Henry Peters Gray
amerikanischer Porträt-, Genre- und Historienmaler
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Henry Peters Gray (* 23. Juni 1819 in New York City; † 12. November 1877 ebenda) war ein US-amerikanischer Porträt-, Genre- und Historienmaler des 19. Jahrhunderts.[1]

Leben
Henry Peters Gray wurde 1819 in New York City geboren. Von 1838 bis 1839 war er Schüler von Daniel Huntington. Im Jahr 1839 unternahm er mit diesem und Cornelius van Brant seine erste Europareise, die ihn vor allem nach Rom und Florenz führte. Dort studierte er die Werke alter Meister und kopierte insbesondere Gemälde der römischen und venezianischen Schule. Ab 1841 etablierte sich Gray in New York als Porträtmaler. Im selben Jahr wurde er Associate der National Academy of Design und erhielt 1842 die volle Mitgliedschaft. Von 1861 bis 1870 war er Vizepräsident der Akademie und von 1870 bis 1871 deren Präsident. Unter seiner Leitung wurde eine erfolgreiche Kampagne für ein Akademiegebäude und einen Stiftungsfonds geführt, wodurch die Institution finanzielle Stabilität und hohes Ansehen gewann. Schließlich erhielt die Akademie einen Palast im Stil der von John Ruskin beschriebenen venezianischen Gotik in der East 23rd Street.[1]
1843 heiratete Gray die Malerin Susan Clark, die später Präsidentin der New York Association of Women Painters wurde. Nach der Hochzeit hielt er sich zunächst in Boston auf und lebte anschließend wieder in New York. 1845/46 reiste er mit seiner Frau erneut nach Italien. Später, ab 1871, folgte ein längerer Aufenthalt in Florenz. Dort nahm er in der amerikanischen Künstlerkolonie eine bedeutende Stellung ein. In dieser Zeit entstanden unter anderem The Origin of Our Flag, eine seiner anspruchsvollsten Kompositionen, und The Flower of Fiesole, das zu seinen besten Werken gezählt wird. 1875 kehrte Henry Peters Gray nach New York zurück. Er starb 1877 in New York.[1]
Werk
Henry Peters Gray malte rund 500 Porträts, darunter zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus York. Berühmt wurde er jedoch durch seine mythologischen und historischen Motive in idealisierender Manier, die stark an die italienische Malerei der Renaissance, insbesondere an Tizian und die venezianische Schule, angelehnt sind. Teilweise übernahm er Bild- oder Kompositionselemente seiner Vorbilder. So geht laut M. M. Salinger das Gesicht der weiblichen Figur in dem 1846 entstandenen Werk The Greek Lovers auf den Frauenakt in Tizians Die Heilige und die Profane Liebe zurück. Diese Anleihen führten häufig zu einem eklektischen Charakter seiner Werke. Neben mythologischen Themen entstanden auch Gemälde mit moralisierenden und religiösen Intentionen sowie Arbeiten nach literarischen Vorlagen wie The Pride of the Village nach Washington Irving. Zu seinen bedeutenden Werken gehören außerdem The Wages of War (1848), The Origin of Our Flag und The Flower of Fiesole. Zeitgenossen galt Gray als einer der versiertesten amerikanischen Figurenmaler. Andererseits wurde er jedoch auch für seinen akademischen Malstil, seine konservativen Auffassungen und die Wahl antiquierter mythologischer Sujets kritisiert.[1]
- Henry Peters Gray: Porträt von William Evans Burton (1804–1860). New-York Historical Society
- Henry Peters Gray: The Wages of War (1848). Metropolitan Museum of Art, New York
- Henry Peters Gray: The Greek Lovers (1846). Metropolitan Museum of Art, New York
- Das Gemälde The Greek Lovers im Metropolitan Museum of Art
- Henry Peters Gray: The Pride of the Village (1858/59).[2] Metropolitan Museum of Art, New York
Literatur
- Hugh Chisholm: Gray, Henry Peters. In: Encyclopædia Britannica. 11. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 1911.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 6: Gémignani – Herring. Paris, 2006.
- Christine Rohrschneider: Gray, Henry Peters . Veröffentlicht von K. G. Saur 2021, Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter 2009.