, 59-jährig, 1908 im Freimaurer-Krankenhaus Hamburg-Eimsbüttel. Er wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt.[1]
Werke
Chevallier komponierte neben kleinen Vokal- und Instrumentalwerken u. a. die Oper Ein anderer Mephisto, eine Sinfonietta, eine Konzertouvertüre und Chorwerke (u. a. Die Macht des Gesanges mit Orchester, Geist der Wahrheit).