Heinrich Frese
deutscher Bildhauer
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Biografie
Heinrich Frese war ein Sohn des Schneidermeisters und Lichtziehers Bruno Frese. 1814 nahm er als Hoboist (Oboenbläser, Militärmusiker) der Bremer Infanterie am Feldzug gegen Frankreich teil. Nach einer kurzen Ausbildungszeit bei dem Bremer Holzschnitzer und Bildhauer Georg Andreas Steinhäuser ging Frese auf Wanderschaft, die ihn bis Paris führte, wo er für ein halbes Jahr als Steinhauer wirkte. Nach seiner Rückkehr nach Bremen führte er diverse Bildhauerarbeiten aus. 1825 wurde er Ehrenmitglied des Bremer Kunstvereins. Frese war bei der ersten bremischen Kunstausstellung 1829 und der Gewerbeausstellung 1846 vertreten. Von 1849 bis 1851 arbeitete der Bildhauer Diedrich Samuel Kropp bei ihm.[1]
Werk
Heinrich Frese arbeitete als Bildhauer zunächst in Stein, später aus gesundheitlichen Gründen fast ausschließlich in Holz. Zu den wenigen noch erhaltenen Arbeiten aus seiner Werkstatt gehören die dekorativen Sandstein-Reliefarbeiten am Wachhaus des Ostertores (heute Gerhard-Marcks-Haus), die er 1826 fertigte. Sowohl die Keilsteine der Erdgeschossfenster an der Straßenseite als auch die Fenster im zurückstehenden Frontteil sind mit seinen Reliefs dekoriert, die friedliche Embleme wie Globus, Merkurstab, Füllhörner und Tiere zeigen.[2] Freses Reliefs am Detentionshaus (Wilhelm-Wagenfeld-Haus), dem Gegenstück zur Ostertorwache, zeigen dagegen kriegerische Embleme wie Helme, Schilder und Schwerter.[3]
Frese schuf unter anderem auch Galionsfiguren für bremische Schiffe und ein Bremer Wappen mit Inschrift für Bremerhaven (1829). Im Bremer Dom wurden 1840 im Rahmen der Gotisierung der Innenausstattung fünf von ihm gefertigte hölzerne Apostelfiguren als Teil eines neuen Altars aufgestellt. Der Altar wurde jedoch um 1899 wieder entfernt.[1] Für das Arbeitshaus gestaltete Frese Giebelgruppe und Reliefs.[4]
Literatur
- W. Hurm: Beschreibendes Verzeichnis der Gemälde und Bildhauerwerke des Kunstvereins zu Bremen. Bremen 1892, S. 145.
- Johann Focke: Frese, Heinrich. In: Bremische Biographie des neunzehnten Jahrhunderts. Winter, Bremen 1912, S. 159–160.
- Gustav Pauli: Frese, Heinrich. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 12: Fiori–Fyt. E. A. Seemann, Leipzig 1916, S. 409 (Textarchiv – Internet Archive).
- Ulf Ehrlich: In keine treuere Hand kan ich diese Briefe legen. Reisebericht und Brautbriefe des Bremer Bildhauers Heinrich Frese (1794–1869). Roßdorf a.F. 1997.
- Michael Brandt: Frese, Heinrich. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 44, Saur, München u. a. 2005, ISBN 3-598-22784-1, S. 457.
