Heribert Offermanns

deutscher Chemiker und Manager bei der Degussa AG From Wikipedia, the free encyclopedia

Heribert Offermanns (* 24. Oktober 1937 in Merkstein, heute Stadt Herzogenrath; † 24. November 2025 in Hanau[1]) war ein deutscher Chemiker und Manager bei der Degussa AG.

Heribert Offermanns (2008)

Leben und Werk

Offermanns besuchte das das städtische Gymnasium Herzogenrath. Danach studierte er an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ab 1958 zunächst Physik, wechselte aber schnell zur Chemie.[2] Seine Diplom- und Doktorarbeit 1966 aus dem Grenzgebiet zwischen organischer und technischer Chemie fertigte er im Arbeitskreis von Friedrich Asinger an (Dissertation Zusammenhänge zwischen der Thiazolin-Δ3- bzw. Imidazolin-Δ3-thion-<5>-Bildungsreaktion und der Willgerodt-Reaktion bzw. deren Variante nach Kindler am Beispiel des Acetophenons). Anschließend war Offermanns in der industriellen Chemie- und der Pharmaforschung bei der Degussa AG sowie bei der Degussa Antwerpen N.V. und der Degussa Inc. New York tätig. Seit 1976 war er für den Zuständigkeitsbereich Forschung und Entwicklung Mitglied des Vorstandes der Degussa AG. Offermanns blieb bis zum Jahr 2000 Vorstandsmitglied und über seine Persönlichkeit prägte er entscheidend den Auf- und Ausbau des Degussa-Forschungszentrums in Hanau-Wolfgang.[2]

Heribert Offermanns wirkte im Präsidium der Gesellschaft Deutscher Chemiker, deren Carl-Duisberg-Plakette er erhielt, im Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), als Mitglied des Hochschulrates der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, als Kuratoriumsmitglied der Universität Regensburg und der Paul-Ehrlich-Stiftung und als Vorsitzender des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung, Stuttgart sowie in der Politik ehrenamtlich über Jahrzehnte hinweg.[2] Er hatte einen Lehrauftrag an der Johann Wolfgang Goethe-Universität und wurde dort 1988 als Honorarprofessor berufen.[3] Er publizierte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur Schwefelchemie und zur Herstellung und Verwendung von Wasserstoffperoxid und trat als Erfinder mit zahlreichen Patenten hervor.

Offermanns war verheiratet und Vater zweier Töchter. Seit Beginn seines Studiums an der RWTH Aachen war er Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V Kaiserpfalz im CV.

Am 24. November 2025 starb er im Alter von 88 Jahren in Hanau.[2]

Auszeichnungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • H. Offermanns: Azalogie-Prinzip: hin und zurück, in: Nachrichten aus der Chemie, 2011, 59, 1152–1153, doi:10.1002/nadc.201290011.
  • H. Offermanns: Der andere Ostwald, in: Nachrichten aus der Chemie, 2009, 57, 1201–1202.
  • W. Keim, H. Offermanns: Friedrich Asinger (1907–1999): A mediator between basic and applied research, in: Angew. Chem. Int. Ed. Engl., 2007, 46, 6010–6013.
  • H. Offermanns: A plea for basic research – Utility is just a second-order moment, in: Chemie in unserer Zeit, 2002, 36, 306–309.
  • H. Offermanns: Wasserstoffperoxid – Verwendung in Umweltschutz und Synthese, in: Chemie in unserer Zeit, 2000, 34, 150–159.
  • H. Offermanns: Erfolgreiche Verbindungen – Kooperationen mit Wissenschaftlern im In- und Ausland und Dynamische Vorgänge – Invention und Innovation. In: Degussa AG (Hrsg.): Immer eine Idee besser. Frankfurt am Main 1998, S. 304–338, ISBN 3-00-002389-5.
  • J. Martens, H. Offermanns, P. Scherberich: Synthese von racemischem Cystein, in: Angew. Chem. Int. Ed. Engl., 1981, 20, 668–668, doi:10.1002/anie.198106681.
  • W. M. Weigert, H. Offermanns, P. Scherberich: D-Penicillamin – Production and Properties, in: Angew. Chem. Int. Ed. Engl., 1975, 14, 330–336.
  • F. Asinger, H. Offermanns, D. Neuray und P. Müller: Synthese von Thiomorpholin und 2-monoalkylierten Thiomorpholinen via 5,6-Dihydro-1,4-thiazine, Monatshefte für Chemie, 1970, 101, 1295–1308, doi:10.1007/BF00911395.
  • H. Offermanns, F. Asinger: Synthesen mit Ketonen, Schwefel und Ammoniak bzw. Aminen und chemisches Verhalten der Reaktionsprodukte, Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen, 1966.

Einzelnachweise

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