Herbert Kragora

österreichischer Journalist und Nachrichten-Moderator From Wikipedia, the free encyclopedia

Herbert Karl Kragora (* 5. September 1925 in Wien; † 26. Juni 2006) war ein österreichischer Fernsehjournalist. Ab 1955 war er als erster Moderator und Anchorman der Nachrichtensendung Zeit im Bild des ORF tätig.

Zu Beginn seiner Karriere war er auch als Theaterschauspieler und Hörspielsprecher im Einsatz; Letzteres übte er auch in späteren Jahrzehnten wiederholt aus.

Karriere

Herbert Kragora wurde am 5. September 1925 als Sohn des Bankbeamten Emil Julius Kragora (* 23. Juni 1899 in Linz-Urfahr;[1] † 8. Jänner 1936 in Linz-Kaplanhof[2]) und dessen Ehefrau Irena Amalia Kragora (geborene Kragora; * 6. November 1901 in Wien-Gersthof;[3] † 23. März 1975 in Wien-Penzing[3]) in Wien geboren. Sein zum Zeitpunkt der Hochzeit in der Klammstraße 22 in Linz lebender Vater und seine in der Ferrogasse 27 in Wien-Währing lebende Mutter hatten am 27. April 1922 geheiratet.[4] Der Vater, der im Ersten Weltkrieg diente,[5] war von 1928 bis 1931 Verwaltungsrat der Kunstmöbelfabrik Otto Pach.[6][7] Mit zehn Jahren wurde er Halbwaise, da sein krankheitsbedingt pensionierter Vater nach mehrjährigem Leiden zu Jahresbeginn 1936 im Alter von 36 Jahren im AKH Linz an Tuberkulose, einhergehend mit einer Gehirnhautentzündung, verstarb.[2]

Über das frühe Leben und den Karrierebeginn Kragoras ist nur wenig bekannt. Nach der Matura studierte er für einige Monate Theaterwissenschaften und erhielt parallel dazu Schauspielunterricht am Max Reinhardt Seminar.[8] Nach dem Zweiten Weltkrieg schien er in zeitgenössischen Zeitungen ab 1949 als Theaterschauspieler auf. Unter Otto Ander nahm er etwa an Schauspielaufführungen der Österreichischen Länderbühne teil.[9] Im gesamten Kalenderjahr 1949 wirkte er bei diversen Auftritten in ganz Österreich mit. Auch 1951 war er noch an einer Länderbühnen-Tournee beteiligt.[10] Spätestens ab 1952 war er auch als Hörspielsprecher im Einsatz. Im März 1952 mimte er im Funkstudio Das Opfer von Rabindranath Tagore auf Radio Wien den Minister;[11] im Juli 1952 hörte man ihn im Stück Zwischen den hohen Häusern in der Rolle eines Polizeiinspektors.[12] Im Kaleidoskop, einem in den Kellerräumen der Wiener Secession gegründeten Theater, in dem Otto Schenk 1953 erstmals als Regisseur in Erscheinung trat, führte auch Kragora in diesem Jahr erstmals bei einer Dichterlesung Regie.[13] An ebendieser Leseaufführung nahmen Ljuba Andrej, Felicitas Ruhm, Gertrude Uhlir, Hellmuth Matiasek und Erich Padalewski teil und interpretierten das Vorspiel zur Antigone des Sophokles und Die Frau am Fenster von Hugo von Hofmannsthal.[13] Im Theater Die Tribüne im Keller des Café Landtmann war er im Herbst 1953 in Manzaris Wunder – einer Inszenierung von Peter Weihs – an der Seite von Hugo Riedl, Karl Walter Diess, Alfred Böhm und Gustl Weishappel zu sehen.[14] Weitere Mitwirkende waren auch Cornelia Oberkogler, Maria Müller-Lussnigg, Rose Renée Roth und Joe Trummer.[14][15]

Im Jahr 1954 wirkte er in der Komödie Miß Hobbs in einer Hauptrolle an der Seite von Hilde Nerber und Fritz Holzer im Kaleidoskop mit.[16][17][18] Andere Rollen im Stück unter der Regie von Irimbert Ganser spielten etwa Heidi Ernst, Eva Heide Frick, Anny Meyer, Martha Strohschneider und Gerhard Mörtl.[19] Ebenso 1954 beteiligte er sich an der Frühjahrstournee der Österreichischen Länderbühne.[20] Im Dezember 1955 trat Kragora als erster Anchorman in der Geschichte des Österreichischen Rundfunks in Erscheinung, als er fortan als Nachrichtensprecher der Zeit im Bild agierte.[21][22] Wie lange Kragora als ZIB-Sprecher tätig war, geht aus der aktuellen Quellenlage nicht eindeutig hervor. Belegt ist jedoch, dass er auch in den späten 1960er Jahren noch als Sprecher für den ORF im Einsatz war.[23] Um 1967 dürfte er seine Sprechertätigkeit beim ORF aufgrund der Überforderung durch die ständige Ausweitung der Sendezeit beendet haben.[24] Hinweise deuten zudem darauf hin, dass er bis zu seiner Pensionierung Mitte der 1980er Jahre in anderen Funktionen für den ORF tätig war.[25] Zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren trat er immer wieder auch als Hörspielsprecher in Erscheinung.

Am 26. Juni 2006 starb Kragora 80-jährig und wurde am 5. Juli 2006 am Friedhof der Feuerhalle Simmering (Abteilung 5, Gruppe 7, Nummer 76) bestattet.[26]

Hörspiele (Auswahl)

Quelle: u. a. Ö1-Hörspieldatenbank

Einzelnachweise

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