Helga Kroening
deutsche Chirurgin, Chefärztin und Krankenhausdirektorin
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Werdegang
Helga Kroening wurde 1915 in der damaligen Provinz Posen geboren und wuchs in einem behüteten Umfeld in Bromberg und Berlin auf. Im Herbst 1933 begann sie, an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität Medizin zu studieren. Zu diesem Zeitpunkt waren kurz zuvor 35 % der Lehrenden überwiegend aus antisemitischen, teils aus politischen Gründen entlassen worden. Helga Kroening studierte unter anderem bei Ferdinand Sauerbruch, Gustav von Bergmann und Walter Stoeckel. Ihre chirurgische Ausbildung erhielt sie bei Professor Max Martens (1869–1932) am Krankenhaus Bethanien in Berlin-Kreuzberg.[1] Ihre Dissertation von 1940 trug den Titel „Über den Einfluß der Bluttransfusion auf die hämatopoetische Funktion des Knochenmarks“. Nach der Promotion war sie als Ärztin und Chirurgin am Bethanien tätig, wo sie auch während des Zweiten Weltkriegs arbeitete.[2][3]
Im August 1945, wenige Wochen nach Kriegsende, kam Helga Kroening als neue leitende Ärztin nach Belzig um das Kreiskrankenhaus zu leiten. Sie arbeitete die ersten Jahre in einem kleinen Team. Es fehlte an Personal, Geräten, Medikamenten und an ausgestatteten Krankenzimmern.[3] Sie organisierte unter anderem eine dringend benötigte Erweiterung auf insgesamt 69 Betten durch das Aufstellen einer alten Arbeitsdienstbaracke, die Isolierung Typhuskranker, die Einrichtung einer kleinen Entbindungsabteilung, ein Röntgenzimmer und ein Labor zur Untersuchung von Blut und Urin.[4]
Den Besuch des stellvertretenden Vorsitzenden des Ministerrates Heinrich Rau 1954 in Belzig nutzte Helga Kroening, um ihm von den Zuständen im Krankenhaus zu berichten und ihren Wunsch für den Bau eines neuen Krankenhauses vorzutragen. Die Planungskommission in Berlin forderte sie daraufhin auf, gemeinsam mit einem Konsortium Entwurf und Planung zu erstellen. Helga Kroening begleitete den Bau des neuen Landkrankenhauses mit 216 Betten über die siebenjährige Bauzeit bis zur Einweihung im Oktober 1961.[2][3][5] Sie arbeitete bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 1980 im Belziger Krankenhaus.[1][6]
Ehrungen und Gedenken
Für ihren Einsatz und ohne Parteimitgliedschaft wurde Helga Kroening mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Hufeland-Medaille sowie den Ehrentiteln Medizinalrätin und Verdiente Ärztin des Volkes.[3]
Helga Kroening wurde 2011 mit der Aufnahme in das Projekt FrauenOrte Brandenburg des Frauenpolitischen Rates Land Brandenburg ausgezeichnet,[6][7] das Leben und Wirken bedeutender Frauen in der brandenburgischen Geschichte sichtbar macht. Wie auch in anderen nationalen Projekten der Frauenorte werden Frauen in Deutschland und ihr Lebenswerk als historische Vorbilder geehrt.[8] Die Gedenktafel befindet sich in der Niemegker Straße 45 am Klinikum Ernst von Bergmann in Bad Belzig. (
)[2][3]
Helga Kroening wurdet am 3. Oktober 1990 die Ehrenbürgerschaft von Bad Belzig verliehen und die Helga-Kroening-Straße ist nach ihr benannt.
Weblinks
- Helga Kroening auf der Website der FrauenOrte Land Brandenburg