Herbstscharnier

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Das Herbstscharnier ist ein kieferorthopädisches Gerät, welches zur Korrektur einer Rücklage des Unterkiefers (Rückbiss) eingesetzt wird. Es handelt sich um eine festsitzende Apparatur bestehend aus Metallrohren, die an den unteren Eckzähnen und den oberen Molaren befestigt werden. Die Rohre werden beim Öffnen des Mundes teleskopartig auseinandergezogen.

Die Behandlung dauert ca. sechs bis acht Monate und kann bis zum 30. Lebensjahr durchgeführt werden. Als Alternative bieten sich bei leichteren Fehlstellungen Gummizüge an, bei hochgradigen Fehlstellungen ist eine Kieferoperation notwendig.

In Deutschland kann das Herbstscharnier bei spätem Behandlungsbeginn zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden, wenn der Wachstumshöhepunkt überschritten ist und die Bisslagekorrektur mit konventionellen Maßnahmen nicht erreicht werden kann.[1] Außerhalb dieser Ausnahemindikation ist das Herbstscharnier als Zusatzleistung privat abzurechnen. Auch seine Modifikationen (Jasper-Jumper, Bite-Fixer usw.) müssen als Privatleistung abgerechnet werden, da sie nicht zur vertraglichen Kassenleistung gehören.[2]

Erfunden wurde das Gerät 1909 von dem Zahnmediziner Emil Herbst.

100 Jahre Herbstscharnier – Wiederentdeckung einer genialen Idee. (pdf; 496 kB) Bayerisches Zahnärzteblatt / KFO-Richter, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 6. August 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/www.kfo-richter.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)

Einzelnachweise

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