Helmut Prang
deutscher Germanist und Literaturwissenschaftler
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Helmut Alfred Prang (* 26. September 1910 in Berlin; † 21. September 1982 in Erlangen) war ein deutscher Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung 1930 am Askanischen Gymnasium in Berlin studierte Helmut Prang von 1930 bis 1934 Germanistik, Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie. Im Sommersemester 1930 war er an der Universität Heidelberg, anschließend an der Universität Berlin. 1937 promovierte er in Berlin bei Julius Petersen. Zunächst war er bis 1937 als Privat- bzw. Hauslehrer tätig und arbeitete von 1937 bis 1939 und nochmals 1946 im Auftrag der Darmstädter Familie Merck an einer Biographie über Johann Heinrich Merck. Von 1939 bis 1943 nahm er als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil und wurde als Kriegsversehrter entlassen. Im Jahre 1944 habilitierte er sich an der Universität Erlangen und versah dort einen Lehrauftrag. Bis 1952 lehrte er als Privatdozent (vom Wintersemester 1945/46 bis 1947 vertrat er dort eine Professur). Bis zu Eintritt in den Ruhestand 1975 war er an der Universität Erlangen außerplanmäßiger bzw. außerordentlicher Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte. Zwischenzeitlich vertrat er Lehrstühle an der Universität Erlangen, der Universität Würzburg und der Pädagogischen Hochschule Nürnberg.
Im Jahre 1967 verlieh ihm die Stadt Schweinfurt den Friedrich-Rückert-Preis.
Helmut Prang veröffentlichte über die deutsche Literatur- und Geistesgeschichte der Neuzeit und Autoren wie Johann Heinrich Merck und Friedrich Rückert.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Goethe und die Kunst der italienischen Renaissance (= Germanische Studien, Bd. 198). Ebering, Berlin 1938 (= Dissertation an der Universität Berlin) (Nachdruck: Kraus Reprint, Nendeln 1967).
- Der Humanismus. Sein Wesen und Wandel in Deutschland. Meisenbach, Bamberg 1947.
- Johann Heinrich Merck. Ein Leben für Andere. Insel-Verlag, Wiesbaden 1949 (= Habilitationsschrift an der Universität Erlangen).
- Goethes Mutter. Kleine Chronik einer großen Lebenskünstlerin. Bruckmann, München 1949.
- Geschichte der deutschen Literatur im Grundriß (= Vermächtnis und Aufgabe. Reihe B, Bd. 1). Bamberger Reiter, Bamberg 1950.
- Johann-Heinrich-Merck-Bibliographie. Wittich, Darmstadt 1953.
- Irrtum und Mißverständnis in den Dichtungen Heinrich von Kleists (= Erlanger Forschungen. Reihe A, Bd. 5). Universitätsbund Erlangen 1955.
- Friedrich Rückert als Diener und Deuter des Wortes. Trebst, Schweinfurt 1963.
- Friedrich Rückert. Geist und Form der Sprache. Harrassowitz, Wiesbaden 1963.
- Friedrich Rückert als Dichter und Gelehrter (= Erlanger Universitätsreden, N.F., Bd. 9). Universitätsbund Erlangen 1963.
- (Hrsg.): Begriffsbestimmung der Romantik (= Wege der Forschung, Bd. 150). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1968 (2. Aufl. 1972, ISBN 3-534-04002-3).
- Formgeschichte der Dichtkunst (= Sprache und Literatur, Bd. 45). Kohlhammer, Stuttgart 1968 (2. Aufl. 1971).
- Geschichte des Lustspiels (= Kröners Taschenausgabe, Bd. 368). Kröner, Stuttgart 1968.
- (Hrsg.): Moritz Heimann / Kritische Schriften. Artemis, Zürich 1969.
- Die romantische Ironie (= Erträge der Forschung, Bd. 12). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1972, ISBN 3-534-05404-0 (3. Aufl. 1989).
- (Hrsg.): E. T. A. Hoffmann (= Wege der Forschung, Bd. 486). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1976, ISBN 3-534-07070-4.