Hellraiser III

Film von Anthony Hickox (1992) From Wikipedia, the free encyclopedia

Hellraiser III, auch unter dem Verweis- und Originaltitel Hellraiser 3: Hell on Earth bekannt, ist die zweite Fortsetzung des Horrorfilms Hellraiser – Das Tor zur Hölle und kam 1992 in die Kinos. Regie führte Anthony Hickox; die Hauptrolle übernahm Terry Farrell, die später als Jadzia Dax in der Serie Deep Space Nine bekannt wurde.

TitelHellraiser III
OriginaltitelHellraiser III: Hell on Earth
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Hellraiser III
Originaltitel Hellraiser III: Hell on Earth
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1992
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Dimension Films, Fifth Avenue Entertainment, Nostradamus Pictures[2]
Stab
Regie Anthony Hickox
Drehbuch Peter Atkins
Tony Randel
Produktion Christopher Figg
Lawrence Mortorff
Musik Randy Miller
Kamera Gerry Lively
Schnitt Christopher Cibelli
James D.R. Hickox
Besetzung und Synchronisation
Chronologie
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Handlung

Die Fernsehjournalistin Joey Summerskill soll aus der Notaufnahme eines New Yorker Krankenhauses berichten. Ein schwer verletzter Mann wird in die Notaufnahme gebracht. Aus seinem Körper ragen Ketten, die mit Haken in seinem Fleisch verankert sind. Die Ketten entwickeln ein Eigenleben und reißen den Verletzten in Stücke. Eine Frau namens Terri hatte ihn ins Krankenhaus begleitet. Joey erfährt von ihr, dass er verletzt in der Nähe des Nachtclubs „The Boiler Room“ aufgefunden wurde. Terri überlässt der Journalistin einen geheimnisvollen Würfel, der mit dem Tod des Mannes in Zusammenhang stehen soll.

JP Monroe, der Eigentümer des Boiler Rooms, erwirbt in einer Kunstgalerie eine Skulptur, ohne zu ahnen, dass sich darin der Zenobiten-Dämon Pinhead befindet, und stellt sie in seiner Wohnung auf. Als sich eine Frau, mit der er zuvor Sex hatte, neben die Skulptur stellt, wird sie gehäutet und von der Skulptur aufgesogen. Der Zenobit Pinhead erwacht zu Leben, ist aber noch zu schwach, um die Statue zu verlassen. JP Monroe willigt in eine Abmachung des seelenjagenden Pinhead ein, weitere Opfer für ihn zu beschaffen. Er lockt das obdachlose Mädchen Terri in seine Wohnung, wird während des Kampfes jedoch von ihr bewusstlos geschlagen. Terri fällt ebenfalls auf die Versprechungen des Dämons herein und opfert ihm JP Monroe. Der Zenobit ist nun frei. Er erscheint im Nachtclub und tötet die Besucher mit seinen Eisenketten und spitzen Widerhaken.

TV-Reporterin Joey leidet regelmäßig unter Alpträumen, in denen ihr Vater, den sie nie kennengelernt hat, im Vietnamkrieg stirbt. Eines Nachts betritt sie eine Traumdimension, in der sie einem Schützengraben voller toter Soldaten entsteigt und dem britischen Captain Elliot Spencer begegnet. Der ehemalige Soldat gibt sich als wohlwollender Geist zu erkennen. Er berichtet, dass er jahrzehntelang der Zenobit Pinhead gewesen sei, ohne sich dabei an seine menschliche Vergangenheit zu erinnern. Der jetzige Pinhead sei eine Abspaltung von ihm selbst. Joey soll den Dämon mithilfe des Würfels in die Traumdimension locken, damit Captain Spencer dem Schrecken ein Ende bereiten kann.

Als Joey erwacht, läuft im Fernsehen ein Bericht über das Massaker im Boiler Room. Sie verabredet sich mit ihren Kameramann „Doc“ am Ort des Geschehens. Doch die TV-Sendung war ein von Pinhead inszenierter Fake. Als Joey den Nachtclub erreicht, sind weder Hilfskräfte noch Medien vor Ort. Zwischen all den Leichen, unter denen auch ihr Kameramann liegt, erscheint Pinhead und fordert den Würfel von ihr. Sie flüchtet und wird von Pinhead und den neu geschaffenen Zenobiten verfolgt, zu denen auch Terri, JP Monroe und ihr Kameramann gehören, die als boshafte Reinkarnationen wiedererweckt wurden. In den Straßen bricht die Hölle los, Gullydeckel explodieren und Autos gehen in Flammen auf; auch die Polizei kann die Dämonen nicht aufhalten. Joey sucht Schutz in einer Kirche. Als Pinhead das Gotteshaus betritt, zerbersten die Kirchenfenster. Er zieht zwei lange Nägel aus seinem Schädel und bohrt sich diese selbst in seine Handflächen, ähnlich wie die Wundmale von Jesus Christus. Dazu verkündet Pinhead, wie bei einem satanischen Ritual, lachend und mit ausgebreiteten Armen: „Ich bin der Weg.“ Den Priester der Kirche zwingt Pinhead, ein Stück Fleisch und Blut aus seiner Brust zu essen, und erklärt: „Ich werde diejenigen unter euch selig machen, die zu mir kommen.

Joey flüchtet und wird auf einer Baustelle von den Zenobiten umzingelt. Sie versetzt sich in die Traumdimension, in der ihr Vater auf einer Wiese wartet, und gibt ihm den Zauberwürfel. Sie erkennt, in eine Falle geraten zu sein, denn Pinhead war es, der sich in ihren Träumen als Vater ausgegeben hat. Sie lockt ihn auf die Traumebene des Captain Elliot Spencer. Spencer verschmilzt mit Pinhead und Joey gelingt es, an den Würfel zu gelangen. Dieser verwandelt sich in eine Art Messer, mit dem sie auf das Pinhead-Spencer-Wesen einsticht. Das Wesen wird zum Schemen und verschwindet im Würfel.

Joey ist plötzlich wieder auf der Baustelle. Der Pinhead und die anderen Zenobiten sind verschwunden. Sie taucht den magischen Würfel in ein noch flüssiges Betonfundament ein, in der Hoffnung, dass er dort für immer unzugänglich ist. In der Schlussszene ist das Gebäude zu sehen, welches auf dem Fundament errichtet wurde. Es gleicht von der Architektur her den Strukturen des geheimnisvollen Würfels.

Entstehung

Da die Produktionsfirma New World Pictures, die für die ersten beiden Hellraiser-Filme verantwortlich gewesen war und die Rechte an dem Stoff besaß, 1990 Konkurs anmeldete, musste sich Produzent Lawrence „Larry“ Kuppin zuerst die Rechte an Hellraiser sichern, bevor mit den Dreharbeiten für Teil 3 begonnen werden konnte.[3]

Für seine in der Horrorkomödie Spaceshift (Originaltitel: Waxwork II: Lost in Time) erbrachte Leistung als Filmemacher erhielt der Regisseur Anthony Hickox den Auftrag, den dritten Teil von Hellraiser zu realisieren.[4]

Die Dreharbeiten fanden in der Stadt High Point im US-Bundesstaat North Carolina statt. Die Kulissen für den fiktiven Musikclub The Boiler Room wurden in einer Möbelfabrik errichtet.[4]

Für Schauspieler Doug Bradley waren die Dreharbeiten die erste Arbeitserfahrung in den USA.

Noch vor Veröffentlichung des zweiten Hellraiser-Films Hellbound – Hellraiser II fanden mit dem Schöpfer Clive Barker und dem Produzenten Christopher Figg über einen dritten Film statt. Für weitere Hellraiser-Filme sah Barker vor, inhaltlich den Fokus auf den Charakter der Königin des Bösen Julia Cotton zu legen, jedoch lehnte die Schauspielerin Clare Higgins ab, diese Rolle erneut zu übernehmen. Andere verworfene Ideen schlossen eine Geschichte ein, die im altertümlichen Ägypten spielen sollte, mit einer Pyramide als architektonische Materialisierung der sagenumwobenen Lament Configuration aus den ersten beiden Teilen.[3] Nach dem dritten Teil war Barker nicht weiter im kreativen Arbeitsprozess involviert.

Für die Szene, in der Pinhead sein Unwesen in einer Kirche treibt, wollte das Film-Team eine echte Kirche aufsuchen. Als jedoch die dortigen Vikare vorab das Drehbuch lasen, lehnten es alle angefragten Kirchenvertreter ab, in ihren heiligen Gemäuern einen Horrorfilm entstehen zu lassen, der mit satanischen Elementen kokettiert.[4]

Die Heavy-Metal-Band Armored Saint hat einen kurzen Gastauftritt, in einer Szene im Musikclub The Boiler Room spielt die Gruppe ihren Song Hanging Judge, der sich auf dem Album Symbol of Salvation von 1991 befindet.

In der Traum-Szene, in der sich der Vater der TV-Reporterin Joey im fließenden Übergang in Pinhead verwandelt, setzt ein Morphing als Spezialeffekt ein. Zum Zeitpunkt der Entstehung etablierte sich die damals innovative Technik des Morphings gerade in der Filmbranche als Gestaltungsmittel. Dazu bei trug etwa der Videoclip des Michael-Jackson-Songs Black or White von 1991.[4]

Innerhalb von drei Wochen verfasste der Komponist Randy Miller ergänzend zum Hard’n'Heavy-Soundtrack ein klassisches Orchesterwerk für die Filmmusik, eingespielt von dem russischen Ensemble The Symphony Orchestra and Choir of Mosfilm Studios unter Leitung von Dirigent Sergei Scripka.

Im Film spielt der Drehbuchautor Peter Atkins eine kleine Nebenrolle als Barkeeper im Musikclub The Boiler Room. Außerdem mimt Atkins, der während der Dreharbeiten seine spätere Ehefrau kennenlernte, einen der neuen Zenobiten mit um den Kopf gewickeltem Stacheldraht namens Barb Wire Head, der Feuer spucken kann.[5] Regisseur Anthony Hickox selbst spielt für einige Augenblicke einen fallenden Soldaten im Vietnamkrieg während der Alptraum-Szene von Joey Summerskill, gespielt von Schauspielerin Terry Farrell.

Besetzung und Synchronisation

Der Film wurde seinerzeit an einigen Stellen gekürzt. Diese Schnitte wurden erst 2017 rückgängig gemacht und im Hamburger CSC-Studio neu synchronisiert, wobei auch einige Szenen mit neuen Sprechern nachsynchronisiert wurden. Das Dialogbuch hierbei wurde von Gerd Naumann verfasst, der auch die Dialogregie innehatte.[6]

Weitere Informationen Rolle, Darsteller ...
Rolle Darsteller Synchronsprecher 1992 Neu- und Nachsynchro 2017
Joanne „Joey“ Summerskill Terry Farrell Marion von Stengel
J.P. Monroe Kevin Bernhardt Nicolas König Tino Kießling
Terri Paula Marshall Jenny Löffler
Pinhead Doug Bradley Rüdiger Schulzki Helmut Krauss
Captain Elliot Spencer Eberhard Haar
Daniel „Doc“ Fisher / Camerahead Cenobite Ken Carpenter Erik Schäffler
Kirsty Cotton Ashley Laurence
DJ Brent Bolthouse Henning Nöhren
Joeys Vater Peter G. Boynton Hartmut Rüting Kai Henrik Möller
Priester Clayton Hill Lothar Grützner
Brad Philip Hyland Stefan Brönneke
Sandy Aimée Leigh Daniela Reidies
Bum Lawrence Mortorff Hartmut Rüting
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Soundtrack

Der Soundtrack zum Film wurde 1992 bei dem Label Victory veröffentlicht und enthält 12 Songs, die im Film gespielt werden, darunter den von der britischen Hard-Rock-Band Motörhead gespielten Titelsong Hellraiser. In dem Videoclip zu dem Song, gedreht unter Federführung von Clive Barker, spielt Lemmy Kilmister, der Sänger und Bassist von Motörhead, an einem roten Tisch Poker gegen die Filmfigur Pinhead. Komponiert wurde das Stück Hellraiser von Ozzy Osbourne, Zakk Wylde und Lemmy Kilmister. Erstmals veröffentlicht wurde der Song 1991 auf dem Ozzy-Osbourne-Album No More Tears. Ferner befindet sich der Song zudem auf dem 1992 erschienenen Album March ör Die von Motörhead. Die einzelnen Soundtrack-Titel sind:

  1. Motörhead – Hellraiser – 04:32
  2. Ten Inch MenGo With Me – 03:23
  3. Material IssueWhat Girls Want – 03:56
  4. Electric Love HogsI Feel Like Steve – 05:03
  5. TriumphTroublemaker – 04:06
  6. KMFDMOoh La La – 04:01
  7. Tin MachineBaby Universal – 3:17
  8. The Soup DragonsDivine Thing – 3:51
  9. House of LordsDown, Down, Down – 4:49
  10. Motörhead – Hell On Earth – 3:59
  11. Chainsaw KittensWaltzing With A Jaguar – 2:38

Veröffentlichung

Am 11. September 1992 brachte Miramax als Verleihpartner mit der Tochtergesellschaft Dimension den von Fifth Avenue Entertainment produzierten Horrorfilm in die amerikanischen Kinos. Die Europapremiere des Films fand in Frankfurt am Main im Kino Harmonie im Rahmen des dortigen Fantasy-Film-Festes statt.

Der Film spielte in den USA mit 12.534.961 US-Dollar etwas mehr als der zweite Teil der Reihe ein.[7]

Die Indizierung des Films in Deutschland wurde im Dezember 2016 aufgehoben.[8]

Auszeichnungen

Der Film gewann den Pegasus Audience Award für den Regisseur Anthony Hickox 1993. Zudem wurde er für einige Preise nominiert, u. a. für den Saturn Award in den Kategorien Best Horror Film und Best Make-Up.

Kritik

Weitere Informationen Quelle, Bewertung ...
Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 39 %[9]
Metacritic (Metascore) 50/100[10]
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Der Filmdienst schreibt: "Dritter Teil des Hellraiser-Zyklus, nun ins Neon-Glitzerlicht verlegt, was der Gewalttätigkeit allerdings keinen Abbruch tut.[11]

Cinema gibt 3 von 5 Punkten und zieht das Fazit: "Startet ganz gut, doch schon bald wird’s öde."[12]

Die Variety lobt Hauptdarstellerin Terry Farrell als starke Heldin, die den Film zusammenhält,[13] unterstellt dem Film aber weitaus kommerziellere Ambitionen als seinen beiden Vorgängern.[14]

Kino.de nennt den Film eine "bunt-unterhaltsame Geisterbahn", bei welcher der düstere Gothic-Stil der Vorgänger dem amerikanischen Neon-Nachtleben weichen musste. Das Blut spritze wie gewohnt bis zur Decke, in der deutschen FSK-Version wohl nur bis zur Fußleiste.[15]

Pacal Reis von der Filmwebsite Moviebreak vergibt 4 von 10 Punkten und kritisiert den Film als ersten Schritt Richtung Untergang der Hellraiser-Reihe. Hickox sei zwar schlechter Regisseur, doch ihm fehle das Feingespür, um die mehrdeutigen Motive der Vorgängerfilme auf seinen Film zu übertragen und auszubauen. Der Film vor allem laut und schnell.[16]

Stefan Preis von der Filmwebsite Fluxkompensator zufolge handle es sich um eine gelungene Fortsetzung, die wie ihre beiden Vorgänger literarische und philosophische Motive geschickt in die Handlung einfüge.[17]

Einzelnachweise

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