Herbert Mang

österreichischer Bauingenieur From Wikipedia, the free encyclopedia

Herbert Anton Mang (* 5. Jänner 1942 in Wien) ist ein österreichischer Ingenieurwissenschaftler. Er ist Emeritierter Ordentlicher Professor für Elastizitäts- und Festigkeitslehre der Technischen Universität Wien und Full Professor des College of Civil Engineering der Tongji University, Shanghai. Von 1995 bis 2003 war er Generalsekretär und von 2003 bis 2006 Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften[1].

Leben und Wirken

Herbert Anton Mang[2][3] wurde 1967 an der Technischen Universität Wien (TU Wien) zum Dipl.-Ing. (Bauingenieurwesen) graduiert und 1970 dortselbst zum Dr. techn. promoviert. Von 1967 bis 1979 wirkte er als Universitätsassistent am Institut für Elastizitäts- und Festigkeitslehre der TU Wien. Dieser Zeitabschnitt ist durch mehrere Karenzierungen gekennzeichnet. So war Mang von 1971 bis 1973 als Fulbright Fellow an der Texas Tech University in Lubbock, Texas, USA, tätig. 1974 wurde er dort zum Ph. D. (Major: Structural Engineering, Minor: Mathematics) promoviert. Von Juli 1975 bis Oktober 1976 war er auf Vorschlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften als Max Kade Fellow an der Cornell University in Ithaca, New York, USA, tätig. 1977 habilitierte er sich an der TU Wien für das Fachgebiet „Festigkeitslehre mit besonderer Berücksichtigung der Methode der Finiten Elemente“. 1979 wurde er zum Außerordentlichen Universitätsprofessor an der TU Wien für das erwähnte Fachgebiet ernannt und 1983 dortselbst als Ordentlicher Universitätsprofessor für das Fachgebiet „Elastizitäts- und Festigkeitslehre“ berufen. Von 1991 bis 1994 wirkte er als Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen und von 1994 bis 1995 als Prorektor der TU Wien.

Die bis heute anhaltende Kooperation mit chinesischen Forschungseinrichtungen begann 1981 als Mang über einen Zeitraum von 3 Monaten als United Nations Field Expert am Zhengzhou Research Institute for Mechanical Engineering in Zhengzhou, Provinz Henan, China, tätig war. Seit 2004 arbeitet er eng mit dem College of Civil Engineering der Tongji University in Shanghai, China, zusammen. Von 2012 bis 2015 hatte er dort einen National RPGE (Recruitment Program for Global Experts) Chair inne[4]. Seit 2015 wirkt er an der Tongji University als Full Professor.

Von 1995 bis 2003 fungierte Mang als Generalsekretär und von 2003 bis 2006 als Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Von 2004 bis 2015 war er Mitglied und von 2010 bis 2015 Vizepräsident des österreichischen Wissenschaftsrates, eines Beratungsorgans der Österreichischen Bundesregierung. Von 1992 bis 1995 war er Präsident der Central European Association for Computational Mechanics (CEACM). Von 1998 bis 2010 fungierte Mang als Vizepräsident der International Association for Computational Mechanics (IACM), und von 2005 bis 2009 als Präsident der European Community on Computational Methods in Applied Sciences (ECCOMAS).

Mangs Forschungstätigkeit erstreckt sich über weite Bereiche der Strukturmechanik in Form von statischen und dynamischen Berechnungen von Stab- und Flächentragwerken unter besonderer Berücksichtigung des mechanischen Verhaltens der entsprechenden Werkstoffe. Dazu bedient er sich der numerischen Mechanik (Computational Mechanics) als wissenschaftlichen Hilfsmittels zur Durchführung von Stabilitätsuntersuchungen, Traglastermittlungen von Stahlbetonkonstruktionen, geotechnischen Untersuchungen mit Schwerpunkt Tunnelbau und numerischen Simulationen des mechanischen Verhaltens von Beton und Böden. Erwähnenswert sind ferner seine verfahrenstechnischen Studien betreffend die Finite Elemente Methode, die Randelementmethode sowie Koppelungen beider Methoden. Von grundlegender Bedeutung sind insbesondere die von ihm angegebenen mathematischen Bedingungen für die Lastintensität beim Auftreten von Extremwerten der Steifigkeit proportional belasteter Strukturen.

Mangs Forschungstätigkeit schlägt sich in über 580 wissenschaftlichen Publikationen, darunter über 290 SCI peer reviewed papers, und in über 500 wissenschaftlichen Vorträgen, darunter 60 Plenary Lectures auf wissenschaftlichen Kongressen, Konferenzen und Symposien, nieder.

Auszeichnungen (Auswahl)

Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Akademien

Ehrendoktorate, Ehrenprofessur, Chaired Professorship

Elected Fellowships, Ehrenmitgliedschaften

Stipendien, Wissenschaftliche Preise, Orden und Ehrenzeichen, Benennung eines kleinen Planeten als Mang, Benennung von wissenschaftlichen Preisen als CEACM Prof. Mang Award bzw. ICES Herbert Mang Medal

  • 1971: Fulbright Fellowship, Texas Tech, USA
  • 1975: Max Kade Fellowship (auf Vorschlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften), Cornell University, USA
  • 1977: Kardinal-Innitzer-Förderungspreis für Naturwissenschaften
  • 1978: Theodor Körner-Förderungspreis für Naturwissenschaften
  • 1978: Förderungspreis der Stadt Wien für Technische Wissenschaften
  • 1982: Technikpreis der Wiener Wirtschaft
  • 1996: Wilhelm-Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins
  • 1997: Distinguished Engineer Award of the College of Engineering of Texas Tech University
  • 2001: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Steiermark
  • 2002: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
  • 2002: IACM Award of the International Association for Computational Mechanics
  • 2002: International Prize of the Slovak Academy of Sciences
  • 2004: Benennung eines Kleinen Planeten durch dessen Entdecker, Astronomiedirektor L. Schmadel, Heidelberg, mit dem Namen „Mang“
  • 2006: Kommandeur des Nationalen Ordens „Stern von Rumänien
  • 2006: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[5]
  • 2007: Carl-Friedrich-Gauß-Medaille der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft
  • 2007: Olgierd Cecil Zienkiewicz-Medal of the Polish Association for Computational Mechanics
  • 2010: Tsuboi Award of the International Association for Shell and Spatial Structures (gemeinsam mit A. Steinböck, G. Höfinger, and X. Jia) for the outstanding paper “Three pending questions in structural stability”, published in the Journal of IASS during 2009
  • 2011: Johann Joseph Ritter von Prechtl-Medaille der Technischen Universität Wien
  • 2011: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
  • 2012: Leonhard Euler-Medal of the European Community on Computational Methods in Applied Sciences
  • 2013: Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen
  • 2014: Karl Girkmann-Medaille der Fakultät für Bauingenieurwesen der Technischen Universität Wien
  • 2014: Nathan M. Newmark Medal of the American Society of Civil Engineers
  • 2014: Goldene Vladimir Vernadsky-Medaille der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine
  • 2014: Kardinal-Innitzer-Preis (Würdigungspreis) für Naturwissenschaften
  • 2020: 2019 International Science and Technology Cooperation Award of the People’s Republic of China
  • 2022: Emerald Literati Award (together with J. Zhang, X. Liu, Y. Yong, and B. Pichler) for the outstanding paper “Transfer relations: Useful basis for computer-aided engineering of circular arch structures”, published in the Journal Engineering Computations
  • 2022: Benennung des Spitzenpreises der Central European Association for Computational Mechanics (CEACM) als CEACM Prof. Mang Award
  • 2024: Chinese Government Friendship Award 2023
  • 2024: Militär-Verdienstzeichen der Republik Österreich
  • 2026: Benennung einer auf International Conferences on Engineering Structures verliehenen Medaille als Herbert Mang Medal

Schriften

  • mit Günter Hofstetter: Computational mechanics of reinforced concrete structures. Vieweg, Braunschweig, Wiesbaden 1995, ISBN 3-528-06390-4.
  • mit Günter Hofstetter: Festigkeitslehre. Springer, Wien, New York 2004, ISBN 3-211-21208-6.

Einzelnachweise

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